Hochwasserproblem treibt viele Riß-Anwohner um

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Rund 40 Besucher kamen zum Ortstermin, bei dem es um die Renaturierung des Rißkanals ging.
Rund 40 Besucher kamen zum Ortstermin, bei dem es um die Renaturierung des Rißkanals ging. (Foto: SZ- Gerd Mägerle)
Schwäbische Zeitung
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Voraussichtlich 2017 soll der rund 800 Meter lange Rißkanal, der die Rißinsel auf der westlichen Seite umfließt, im Auftrag des Landes renaturiert werden. 250000 Euro will das Land dafür zur Verfügung stellen. Am Mittwochabend fand eine erste Bürgerinformation vor Ort statt. Dabei wurde deutlich, dass die Anwohner vor allem die Sorge vor mehr Hochwasser im Zuge der Umgestaltung umtreibt. Rund 40 Interessierte waren zu dem Termin gekommen.

Der Dauerregen am ersten Maiwochenende und die in der Folge vollgelaufenen Keller im Bereich der Riß haben bei den Anwohnern nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So wurden die Vorschläge für eine Renaturierung, die die Vertreter von Regierungspräsidium (RP) und zuständigem Planungsbüro „365 Grad“ aus Überlingen anregten, vor allem unter Hochwassergesichtspunkten kritisch hinterfragt. „Die Situation wird sich nicht verschlechtern, teilweise vielleicht sogar verbessern“, betonte Ute Hellstern vom Landesbetrieb Gewässer des RP.

Ihre Behörde sehe im und um den 1932 angelegten Rißkanal teilweise große ökologische Defizite. Dies liege an seinem geradlinigen Verlauf, dem hohen Gefälle, dem befestigten Ufer und der hohen Fließgeschwindigkeit des Wassers. Dies mache es verschiedenen Lebewesen schwer, sich dort anzusiedeln.

Christian Seng vom Büro „360 Grad“ stellte noch keine konkreten Pläne vor, sondern Idee, wie eine Renaturierung gelingen kann. So soll die Riß in bestimmten Bereichen des Kanals aufgeweitet und – mit Einschränkungen – sich selbst überlassen werden. „Das kann bei Hochwasser eine gewisse Entspannung bringen“, sagte Seng. Er betonte aber, dass der Fokus seiner Planung auf der Renaturierung und nicht auf Hochwasserschutzmaßnahmen liege.

Fuß- und Radweg trennen

Ein weiterer Vorschlag des Planers war auch, den Fuß- und Radweg, der neben dem Kanal verläuft, in einen Radweg und einen gemütlichen Spazierweg aufzuteilen, weil die Radler in diesem Bereich doch sehr schnell unterwegs sind. Diese Anregung fand größtenteils Zustimmung bei den Besuchern. Genauso einig waren sie sich auch darin, dass möglichst keiner der alten Bäume für eine Aufweitung des Bachbetts gefällt werden soll.

Seng regte an, zur Aufweitung der Riß ein Stück des Bolzplatzes auf der Rißinsel zu nutzen. Außerdem könne man das Wasser auch noch stärker in den Spielplatz integrieren. Ob die zugesagten 250000 Euro ausreichen, um viele der Wünsche zu erfüllen, konnte der Planer am Dienstag noch nicht sagen. „Wir werden mit dem Geld irgendwie zurecht kommen“, sagte Seng. Möglicherweise beteilige sich die Stadt ja auch freiwillig noch mit einem Betrag an der Maßnahme, sagte Hellstern.

Eine Vorstellung von ersten Planungen soll bei einer weiteren Veranstaltung im Juni erfolgen.

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