Karl-Arnold-Schüler sorgen in Betrieben für größere Effizienz

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Insgesamt 24 Absolventen haben an der Karl-Arnold-Schule in Biberach ihre Abschlussarbeiten für den Technikerabschluss vorgeste
Insgesamt 24 Absolventen haben an der Karl-Arnold-Schule in Biberach ihre Abschlussarbeiten für den Technikerabschluss vorgestellt. (Foto: Birga Woytowicz)
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Raus aus dem Schichtbetrieb, mehr Verantwortung übernehmen und ein Plus auf dem Konto – vor allem Aufstiegschancen erhoffen sich die Absolventen der Karl-Arnold-Schule in Biberach von dem Abschluss ihrer Technikerweiterbildung in der Fachrichtung Maschinentechnik. Gerade laufen die Abschlussprüfungen. Mit der Präsentation ihrer Technikerarbeit haben die 24 Schüler den zweiten von drei Prüfungsteilen hinter sich gebracht.

Klaus Gretzinger, Abteilungsleiter Elektronik, zieht ein positives Zwischenfazit: „Bis auf zwei Ausnahmen sind die Ergebnisse gut so weit. Am Ende wird der Notendurchschnitt wohl bei 2,0 liegen.“ Die Technikerarbeit wird in Zusammenarbeit mit einem Betrieb aus der Region entwickelt und geschrieben. Davon würden alle profitieren, sagt Gretzinger: „An der Schule bekommen wir so immer aktuelles Fachwissen und erfahren, woran die Betriebe gerade arbeiten.“

Die Unternehmen dagegen gewinnen eine zusätzliche Arbeitskraft. Denn die Technikerschüler entwickeln Lösungen für Probleme, die an Produktionsmaschinen auftauchen. In der Regel werden diese auch in den Unternehmen eingeführt. So hat Kevin Kless die Abläufe bei Uhlmann Pac-Systeme verbessert. Beim Verpacken von Tabletten stockte es dort immer mal wieder. Denn in den Zuführröhrchen für die Blister verklemmen Pillen gerne einmal. Nun ist Schluss damit: „Ich habe eine Baugruppe entwickelt. Darin ist eine Rüttelplatte integriert, die die Verklemmungen von alleine löst“, erklärt er. Kless hat bei dem Verpackungsbetrieb schon seine Ausbildung gemacht und wird dort auch nach der Technikerweiterbildung beschäftigt sein. Allerdings gebe es mehr Gehalt. Dies sei maßgeblich für seinen Entschluss zur Weiterbildung gewesen, sagt Kless: „Aber auch der andere Status war mir wichtig. Meine Freunde haben auch nicht nur eine Ausbildung gemacht. Da muss man schauen, dass man auch was macht.“

Für David Ast dagegen stand schon während der Ausbildung fest: „Ich möchte weitermachen. Ich bin nach der Ausbildung zur Bundeswehr und hatte dort die Möglichkeit, die Weiterbildung zu machen.“ Mit seiner Arbeit könne das Albert Handtmann Metallgusswerk bald vier von fünf Staplerfahrern einsparen: „Sagen wir lieber Kosteneinsparung, das klingt nicht so böse. Die Staplerfahrer können bestimmt anderswo eingesetzt werden“, beschwichtigt Ast. Damit sich Luft beim Druckguss nicht im Aluminium einschließt, müsse sie ständig abgesaugt werden. Teils würde dabei aber auch Aluminium angesaugt, das ungewünschte Beiprodukt: Vakuumschrott. Die Aluminiumteile müssten von den Bauteilen abgetrennt werden. Staplerfahrer würden den Schrott abholen und zum Einschmelzen bringen. „Die sind gut beschäftigt, weil so viel anfällt. Ich habe deshalb einen Zerkleinerer vorgeschlagen, der das Volumen reduziert.“ Dadurch passe mehr Aluminium in die Schrottbehälter.

Anstrengung hat sich gelohnt

Stressig sei das vergangene halbe Jahr mit der Technikerarbeit schon gewesen. Aber: „Ich habe da jetzt nicht jeden Tag acht Stunden dran gesessen.“ Mal mehr, mal weniger: Die Technikerschüler haben nicht alle gleich viel Zeit und Muße in ihre Arbeiten gesteckt. Norbert Ried aber sagt: „Wenn man mit einem guten Ergebnis abschließen möchte, muss man schon fleißig sein.“

Als einziger hat Ried in seiner Technikerarbeit ein betriebswirtschaftliches Thema bearbeitet: Prozessoptimierung. „Ich habe bei Liebherr in Ehingen die Ausbildungspläne der Industriemechaniker optimiert.“ Statt eines Bauteils habe er Durchlaufpläne, Prozessketten und Checklisten angefertigt. „Am Ende sollen alle auf dem gleichen Stand sein“, erklärt Ried. Schwierig sei die Interviewführung mit den verschiedenen Abteilungen gewesen. Noch schwieriger: Einen Kompromiss zu finden. Im Endeffekt ist der aber gelungen. Für den aktuellen Ausbildungsjahrgang wurde Rieds Konzept schon übernommen. War er vor der Weiterbildung als Facharbeiter bei Liebherr tätig, wechselt er nun in das Produktionsauftragszentrum. Trotz guter Zwischenergebnisse haben noch nicht alle der Absolventen einen Job in Aussicht: „Viele suchen noch. Eigentlich ist das merkwürdig. Denn es gibt viele Stellenangebote.“

Andere lassen sich einfach ein wenig Zeit. So zum Beispiel David Ast: „Ich gehe jetzt drei Monate auf Weltreise. Das wollte ich immer schon machen. Und zeitlich hat es sich jetzt angeboten.“ Bei der Jobsuche mache er sich erst einmal keinen Stress.

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