Imposante Klänge in der Friedenskirche

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70 Musiker feierten 100 Jahre Biberacher Posaunenchor mit einem Konzert in der Friedenskirche.
70 Musiker feierten 100 Jahre Biberacher Posaunenchor mit einem Konzert in der Friedenskirche. (Foto: Gerhard Trüg)
Gerhard Trüg

100 Jahre Posaunenchor in Biberach. Das war der Anlass für ein Abschlusskonzert mit über 70 Posaunenchoristen aus der Region Biberach. Vorausgegangen war diesem Konzert ein Workshop, für den der bekannte Komponist, Arrangeur, Kantor und Dozent für Popularmusik an der Universität der Künste in Berlin, Michael Schütz, gewonnen werden konnte. Dabei bereitete er die vielen Musiker auf das Abschlusskonzert am Samstag, 9. November in der Friedenkirche vor.

In seiner Begrüßung ging Pfarrer Peter Schmogro kurz auf die geschichtliche Bedeutung dieses Datums in den letzten 100 Jahren deutscher Geschichte ein, so zum Beispiel auf die friedliche Revolution und den Fall der Berliner Mauer.

Michael Schütz brachte seine eigene kleine Band mit, die sich mit E-Bass, Schlagzeug und er selbst am Keyboard, wunderbar in den Blechbläsersound integrierte. Zusammen mit dem imposanten Posaunenchor führten sie populäre Blasmusik auf, aber auch sechs Lieder verschiedener Ausrichtungen, wie „Bunt sind schon die Wälder“, „Die Gedanken sind frei“, und Kirchenlieder wie „Vertraut den neuen Wegen“, und „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, die von den Zuhörern gesungen und von den Instrumentalisten begleitet wurden.

Alle Titel, auch die kunstvollen Arrangements zu den Liedern, stammten aus der Feder von Michael Schütz.

Gleich zu Beginn konnte man beim Eingangsstück „Popfanfare“ die kompositorische Handschrift von Michel Schütz hören. Der Posaunenchor, mit seinen zahlreichen Trompeten, Hörnern, Flügel- und Tenorhörnern, mit seinen Posaunen, Tuben und dem Sousaphon, spielte gekonnt die volltönende langsame Einleitung. Es folgte ein schneller popiger Teil, mit dem eingängigen rhythmischen Thema, das von den melodieführenden Trompeten gespielt und den tieferen Bläsern und der Band harmonisch mit einer Art Gegenmelodie unterfüttert wurde.

Der Posaunenchorleiter Dierk Jacob führte durch das Konzert, das unter dem Motto „Come together“ stand.

Ein musikalischer Leckerbissen war das Instrumentalstück „Bekenntnis und Taufe“, bei dem Michael Schütz zwei alte Kirchenlieder, „Wie glauben Gott im höchsten Thron“ und „Liebster Jesu wir sind hier“ miteinander verbindet. Gekonnt kombiniert der Komponist dabei die verschiedenen Klangfarben der hohen und tiefen Blechblasinstrumente und lässt diese kontrastierend gegeneinander antreten. Die beiden Liedmelodien werden auf diese Weise plastisch miteinander und gegeneinander geführt. Michael Schütz wechselte vom Dirigentenpult zum Keyboard und der Bezirksposaunenwart Markus Schließer übernahm das Dirigat.

Es folgten zwei Stücke im Klezmer-Stil, bei dem besonders das Instrumentalstück durch das rhythmisch angelegte Thema mit seinen Tonfolgen die jüdische Volksmusik zum Klingen brachte.

In schöner Geschlossenheit spielte der Jubiläumsposaunenchor das Stück „The Royals“, das in der Tat durch seine Melodieführung „very british“ klang.

Damit sich der Posaunenchor etwas erholen konnte, spielte die Band das Stück „Swing Blues“, eine freie Improvisation im Zwölftaktigen Blues-Schema, bei dem alle Instrumente nacheinander eigene Improvisationen spielen konnte.

Bevor zum Abschluss das getragene „Impressions“ erklang, dankte Pfarrer Schmogro allen Beteiligten und sprach den Segen.

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