Küken gerettet: So suchen Ehrenamtliche jetzt nach der Mutter

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 Die sieben Enten bringen die Feuerwehrleute ins Tierheim, weil von der Mutter jeder Spur fehlt.
Die sieben Jungvögel bringen die Feuerwehrleute ins Tierheim, weil von der Mutter jeder Spur fehlt. (Foto: Daniel Häfele)

Wer Hinweise zu einer möglichen Brutstätte im Wolfental oder im Stadtgebiet geben kann, möge sich mit Martin Rösler unter

E-Mail martin.roesler@nabu-bc.de in Verbindung setzen.

Einen Tag nach der aufsehenerregenden Jungvogelrettung in der Biberacher Innenstadt suchen Ehrenamtliche nun nach dem Muttertier. „Es wäre hilfreich, wenn die Bevölkerung ein wachsames Auge hätte“, sagt Manuela Schlay. Bei ihr in Warthausen sind die kleinen Waisen untergekommen, weil sie sich mit der Aufzucht von Gänsesägern auskennt.

Mehrere Passanten hatten am Donnerstagabend aufmerksam verfolgt, wie vier Feuerwehrleute insgesamt sieben Küken aus dem Stadtbach beim Holzmarkt gerettet hatten. Die Kleinen hatten offenbar ihre Mutter verloren und schwammen hilflos in dem Gewässer umher.

Tierheim informiert Warthauserin

Da unklar war, ob die Küken in der freien Natur überleben könnten, brachten die Einsatzkräfte die Findelkinder ins Tierheim. „Und die Tierheim-Mitarbeiter haben sich dann bei mir gemeldet“, sagt Schlay. Denn sie hat schon einmal einen Gänsesäger aufgezogen.

Insgesamt haben nun zwölf Vogelkinder bei Schlay ein vorübergehendes Zuhause gefunden. „Am Nachmittag hatte eine Passantin am Weberberg ebenfalls fünf Gänsesägerbabys eingesammelt“, erläutert sie. Gänsesäger nisteten vor allem hoch oben in alten Gebäuden oder Bäumen.

 So sehen weibliche Gänsesäger aus. Wer so einen Vogel im Stadtgebiet oder im Wolfental gesehen hat, möge sich mit Martin Rösler
So sehen weibliche Gänsesäger aus. Wer so einen Vogel im Stadtgebiet oder im Wolfental gesehen hat, möge sich mit Martin Rösler in Verbindung setzen. (Foto: Jost Einstein)

Gerade in städtischen Gebieten könne es passieren, dass sich Mutter und Kinder auf dem Weg zum Wasser verlieren. „Ich schätze, die gefunden Küken sind etwa drei Wochen alt“, sagt Schlay. Eventuell könnten es sich hierbei auch um zwei Bruten handeln.

Suche nach Brutstätten

Wo die Brutstätten liegen, ist unklar. Martin Rösler vom Nabu Biberach hat am Freitag mehrere Stellen abgesucht, auch beim Ratzengraben und im Wolfental. Er hatte zunächst Zweifel, ob es sich bei den Vögeln wirklich um Gänsesäger handelt. „Wenn dem so wäre, wäre das eine kleine Sensation“, sagt Rösler.

„Aus Biberach ist bisher keine Gänsesägerbrut bekannt.“ Martin Rösler 

Nachdem er die Bilder der „Schwäbischen Zeitung“ von der Kükenrettung näher betrachtet hatte, stand für ihn fest: Es sind tatsächlich Gänsesäger: „Eigentlich kenne ich diese Vogelart als Brutvögel nur aus dem Bayerischen bei der Isar-Donau-Mündung, aus Biberach ist bisher keine Gänsesägerbrut bekannt.“

 Einsatzleiter Sven Layer (links) und seine Kollegen haben die sieben Ente nacheinander aus dem Stadtbach geholt.
Einsatzleiter Sven Layer (links) und seine Kollegen haben die sieben Jungvögel nacheinander aus dem Stadtbach geholt. (Foto: Daniel Häfele)

Gänsesäger sind keine Enten. Die Säger bilden eine eigene Vogelgruppe, die einen völlig anders konstruierten Schnabel hätten als die Enten, erläutert Rösler. Sägeähnliche Zacken an der Schnabelkante und eine greifvogelähnlich nach unten gebogene Spitze des Oberschnabels ermöglichen es ihnen, Fische und andere tierische Nahrung gut festzuhalten.

Zeit bei der Suche drängt

Die Zeit bei der Suche nach dem Muttertier drängt. „Innerhalb von zwei bis drei Tagen verlieren die Vögel ihren Mutterinstinkt und erkennen danach nicht mehr ihren Nachwuchs“, erläutert die Warthauserin. Eine Aufzucht von Menschenhand sei schwierig, weil die Vögel Fähigkeiten wie Tauchen erlernen müssten. Ihre Hauptbeute sind nämlich Fische.

Wer Angaben zu einer möglichen Brutstätte im Wolfental oder im Stadtgebiet machen kann, möge sich mit Martin Rösler unter E-Mail martin.roesler@nabu-bc.de in Verbindung setzen.

Wer Hinweise zu einer möglichen Brutstätte im Wolfental oder im Stadtgebiet geben kann, möge sich mit Martin Rösler unter

E-Mail martin.roesler@nabu-bc.de in Verbindung setzen.

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