Interview zum Ostermenü: „Irgendwas aus Hefe muss auf den Tisch“

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Die Fastenzeit ist bald vorbei. Das Osterfest steht vor der Tür. Welches Menü am besten zu Ostern passt und ob es auch mal etwas richtig Gesundes sein darf? Diätassistentin Jennifer Sauter gibt Tipps zum Genießen. Tanja Bosch hat mit der AOK-Ernährungsexpertin über ein perfektes Ostermenü gesprochen.

Frau Sauter, was kochen Sie denn an Ostern?

Ich glaube, bei uns gibt es ein leckeres Schweinefilet mit Spätzle und viel Gemüse. Für die Spätzle nehme ich kein ganz verarbeitetes Mehl, also eines, das von der Typenzahl höher ist. Das sättigt länger. Zusätzlich mische ich den Teig mit Kurkuma, dann werden die Spätzle schön gelb.

Was gehört für Sie an Ostern unbedingt auf den Tisch?

Ich finde so ein richtig typisches Ostermenü gibt es gar nicht, viele laden zum Brunch ein. Was aber auf jeden Fall zu Ostern gehört, sind Eier und irgendwas aus Hefe muss an Ostern auch unbedingt auf den Tisch. Entweder der klassische Hefezopf oder eben Hefegebäck in Form von Häschen. Die kann man dann auch ein bisschen aufpeppen und sie mit einer Nussfüllung versehen. Zusätzlich würde ich noch verschiedenes buntes Obst anbieten.

Muss es immer der fette Braten sein oder gibt es eine gesunde Variante?

Es muss natürlich nicht immer der fette Braten sein, da gibt es jede Menge Alternativen dazu und auch diese schmecken. Festtage sind schließlich zum Genießen da. Vielleicht sollte man einfach darauf achten, nicht in die typischen Fettfallen zu tappen. Alles mit Blätterteig ist beispielsweise eine solche Fettfalle oder auch das beliebte Weißwurst-Frühstück. Da gibt es bestimmt eine gesündere Variante, denn die Weißwurst ist ein sehr verarbeitetes Produkt, das zudem einen hohen Fettanteil besitzt.

Wie stellen Sie sich ein gesundes Ostermenü vor?

Ich würde da mit Fleischstücken vom Metzger arbeiten. Dort kann man sich sein Fleisch selbst aussuchen. Viel Gemüse und eine herzhafte Beilage müssen aber natürlich auch sein. Wichtig ist für mich, regional und saisonal einzukaufen. Beim Obst ist das ähnlich. Weil gerade aktuell keine Erdbeerbaison ist, würde ich Tiefkühlerdbeeren bevorzugen, sie pürieren und auf dem Nachtisch anbieten. Für mich gehört das zum Frühling dazu.

An Ostern steigt der Verzehr von Eiern. Ist das überhaupt so gesund?

Eier liefern unserem Körper einerseits hochwertiges Eiweiß, dieses kann unser Körper ganz leicht zu körpereigenem Eiweiß umbauen. Auch enthält es wertvolle Vitamine, Mineralstoffe, aber andererseits auch Cholesterin, weswegen sie ein bisschen in Verruf geraten sind. Normalerweise regelt das unser Körper selbst, denn bei einer hohen Cholesterinzufuhr aus der Nahrung wird die körpereigene Cholesterinproduktion gedrosselt. Dennoch wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen, maximal drei Eier pro Woche zu essen. Wer an Ostern also zu viele Eier isst, sollte danach einfach ein bisschen auf den Verzehr achten.

Haben Sie Tipps und Tricks? Irgendwelche Lieblingsrezepte?

Wer an Ostern Gäste hat, tut gut daran, alles vorzubereiten und das Fleisch im Backofen fertigzugaren. Das mache ich ganz gerne: Ich brate das Fleisch kurz in der Pfanne an und schiebe es bei niedriger Temperatur in den Backofen. So hat man Zeit für seine Gäste und man braucht nicht zu viel Fett. Es ist super, wenn man so ein Garthermometer wie für den Grill in der Küche besitzt. Damit bringe ich das Fleisch perfekt auf den Tisch. Beim Nachtisch lassen sich die einen oder anderen Kalorien sparen, wenn ich Produkte austausche. Ich bereite beispielsweise die Creme für das Tiramisu mit Vanillepudding und Quark statt mit Mascarpone und Ei zu. Das ist dann die leichtere und bewusstere Alternative. Ansonsten ist es ganz wichtig, dass das Essen trotz allem ein Genuss bleibt.

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