Im Stream: So lief das SZ-Wahlstudio mit der SPD

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Die fünfte Folge des SZ-Wahlstudios zur Biberacher Gemeinderatswahl hat sich mit der SPD beschäftigt. Lutz Keil und Elise Allgaier sprachen mit SZ-Redaktionsleiter Gerd Mägerle in einem 30-minütigen Livestream über ihre kommunalpolitischen Ziele. Als Wahlziel haben sich die Sozialdemokraten sieben Sitze gesetzt, was einem Sitz mehr als in der aktuellen Amtsperiode entspricht.

Mit Lutz Keil war im Wahlstudio der dienstälteste Biberacher Stadtrat zu Gast. Seit 1989 sitzt er im Rat und hat offenbar noch nicht genug von den Debatten. Aus seiner Sicht gebe es zwei Gründe, warum er erneut kandidiert. Einerseits führte er die Verbundenheit mit den Menschen in seiner Fraktion an. Andererseits gebe es in der Stadtpolitik eine neue Phase, in der die Klimafrage eines der brennendsten Zukunftsthemen sei. Dieses neue Kapitel wolle er mitgestalten.

Lutz Keil (links) und Elise Allgaier waren in der fünften Folge des SZ-Wahlstudios mit Gerd Mägerle zu Gast.
Lutz Keil (links) und Elise Allgaier waren in der fünften Folge des SZ-Wahlstudios mit Gerd Mägerle zu Gast. (Foto: Daniel Häfele)

Wie die bisherigen Gäste bat die Redaktion auch die Sozialdemokraten, einen Gegenstand mitzubringen. „Listenneuling“ Allgaier entschied sich für eine Wasserwaage. „Diese soll symbolisieren, dass alles im Lot sein sollte, auch was das soziale Miteinander angeht“, sagte sie. Lutz Keil hielt eine Tabakpfeife an Erinnerung an sein „großes Vorbild“, den Philosophen Ernst Bloch, in den Händen: „Er war Marxist und deshalb Tolerant.“ Wirkliche Heimat sei nur dort, wo Demokratie ist, zitierte er Bloch.

In dem Talkformat sprach Gerd Mägerle mit den Vertretern über mehrere Themen: autofreier Marktplatz, Quote an Sozialwohnungen bei Neubauprojekten, Maßnahmen gegen das Bienensterben, die Sanierung von Schulen oder das interkommunale Industriegebiet Rißtal. Auch Thema war, was dafür getan werden kann, damit junge Leute in Biberach bleiben. Allgaier war es dann, die aus einer Box vier Zettel mit Statements ziehen sollte.

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs

„Die Stadt kümmert sich um die Einrichtung eines Programmkinos“, lautete die erste von Allgaier gezogene Aussage. Keil äußerte, die Verwaltung solle eher einen privaten Betreiber dabei unterstützen. Beim Statement „Die Teilorte Ringschnait und Stafflangen müssen besser in den Stadtbusverkehr eingebunden werden“ wurde er dann deutlicher: „Auf jeden Fall.“ Es gehe der SPD nicht nur um günstigere Preise, sondern auch um die Verlässlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs. 

Bei „Die Trinkwasserversorgung, derzeit bei der Ewa Riss, kommt wieder in städtische Hand“ zitierte Keil nochmals Ernst Bloch: „Das ist eine Utopie.“ Auf das Statement „Die Stadt Biberach bietet Bauherren künftig wieder preisgünstiges Bauen an“ entgegnete er: „Die Idee ist in jedem Fall richtig.“ Die SPD habe dies unterstützt. Wie dies umgesetzt worden ist, könne und müsse kritisiert werden. Aus seiner Sicht liege das aber auch an der Personalnot bei der Stadtverwaltung. Die „Vertiefung des Engagements“ habe nicht ausgereicht, um die ein oder andere Katastrophe zu verhindern. 

Zuschauerfragen besprochen

Besprochen wurden auch Fragen der Leser. Eine Zuschrift beschäftigte sich mit einer Vermüllung der Stadt. „Vielleicht könnten mehr Mülleimer aufgestellt werden“, sagte Allgaier. Zudem sollten Bürger jene freundlich ansprechen, die Dinge auf den Boden werfen. Ähnliches gelte bei den Steinewerfern vom Gigelberg, so Keil. Leider sei der Zaun im Moment notwendig, um die Gemüter zu beruhigen. Gleichzeitig sei aber Zivilcourage gefragt. Bürger sollten auf dem Heimweg über den Berg gehen und die Jugendlichen freundlich ansprechen. Ein Zaun alleine reiche nicht aus, um die Lage in den Griff zu bekommen.

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