Kinder bauen Seifenkisten aus Sperrmüll

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 Sie haben sichtlich Freude: Jungen der Jugendkunstschule Biberach haben ihre gebauten Seifenkisten im Ratzengraben in Biberach
Sie haben sichtlich Freude: Jungen der Jugendkunstschule Biberach haben ihre gebauten Seifenkisten im Ratzengraben in Biberach ausprobiert. (Foto: Simon Ruf)
Simon Ruf

Rasante Fahrten in bunten Kisten – so stellt man sich ein Seifenkistenrennen vor. Bunt sind die Seifenkisten der Jungen, die auf dem Radweg am Ratzengraben in Biberach um die Wette fahren, allemal. Begleitet werden die Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren von Dozent Jan Schaarschmidt und der Leiterin der Jugendkunstschule Biberach (Juks) Susanne Maier. Dabei zeigen die Nachwuchsrennfahrer auch, wie nachhaltig Seifenkisten sein können.

„Wir machen kein klassisches Rennen, sondern fahren alle einzeln und stoppen dann die Zeit“, erklärt der Teilnehmer Fidelis Wieland. Es gebe auf dem Radweg nicht genug Platz, außerdem sei die Gefahr zu groß, dass eine der Kisten im Bach lande. Gebaut haben die sieben Jungen die Kisten unter Aufsicht von Jan Schaarschmidt selbst. Dieser hat den Grundplan für den Boden der Kiste mit Rädern und Bremse entwickelt. Dieses Grundgerüst ist aus stabilem Holz. „Die Karosserie haben wir selbst aus Sperrmüll gebaut. Ich hab meine Kisten dann in den Biberacher Farben angesprüht“, erzählt der Schüler des Wieland-Gymnasiums.

Rennfahrer haben viel Spaß

„Die Kinder haben Schränke und Stühle auseinandergebaut, um aus ihnen die Seifenkisten zusammenzuschrauben“, erläutert Dozent Jan Schaarschmidt. Als Teil des Juks-Ferienprogramms haben die Kinder die ganze Woche, jeden Tag von zehn bis 15 Uhr, an ihren Kisten gearbeitet.

Fidelis Wieland glaubt, dass er gute Chance hat, zu gewinnen: „Unsere Kiste ist schwer und hat echt gute Reifen, die könnte ziemlich schnell fahren. Aber die anderen haben auch sehr gute Kisten gebaut.“ Die Fahrer lenken ihre Kisten mit den Füßen. „Zur Sicherheit hat jeder einen Helm auf“, sagt der 14-Jährige. Die Jungen starten nach einer festgelegten Reihenfolge und werden von einem ihrer Mitstreiter angeschoben. Auf der etwa 50 Meter langen Strecke werden zwar keine Spitzengeschwindigkeiten erreicht, aber es ist kaum zu übersehen, dass die Rennfahrer viel Spaß daran haben.

„Die junge Ferienakademie ist ein Format, bei dem wir während der Ferien eine Woche lang ein ganztägiges Angebot zu einem bestimmten Thema ermöglichen“, sagt Susanne Maier. Vor dem jetzigen Thema Sperrmüllseifenkisten habe man bereits Themen wie „Insektenwerkstatt“ oder „Krabat“ umgesetzt. Anstatt der gewöhnlichen eineinhalb Stunden, die die Kurse an der Juks normalerweise dauern, können die Kinder im Ferienprogramm bis zu sieben Stunden am Stück an einer Aufgabe arbeiten.

Die Kleingruppen mit ungefähr zehn Kindern werden von ein oder zwei Dozenten betreut. So werden mehrmals im Jahr verschiedene Kurse angeboten. Ermöglicht wird das durch eine Partnerschaft der Juks mit der Volksbank Ulm-Biberach. „Früher mussten wir für jedes Thema spezifisch Sponsoren finden. Durch die Partnerschaft mit der Volksbank haben wir mehr Planungssicherheit“, sagt Susanne Maier. Die Zusammenarbeit ermögliche es, der Juks das Ferienprogramm für alle Kinder bezahlbar anzubieten. Im Gegenzug werden die Seifenkisten diese und nächste Woche in der Volksbank am Bismarckring ausgestellt.

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