Jugendkunstschule will Biberach bunter machen

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 Das Juks-Team freut sich auf zwei bunte Jahre mit „Stadt Land Lust“ (von links): Volkram Zschiesche, Agathe Michalski, Hanne Re
Das Juks-Team freut sich auf zwei bunte Jahre mit „Stadt Land Lust“ (von links): Volkram Zschiesche, Agathe Michalski, Hanne Reichle, Susanne Maier, Jan Schaarschmidt, Sigrid Gütt und Anke Eichner. (Foto: Tanja Bosch)

Unter dem Motto „Stadt Land Lust“ startet die Jugendkunstschule (Juks) Biberach in zwei bunte Jahre mit vielen kleinen und großen Projekten. „Wir wollen die Stadt, in der wir leben, als Gestaltungsraum und als Spielplatz nutzen“, sagt Juks-Leiterin Susanne Maier. „Für manche Aktionen brauchen wir mehr Anlaufzeit, deshalb wird das Jahresmotto jetzt zum Zweijahresmotto.“ Geplant sind unter anderem Ausstellungen im öffentlichen Raum, eine Tanz- und Theaterperformance und möglicherweise auch die Umgestaltung eines alten Gebäudes.

Auch das neue Halbjahresprogramm der Juks, das kürzlich erschienen ist, beschäftigt sich schon mit dem Thema „Stadt Land Lust“. Es warten Veranstaltungen wie ein Foto-Workshop mit Simon Gallus oder auch ein Tag im Freilichtmuseum Kürnbach unter dem Titel „Welches leben hättest du gern?“ auf die Kinder und Jugendlichen. Ein besonderes Angebot ist auch ein Filmworkshop, der im September angeboten wird. Dort sollen die Teilnehmer einen Image-Film über die Ferienhäuser von Bruno Maurer in Uttenweiler drehen.

Wem gehört eigentlich die Stadt?

Passend zum „Stadt Land Lust“-Thema findet auch der „Blaue Salon“ am Freitag, 22. März, im Foyer der Juks statt. Die Gespräche über Kunst, Kultur und Gesellschaft finden bereits zum vierten Mal statt und beginnen um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Gäste sind unter anderem der Ulmer Baubürgermeister Tim von Winning und Yvonne Moderecker, Integrationsbeauftragte der Stadt Biberach. „Wir beschäftigen uns mit Fragen wie: Wem gehört eigentlich die Stadt? Wer darf sie gestalten? Was sind die Bedürfnisse der Bürger?“, sagt Susanne Maier. „Ich freue mich auf eine spannende Veranstaltung und spannende Gespräche.“ Schließlich sei es ein Anliegen von Jung und Alt, sich mit ihrer Stadt zu identifizieren. „Jeder soll Lust haben, in einer Stadt zu wohnen, und am besten funktioniert das, wenn man sie mitgestalten darf“, so Maier. „Dabei spielt auch der demokratische Gedanke eine Rolle.“

Juks-Dozent Jan Schaarschmidt freut sich bereits jetzt auf die vielen Projekte, die sich in den zwei Jahren entwickeln werden: „Da kommt eine spannende Zeit auf uns zu. Die Juks-Jugendlichen sind ganz besondere Kinder, die bringen so eine unglaubliche Power und Motivation mit, die ich sonst nirgends sehe.“ Er ist bei der Juks unter anderem zuständig für Graffiti-Projekte und Action-Painting. Jan Schaarschmidt würde mit den Jugendlichen gerne eine Sozialraumanalyse machen: „In einer Art Stadtrallye sollen die Kinder und Jugendlichen Fotos und Videos von der Stadt machen, später sollen sie sich das Material ansehen und es visuell verändern“, so der Juks-Dozent. „Die Kinder schlagen da mit Sicherheit Sachen vor, auf die wir nie gekommen wären.“ Am Ende soll es auf jeden Fall einen Raum geben, den die Teilnehmer umgestalten können.

„Ich würde gerne viele Dinge in Farbe tunken“, sagt Juks-Dozentin Hanne Reichle. Am liebsten würde sie Biberachs Straßen mit in ihre Projekte einbeziehen: „Wie wäre es denn, wenn wir eine Straße bunt gestalten? Es darf auch gerne glitzern.“ Am liebsten würde Hanne Reichle den tristen Wartebereich im Bahnhofsgebäude umgestalten: „Ich würde die Wände innen gerne mit pinkem Plüsch beziehen.“ Zudem könnte es einen Baum geben, der mithilfe eines elektrischen Mechanismus den Ort wechselt. „Es sollen schließlich alle Sinne miteinbezogen werden.“

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