In der Kirche erklingt auch Tangomusik

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Michael Bischof (v. l.) und Thomas Bodenmüller spielten beim Neujahrskonzert festliche Klänge.
Michael Bischof (v. l.) und Thomas Bodenmüller spielten beim Neujahrskonzert festliche Klänge. (Foto: Josef Aßfalg)
Josef Aßfalg

Festliche Trompeten- und Orgelklänge haben am Neujahrstag die Biberacher Dreifaltigkeitskirche erfüllt. Das gut besuchte Konzert mit Michael Bischof (Trompete) und Thomas Bodenmüller (Orgel) stand unter dem Motto „Von Bach bis zum Tango“.

Mit der Instrumentenkombination Trompete und Orgel kommen vorwiegend Komponisten und ihre Werke aus dem Barock zur Aufführung. Bischof und Bodenmüller starteten mit glanzvollen, barocken Werken von Tomaso Albinoni (1671 – 1751) und Johann Sebastian Bach (1685 – 1750). Nach der Musik aus dem Zeitalter des Barock war der nächste musikalische Block im Programmheft mit „Ohrwürmer aus drei Epochen“ betitelt. Mit der gefühlvollen Melodienkette der Trompete drückte Michael Bischof bei „Jesus bleibet meine Freude“, von J. S. Bach, den festlichen Überschwang barocker Religiosität aus. Nach „Laudate Dominum“ von Mozart (1756 – 1791) folgte das ergreifende „Panis Angelicus“ vom französischen Komponisten César Franck, für Flügelhorn und Orgel.

Mit den Stücken „Libertango“ und „Tanz der Engel“, vom argentinischen Tangokönig Astor Piazolla (1921 – 1992), machten die Akteure einen Ausflug in eine weitere Epoche. „Libertango“ ist eines der berühmtesten Werke von Piazolla, der den Tango seit den 1950er-Jahren neu belebte. Bewegende und melancholische, aber auch zugleich aggressive und lebendige Musik, getragen von der Akustik des Kirchenraums, zeichneten den „Libertango“ aus. Neben verschiedenen Trompeten, teilweise mit Dämpfer, brachte Michael Bischof bei diesem Stück auch das Flügelhorn zum Einsatz.

Zum Abschluss folgte mit „Concerto D-Dur“ noch einmal Musik von Bach. Zwischen diesen Kompositionen waren die Orgelwerke „Präludium C-Dur“ (Bach), „Toccata aus der 5. Symphonie“ (Widor) und die „Toccata d-moll“ von Albert Renaud (1855 – 1924), eingebettet.

Thomas Bodenmüller, ein exzellenter Interpret und Könner an der Orgel, spannte einen stilistischen Bogen zu den einzelnen Epochen und nutzte dabei die klanglichen Farben der Orgelregister aus. Mit Gefühl, tonlicher Brillanz und perfekter Spieltechnik auf den Trompeten und auf dem Flügelhorn bot Michael Bischof eine grandiose bläserische Leistung. Mit dem Blick zu den Musikern auf der Orgelbühne dankte das Publikum am Schluss mit langem Applaus, den Bischof und Bodenmüller mit zwei Zugaben quittierten.

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