In zehn Jahren 773 Teilnehmer qualifiziert

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Über zehn Jahre BBZ freuten sich (v. l.) Petra Alger, Alexander Weiß, Roland Hüber, Christian Geier, Peter Wittmann und Jo Bröse
Über zehn Jahre BBZ freuten sich (v. l.) Petra Alger, Alexander Weiß, Roland Hüber, Christian Geier, Peter Wittmann und Jo Brösele, der mit Schalk durch den Abend führte. (Foto: Jürgen Emmenlauer/St.-Elisabeth-Stiftung)
Schwäbische Zeitung

Impulse zum Thema Inklusion, kesse Einlagen und viel Ermutigung: Mit einem kurzweiligen Festakt hat das Berufliche Bildungszentrum (BBZ), Teil des Heggbacher Werkstattverbunds der St.-Elisabeth-Stiftung, sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.

773 Teilnehmer, Langzeitarbeitslose zumeist, haben bisher die individuell abgestimmten Maßnahmen des BBZ in den Bereichen Aktivierung und Qualifizierung durchlaufen. 188 wurden bis heute erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Dazu kommen noch einmal mehr 500 Teilnehmer mit Beeinträchtigungen, die den Berufsbildungsbereich absolviert und danach in einer der Werkstätten für behinderte Menschen oder einer Werkgemeinschaft eine Arbeit gefunden haben. Das ist die bisherige Bilanz des aktuell an vier Standorten in Biberach, Laupheim und Ehingen präsenten BBZ, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Leiter Christian Geier stellte die Zahlen und die Entwicklung der Einrichtung vor. Derzeit kümmern sich dort 24 Mitarbeiter in acht laufenden Maßnahmen um 145 Teilnehmer.

„Unser vielseitiges Engagement im Bereich der beruflichen Bildung kann sich sehen lassen“, befand Peter Wittmann, der Vorstandssprecher der St.-Elisabeth-Stiftung. Petra Alger, Sozialdezernentin des Landkreises Biberach, und Ralf Gleißner, Rehaberater der Agentur für Arbeit, bestätigten diese Einschätzung in ihren Grußworten. Die Zusammenarbeit klappe hervorragend, hob Gleißner hervor. Die Einrichtung sei „ein wichtiger Lotse in den Arbeitsmarkt“, befand Alger. Sie strich die Erfolge bei der Vermittlung von Menschen mit Suchtkrankheiten heraus, die landesweit Beachtung gefunden hätten.

Dass der Festakt auch eine heitere Note bekam, dafür sorgte Jo Brösele. Roland Hüber, Geschäftsbereichsleiter des Heggbacher Werkstattverbunds, hatte den Comedian den Mitarbeitern des BBZ als „Geschenk“ überreicht, freilich nur auf Zeit. Brösele revanchierte sich mit einer live angefertigten Karikatur, ließ das große Plenum „Freude schöner Götterfunken“ mit Glocken intonieren, animierte es zum Chorgesang und konnte dabei in strahlende Gesichter blicken. Auch die zwischendrin eingeflochtenen Beiträge der Bruno-Frey-Musikschule kamen sehr gut an.

Hüber hob auf den hohen Stellenwert von Bildung für die Gesellschaft und jeden Einzelnen ab. Bildung sei der Erfolgsfaktor schlechthin. Das BBZ hat bereits 2011 den „Innovationspreis Integration“ des Landessozialministeriums eingeheimst.

Wann Inklusion funktioniert

Im Festvortrag beleuchtete Sonderpädagogik-Professor Erhard Fischer, Emeritus der Julius-Maximilian-Universität Würzburg, Inklusion aus wissenschaftlicher Sicht. Tenor: Anders als früher gedacht, gelte der Ansatz mittlerweile durchaus als erfolgversprechend, wobei dies stark abhängig sei vom jeweiligen Individuum. Immerhin 80 Prozent einer untersuchten Gruppe von 300 Personen mit Beeinträchtigungen habe auf dem ersten Arbeitsmarkt über einen längeren Zeitraum Fuß fassen können. „Allerdings müssen dazu eine ganze Reihe an Voraussetzungen erfüllt sein“, sagte Fischer und nannte bei den Aspiranten in erster Linie eine hohe Motivation sowie ihr soziales und ihr Arbeitsverhalten. Dagegen würden ihre kognitiven Kompetenzen weitaus weniger stark ins Gewicht fallen, als vielfach vermutet. „Viele Dinge entwickeln sich oft erst beim praktischen Versuch, etwa während eines Praktikums“, erläuterte der Pädagoge. „Sie ruhig einiges ausprobieren lassen“, lautet daher sein Ratschlag. Dass bei Menschen mit Behinderung der Wunsch nach einem „selbstbestimmten Leben“ steige und sie zunehmend „mehr Regiekompetenz“ beanspruchten, dürfe nicht ignoriert werden. Die Arbeitgeberseite müsse stark auf die Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit achten und die soziale Integration in die Belegschaft befördern.

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