Jugendfeuerwehr Biberach sammelt Christbäume ein

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An Heiligabend steht er in vielen Häusern festlich geschmückt, mit Kugeln, Lichtern und Lametta im Wohnzimmer – der Weihnachtsbaum. Doch spätestens nach dem Dreikönigstag verliert der immergrüne Baum seine Nadeln und muss die Wohnung verlassen. In Biberach kümmert sich die Jugendfeuerwehr um den Abtransport. An drei Tagen sammeln sie die Bäume ein.

An Heiligabend stand er in vielen Häusern festlich mit Kugeln, Lichtern und Lametta geschmückt im Wohnzimmer – der Weihnachtsbaum. Doch spätestens nach dem Dreikönigstag verliert der immergrüne Baum seine Nadeln und muss die Wohnung verlassen. Abhilfe schaffte die Biberacher Jugendfeuerwehr: Diese sammelte auch in diesem Jahr die ausgedienten Weihnachtsbäume in Biberach und Umgebung ein. Am Freitag waren rund 60 Jugendliche und Aktive der Feuerwehr in drei Gruppen unterwegs.

In der Seitengasse beim Biberacher Holzmarkt liegen bereits einige Tannenbäume und Zweige auf einem Haufen. Jugendwart Steffen Layer nimmt sich eine große Ladung Zweige und trägt sie an die Straße. Auf dem Weg dorthin fallen ihm ein paar kleinere Äste auf den Boden. Nachdem er den Großteil an der Straße abgeladen hat, geht er zurück, sammelt die verlorenen Zweige wieder auf, und bringt sie ebenfalls zu dem großen Stapel. „Hier kommt dann nachher der Lastwagen vorbei und sammelt den Stapel ein“, sagt Layer.

Als Jugendwart bei der Freiwilligen Feuerwehr Biberach koordinierte er die Sammelaktion. „Meine kleine Gruppe sammelte die Bäume rechts vom Marktplatz ein“, erklärt Layer. Bereits um 13 Uhr sei es an der Feuerwache in der Ehinger Straße losgegangen. Von da aus sind die Jugendlichen an die Sammelstellen gebracht worden. An diesem Nachmittag sammelten die drei Gruppen in der Innenstadt, im Gebiet Fünf Linden sowie in Birkendorf und Bergerhausen. „Wir müssten bis etwa 15 Uhr an der Ulmer-Tor-Straße vorne sein“, sagt Steffen Layer. Besonders zerschnittene Bäume seien da ein Hindernis, weil immer wieder Einzelteile herunterfallen. „Uns ist es am liebsten, wenn die Leute die Bäume am Stück an den Straßenrand legen“, erklärt der Jugendwart. So spare man Zeit.

David Reinhold steht in einem Hauseingang. Der 15-Jährige drückt nacheinander auf die Klingeln. Eine Frau meldet sich. Das Mitglied der Jugendfeuerwehr sagt: „Hallo, ich bin von der Jugendfeuerwehr und wir sammeln heute Christbäume gegen eine Spende.“ Die Frau erklärt, dass sie keinen Christbaum habe, und auch nicht spenden möchte. Daraufhin legt Reinhold eine Rolle gelber Säcke vor die Eingangstür und geht zum nächsten Haus. Denn die Jugendfeuerwehr Biberach sammelte nicht nur die ausgedienten Christbäume ein, sondern verteilte auch gleichzeitig gelbe Säcke an die Haushalte. „Dies übernehmen wir im Auftrag der Firma Alba“, erklärt Steffen Layer. Das Geld von dem Entsorgungsunternehmen und die Spenden gehen in die Kasse der Jugendfeuerwehr. Davon werde unter anderem ein größerer Ausflug bezuschusst, den die Jugendfeuerwehr jedes Jahr macht. Im vergangenen Jahr seien sie zum Beispiel in München gewesen und hätten dort die Therme Erding und das Deutsche Museum besucht.

Bereits seit 42 Jahren sammelten die Biberacher Jugendfeuerwehr die Christbäume ein. Da habe er schon einige kuriose Geschichten erlebt, so Layer. „Manchen Leuten müssen wir dabei helfen, den Christbaum abzuschmücken und aus dem Ständer zu nehmen, andere wollten den Baum nicht die Treppe heruntertragen und haben ihn daher aus dem Fenster geworfen.“ Doch auch diese Bäume haben die Feuerwehrleute auf ihre Stapel gepackt. Anschließend werden diese von einem Lastwagen eingesammelt.

Bäume landen im Feuer

Langsam biegt der Lastwagen, um die Ecke in die Viehmarktstraße. Am Straßenrand sind Autos geparkt, doch der Fahrer steuert sicher durch die enge Gasse. An der ersten Sammelstelle hält er an. Schnell steigen zwei Männer aus, zwei weitere postieren sich auf der Ladefläche. Sven Layer nimmt sich zwei Bäume vom Stapel, geht zur Ladefläche und wirft sie nach oben. „Sobald wir genug Christbäume geladen haben, fahren wir sie nach Mettenberg. Dort werden sie dann beim Funkenfeuer verbrannt“, sagt Sven Layer.

Gegen 17.15 Uhr erreichen die drei Betreuer und vier Jugendlichen dann das letzte Haus, an diesem Tag. „Am Samstag geht es für uns um 8 Uhr weiter, dann sind wir im Wolfental bis raus zur Waldseer Straße unterwegs“, sagt Layer. Die anderen Gruppen werden im Weißen Bild, auf dem Gigelberg und dem Weingartenberg sowie in Bergerhausen, im Talfeld, Im Sandberg und in Bachlangen die Weihnachtsbäume einsammeln.

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