Hospizlichter leuchten im Landkreis Biberach

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Unterstützen die Gemeinschaftsaktion „Hospizlicht“: (vorn von links) Dr. Michaela Mohl, Heike Heß, Silke Jones, (hinten von link
Unterstützen die Gemeinschaftsaktion „Hospizlicht“: (vorn von links) Dr. Michaela Mohl, Heike Heß, Silke Jones, (hinten von links): Professor Egon Lanz, Tobias Bär und Wolfgang Preiss-John. (Foto: Jürgen Emmenlauer/St.-Elisabeth-Stiftung)
Schwäbische Zeitung

Der Welthospiz- und Palliativcaretag am 10. Oktober steht unter dem Titel „Solidarität bis zuletzt“. Erneut beteiligen sich mehrere Institutionen aus dem Landkreis Biberach mit der Aktion „Hospizlicht“.

„Die Sterbenden sind wichtig, weil es sie gibt. Sie sind bis zum letzten Augenblick ihres Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können.“ Diese tiefgreifenden Worte von Cicely Saunders stehen für die nunmehr zweite Gemeinschaftsaktion „Hospizlicht“ mehrerer Institutionen aus dem Landkreis Biberach zum Welthospiz- und Palliativcaretag am Samstag, 10. Oktober. So ist an diesem Tag auf dem Biberacher Wochenmarkt ein Verkaufsstand geplant. In der Zeit von 8 bis 12 Uhr können die Hospizlichter zum Preis von zwei Euro oder für eine Spende an die Hospizarbeit erworben werden. Erhältlich sind die Kerzen ab Montag, 5. Oktober, bei der Sonnenapotheke am Obstmarkt 5 und in der Stadtbuchhandlung am Marktplatz 51 in Biberach.

2700 Hospizlichter stehen bereit, die vom Förderverein Hospiz im Landkreis finanziert wurden. In den Mittelpunkt wollen die Verantwortlichen bei der Gemeinschaftsaktion das Miteinander stellen und damit unterstreichen, dass alle am gleichen Strang ziehen.

Zielsetzung ist, dass am 10. Oktober ab der Dämmerung in möglichst vielen Fenstern ein „Hospizlicht“ brennt. Dieses Hospizlicht ist eine kleine Kerze mit dem Spruch von Monika Minder „Durch die Finsternis leuchtet auch das schwächste Licht wie ein Sonnenstrahl“. Zudem wollen die ambulanten Hospizgruppen – Biberach, Ochsenhausen-Illertal, Laupheim, Bad Saulgau, Riedlingen und Schwendi-Wain – die Kerzen auch in ihre Einsatzbereiche tragen.

Bei der Gemeinschaftsaktion dabei sind das Hospiz Haus Maria in Biberach der St.-Elisabeth-Stiftung, die Sana-Kliniken, der Förderverein Hospiz vom Landkreis Biberach, die Hospizstiftung Biberach sowie die Caritas Biberach-Saulgau mit der Arbeitsgemeinschaft ambulante Hospizdienste und nicht zuletzt die Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung (SAPV) mit Sitz in Biberach. „Diese Hospizlichter sollen ein Symbol dafür sein, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und es Menschen gibt, die unterstützen können, den letzten Weg in Würde zu gehen“, betont Tobias Bär, Leiter des Hospizes Haus Maria in Biberach. Silke Jones von den ambulanten Hospizgruppen unterstreicht: „Unsere ehrenamtliche Arbeit zielt darauf ab, dahin zu gehen, wo die Menschen zu Hause sind. Das Licht ist ein wichtiges Zeichen der Menschlichkeit und Wärme.“ Dr. Michaela Mohl, Oberärztin für Anästhesiologie und Schmerztherapien der Kreisklinik in Biberach, greift das gut aufgestellte Netzwerk in der Sterbebegleitung und Palliativversorgung auf. „Wir bieten mit unseren bis zu zehn Palliativbetten die klinische Ergänzung zu den ambulanten Diensten.“ Professor Egon Lanz, Vorsitzender Förderverein Hospiz im Landkreis Biberach, sieht seine Institution als wertvolle Nahtstelle für die Hospizarbeit, da ohne Zuschüsse vieles nicht realisierbar wäre.

Der Erlös Aktion „Hospizlicht“ soll an die Hospizgruppen fließen. Auch für Heike Heß, Leiterin Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung, und Wolfgang Preiss-John, Hospizstiftung Biberach, steht bei der Aktion „Hospizlicht“ das Hand-in-Hand-Schaffen, sprich das Miteinander und die Solidarität für die Schwerkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen, im Fokus. Wobei Heike Heß auch am Herzen liegt, das Thema Sterben aus der Tabuzone zu holen. Letzteres ist auch Hospizleiter Tobias Bär wichtig: „Wir wollen den Hospizgedanken in die Öffentlichkeit tragen, um den Menschen das Bewusstsein für die Hospiz- und Palliativarbeit zu öffnen. Diese bedeutet vor allem, schwerkranken Menschen bestmögliche Lebensqualität zu bieten. Überdies die Angehörigen so zu begleiten, dass sie in der Lage sind, den Verlust in ihr Leben zu integrieren.“

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