Jugendliche blicken bei Kavo und Vollmer hinter die Kulissen

Lesedauer: 4 Min
Zum Tag der Ausbildung können sich Schüler an den Maschinen in den Ausbildungswerkstätten ausprobieren.
Zum Tag der Ausbildung können sich Schüler an den Maschinen in den Ausbildungswerkstätten ausprobieren. (Foto: Birga Woytowicz)
Crossmedia-Volontärin

Die Abschlussprüfungen sind so gut wie gelaufen, der neue Lebensabschnitt für viele Schüler nicht mehr fern: Im September ist Ausbildungsstart. Bei den Betrieben trudeln aber schon neue Bewerbungen ein: für den Ausbildungsstart 2019. Die Biberacher Unternehmen Kavo und Vollmer haben zu ihrem alljährlichem Tag der Ausbildung am Freitag den Nachwuchs angelockt. Bei Betriebsführungen und praktischer Arbeit an der Maschine bekamen die Jugendlichen einen Einblick hinter die Kulissen.

Schon mit dem Tag der Ausbildung beginne die Mitarbeiterbindung, sagt Hans Wahl, Personalleiter der Vollmer Werke. Der Aktionstag liegt in den Händen der Betriebs-Jüngsten: „Unsere Azubis planen den Tag und setzen ihn letztlich auch um“, so Wahl. Für die Besucher sei das Konzept von Vorteil, sagt Nicole Gerster, Leiterin Personalentwicklung und Ausbildung bei Kavo: „Die Informationen kommen aus erster Hand.“ Das senke die Hemmschwelle bei der ersten Kontaktaufnahme.

In den Ausbildungswerkstätten herrscht Trubel: Die Jugendlichen können einen Brennstempel für Grillgut oder Pfannkuchen mit Bibermotiv anfertigen oder eine Lichtorgel löten.

Hilfreiche Bewerbungstipps

Frieder (15) bastelt an einem Brenneisen. Er möchte Elektroniker werden: „Zuhause schraube ich auch immer an Geräten herum, die gerade kaputt sind. Ein Radio zum Beispiel.“ Ein paar Stationen weiter arbeitet sich Niklas (14) gerade durch einen Einstellungstest: „Die Fragen zum Allgemeinwissen waren leicht. Aber das Kopfrechnen mit großen Zahlen schwer.“ Er weiß zwar schon jetzt, dass er Elektroniker werden will. Dennoch sei der Aktionstag hilfreich: „Hier bekommt man einige Tipps für die Bewerbungsmappe.“

Nicht alle haben klare Vorstellungen, sagt Nicole Gerster: „Manche Berufsbilder sind leider noch unbekannt.“ Das gelte etwa für den Werkzeugmechaniker oder Oberflächenbeschichter. Bedauern äußert Gerster auch darüber, dass sich kaum Haupt- und Realschüler bewerben: „Die fehlen uns. Dabei brauchen wir Fachkräfte.“ Mit einer Ausbildung sei die berufliche Entwicklung nicht zwingend abgeschlossen, ergänzt Hans Wahl: „Wer eine Ausbildung startet, kann danach immer noch studieren. Auch im Betrieb.“

Zudem halte sich das Klischee, technische Berufe seien eher etwas für Frauen, gibt Jennifer Heilmann (20) zu bedenken. Sie beendet in dieser Woche ihre Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin bei Kavo. „Man braucht zwar Mathe und Physik, muss aber nicht schwer heben.“ Laura (14) zum Beispiel trotzt den Vorurteilen. Sie bewirbt sich auf eine Stelle als Industriemechanikerin.

Eine Bewerberin ist den Betrieben nach dem Ausbildungstag schon sicher. Doch die Suche nach Kräften ist Dauerthema. Die Planungen für den Tag der Ausbildung 2019 laufen schon.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen