Julian Braig qualifiziert sich beim Erzberg-Rodeo souverän für den Hare Scramble

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Schwäbische Zeitung

Am laut Veranstalter „härtesten Endurorennen der Welt“ haben auch dieses Jahr wieder Fahrer des AMC Biberach teilgenommen. Beim Erzberg-Rodeo 2018 am gleichnamigen Berg im steirischen Ort Eisenerz fuhren Larissa Mayer, Thorsten Rotz und Lukas Kerler nur den Prolog, während sich Julian Braig auch dieses Jahr durch den Prolog wieder für das Red Bull Hare Scramble qualifizierte.

1716 Starter waren pro Tag beim Prolog unterwegs. Die Prolog-Strecke ist zum Teil bis zu 30 Meter breit und geht 13,5 Kilometer den Berg hoch. Jeder Fahrer hatte an zwei Tagen hintereinander die Möglichkeit, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Das bessere Resultat wurde für die Endwertung genommen. Gestartet wurde immer im 20-Sekunden-Takt. Der erste Teil der Strecke ging bereits über zwei Auffahrten des legendären Red Bull Hare Scramble den Berg hoch und war schon nach kurzer Zeit sehr ausgefahren.

Lukas Kerler fährt schon seit mehreren Jahren beim Prolog mit. Er startete als erster AMC-Fahrer. „Trotz ,niedriger‘ Startnummer 589 war die Strecke schon sehr zerbombt“, so Kerler. Er verbremste sich an mehreren Stellen und war mit seiner Geschwindigkeit nicht ganz zufrieden. Da er kurz vor der Gesellenprüfung steht, fehlte ihm aber etwas Training. Seine beiden Läufe waren zeitlich nur vier Sekunden auseinander, an Tag eins kam er damit auf Platz 1114, an Tag zwei auf 1029. Im Endresultat bedeutete dies Platz 1187 für Kerler.

Larissa Mayer dreht noch auf

Larissa Mayer nahm zum ersten Mal am Ladies Cup teil, für den 32 Frauen gemeldet hatten. Der erste Tag war der schlimmere für sie: Sie war aufgeregt und musste noch drei Stunden wegen ihrer hohen Startnummer auf ihren Start warten. Wider Erwarten verlief die erste Auffahrt recht gut, während sie zu Beginn der zweiten Auffahrt große Steine aus dem Rhythmus brachten. Nach drei vergeblichen Versuchen, den Hang hochzukommen, wurde sie die letzten zwei Meter hochgezogen. Sie beendete ihren ersten Lauf frustriert auf Platz 27 und wollte aufgeben. Ihre Vereinskameraden überredeten sie, die Rocked-Ride-Hänge zu üben. Da diese Hänge schwerer und steiler als die Prolog-Hänge sind, sie aber von Mayer ohne Probleme gemeistert wurden, entschied sie sich, weiterzumachen. Obwohl die Strecke schon ziemlich zerfahren war vom Vortag und den Fahrern vor ihr, blieb sie am Gas, bis sie oben war. Sie war sieben Minuten schneller als am Vortag und landete auf Platz 20. Damit kam sie im Ladies Cup auf den hervorragenden 21. Platz, über den sie überglücklich ist.

Auch Thorsten Roth ist Erzberg-Neuling. Die komplett unbekannte und staubige Strecke bremste ihn drei Mal aus, da er vor lauter Staub die Abzweigung nicht sah. Auf den Geraden gab er dann Vollgas und es reichte zu Platz 923. An Tag zwei kannte er die Anforderungen, konnte andere Fahrer überholen und sich auf Platz 642 verbessern. In der Gesamtwertung erreichte er Platz 773.

Julian Braig fährt auf Rang 193

Bester AMC-Fahrer war Julian Braig, der sich durch den Prolog für das Red Bull Hare Scramble qualifizieren musste. Nur 500 Starter werden dafür zugelassen. An Tag eins musste er viele langsamere Fahrer vor ihm überholen. Sichtbehinderungen durch den Staub führten einmal in einer Kurve zum Verbremsen, ansonsten verlief der Lauf recht gut für ihn. Platz 260 bedeutete eigentlich schon den sicheren Startplatz. An Tag zwei erreichte er sogar Platz 228, obwohl er durch die Umstände ausgebremst wurde: Er musste wegen eines verletzten Fahrers in Schrittgeschwindigkeit am Krankenwagen vorbeifahren. Zudem hatte er noch einen langsameren Fahrer vor sich, der partout nicht zur Seite weichen wollte. In der Gesamtwertung hatte er Platz 297 erreicht und somit startete er beim Hare Scramble aus der sechsten Reihe.

Nach einem ausgezeichneten Start war Braig nach den ersten drei Hängen bereits Dritter seiner Startreihe. Doch schon am ersten Hang hatte er Probleme mit seiner Vorderradbremse und musste immer pumpen, damit sie funktionierte. Am ersten Checkpunkt versuchte er vergebens, sie zu reparieren. Wegen des hohen Fahreraufkommens stauten sich dann die Fahrer vor Checkpoint 2 (Wasserleitung) und der Hangsektion „Three Kings“: Der Hang war überfüllt, aber nach dreißig Minuten war Braig durch. Bis kurz vor Checkpoint 7 („Ludwigs Land“) verlief dann alles ziemlich reibungslos für ihn, aber hier musste er dann wieder 30 bis 45 Minuten im Wald warten. Auch die Checkpoints „Repository“ und „Spotlight“ konnte er gut erreichen. Leider ging ihm vor Checkpoint 10 („Crossing“) die Zeit aus und dieser wurde nicht mehr gewertet. Somit konnte er neun Checkpoints vorweisen und erreichte in der Gesamtwertung Platz 193.

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