Jugend forscht: Acht Regionalsieger aus Biberach

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Schwäbische Zeitung

16 Preisträger, darunter acht Regionalsieger: Für die Biberacher und Ochsenhauser Schulen und die Schülerforschungszentren (SFZ) Ochsenhausen und Bad Saulgau ist der Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ der Innovationsregion Ulm sehr erfolgreich verlaufen. Das Wieland-Gymnasium Biberach mit fünf ersten, einem zweiten und zwei dritten Preisen schnitt am besten ab. Insgesamt waren 130 Jugendliche mit 61 Projekten am Start.

Der Vorsitzende der Innovationsregion Ulm, Alb-Donau-Landrat Heinz Seiffert, zeigte sich nach einem Rundgang sehr beeindruckt von den Projekten und von der Art, wie die Jugendlichen ihre Arbeiten mit Kompetenz und Herzblut vorstellten. Die 23-köpfige Jury stand vor einer schweren Wahl.

„Was ist die Super-Soßen-Nudel?“, hatte sich der 13-jährige Florian Hölz vom Gymnasium Ochsenhausen gefragt. Er untersuchte am dortigen SFZ, welche Rolle Form und Oberflächenstruktur verschiedener Nudelsorten dabei spielen, wieviel Soße an ihnen haften bleibt. Sein Projekt brachte ihm den Regionalsieg der Sparte „Schüler experimentieren" im Fachgebiet Arbeitswelt.

Luca Braunger (13) und Tim Pfeifer (13) vom Pestalozzi-Gymnasium Biberach beschäftigten sich im Team mit Robin Schönegg (13) aus Ravensburg am SFZ Bad Saulgau mit dem Thema „Medikamente in der Sackgasse – Können Pflanzen neue Wege weisen?“ Ziel ist es, Pflanzenwirkstoffe zu finden, um bedrohlichen Infektionen mit für Menschen in ärmeren Ländern erschwinglichen Medikamenten entgegentreten zu können. Das Trio wurde bei „Schüler experimentieren“ mit dem Biologie-Regionalsieg belohnt.

In der Sparte „Jugend forscht“ war Marius Müßler (18) vom Wieland-Gymnasium Biberach im Fachgebiet Biologie mit dem ersten Platz erfolgreich. Er untersuchte am SFZ Bad Saulgau „Pflanzen im Stress“. Dazu konstruierte er extra eine Klimakammer, um ein realitätsnahes Milieu mit Tag-Nacht-Rhythmus für die Versuchspflanzen zu schaffen.

Ebenfalls Schüler am Wieland-Gymnasium und am SFZ Bad Saulgau aktiv sind Hanna Brüggemann (16), Clara Heilker (15) und Veronika Kienle (16), die mit ihrem Projekt „Mikrokunststoffe – eine Gefahr für die Umwelt“ den „Jugend forscht“-Regionalsieg in Chemie errangen. Das Trio sucht ein charakteristisches Merkmal, mit dem sich Mikrokunststoffteilchen leicht von Sand unterscheiden lassen, um die beiden Stoffe voneinander trennen zu können. Darüber hinaus tüfteln die Jungforscherinnen an einer Methode, mit der man Mikrokunststoffpartikel möglichst einfach aus Wasser entfernen kann.

„Weißer als weiß“ benennt Stefanie Kern ihre Arbeit, die ihr den 1. Preis bei „Jugend forscht“ im Fachgebiet Physik einbrachte. Die 16-Jährige ist am Wieland-Gymnasium und forscht in ihrer Freizeit in Bad Saulgau. Der Käfer Cyphochilus ist besonders weiß, bedingt durch die Oberflächen- und Innenstruktur seiner Schuppen. Stefanie Kern möchte herausfinden, wie der Käfer sein Weiß erzeugt.

Einen intelligenten Kühlschrank, der das Mindesthaltbarkeitsdatum der eingelagerten Produkte erfasst und den Benutzer auf bald ablaufende Lebensmittel hinweist, entwickelten Marvin Motzet (18) vom Wieland-Gymnasium Biberach und Marcel Mohn (17) vom Kreisgymnasium Riedlingen gemeinsam am SFZ Bad Saulgau. Mit der Unterstützung der Firma Liebherr wurde ein Prototyp gebaut, der die Jury überzeugte. Das Duo darf sich über den Regionalsieg „Jugend forscht“ im Fachgebiet Technik freuen.

In der Sparte „Schüler experimentieren“ gab es im Fachgebiet Technik einen Regionalsieg für Schüler des Wieland-Gymnasiums Biberach: Jonas Pieper (14), Philipp Schwarz (14) und Andreas Zeh (13) schafften mit ihrem Projekt „Papierrecycling" den ersten Platz. Das Trio entwickelte eine kompakte Papier-Recyclingsanlage für daheim.

Die Regionalsieger reisen nun zu den Landeswettbewerben „Jugend forscht“ in Stuttgart und „Schüler experimentieren“ in Balingen und haben in der Sparte „Jugend forscht“ die Möglichkeit, sich für den Bundeswettbewerb im Mai in Ludwigshafen zu qualifizieren.

In der Feierstunde wurden auch Schulpreise verliehen. Weil sie mehr als vier Projekte zum Wettbewerb entsandt hatten, wurden neben einigen Ulmer Schulen das Wieland-Gymnasium Biberach und das Gymnasium Ochsenhausen von IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle mit dem IHK-Schulpreis (je 250 Euro) ausgezeichnet. Das Wieland-Gymnasium Biberach erhielt zusätzlich den bundesweit verliehenen und mit 1000 Euro dotierten CTS-Schulpreis.

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