Hochschulverbund „Innosüd“ nimmt offiziell seine Arbeit auf

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Vier Hochschulen, zwei Bundesländer und ein Ziel: Die Region Biberach/Ulm soll mittelfristig zu den 25 wettbewerbsfähigsten Regionen Europas gehören. Möglich machen soll dies das millionenschwere Projekt „Innosüd“. Die Hochschulen Biberach, Neu-Ulm, Ulm und die Uni Ulm wollen künftig in mehreren Bereichen eng zusammenarbeiten. Am Donnerstag ist der offizielle Startschuss für das durchaus ehrgeizige Vorhaben in Biberach gefallen.

Die Region zwischen Biberach und Ulm soll mittelfristig zu den wettbewerbsfähigsten in Europa zählen – dieses Ziel hat sich der Verbund „Innosüd“ gesetzt. Teil des Ganzen sind die Hochschulen Biberach (HBC), Neu-Ulm, Ulm und die Universität Ulm. Insgesamt 14 Millionen Euro an Fördermittel erhalten die Einrichtungen in den nächsten fünf Jahren dafür. Offizieller Startschuss für das Vorhaben war am Donnerstag in der HBC mit 250 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.

Ein Löwe ziert das Logo von „Innosüd“. Zufällig ist dieses Tier nicht gewählt, spielt es doch im baden-württembergischen als auch im bayerischen Wappen eine zentrale Rolle. Im Rudel lebend, kämpferisch und schlau – Eigenschaften wie diese werden Löwen zugeschrieben. Und diese Attribute möchte sich dem Vernehmen nach auch „Innosüd“ zu eigen machen. Um in der Sandwichposition zwischen Stuttgart und München bestehen, vielleicht sogar herausstechen zu können, tun sie sich zusammen. Und so betraten die Rektoren/Präsidenten André Bleicher (HBC), Uta M. Feser (Hochschule Neu-Ulm), Volker Reuter (Hochschule Ulm) sowie Michael Weber (Uni Ulm) gemeinsam die Bühne bei der Auftaktveranstaltung.

Miteinander statt Gegeneinander

„Wir haben eine klare Vision, verbunden mit einem hohen Anspruch“, so Bleicher in seiner Begrüßung. Energie, Mobilität, Gesundheit/Biotechnologie sowie Transformationsmanagement lauten die Themen, bei welchen die Hochschulen die Region voranbringen möchten, wie Reuter skizzierte. Mit dem Transformationsmanagement wollen die Hochschulen Innovationspotenziale in Unternehmen und Organisationen aufspüren.

„Die Hochschulen bringen ihre anwendungsnahe Forschung ein und die Universität ergänzt grundlagenorientierte Wissenschaft. Wie gut diese Partnerschaft funktioniert, zeigt beispielsweise die hervorragende Zusammenarbeit mit der Hochschule Biberach im Bereich pharmazeutische Biotechnologie“, erläuterte Weber das Konzept. Die Besonderheit dabei: Es wird länderübergreifend zusammengearbeitet, Donau und Iller sollen nicht länger eine Grenze sein.

Wie Feser erläuterte, soll das Miteinander von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gefördert werden: „Dadurch werden Ideen, Erfahrungen und Wissen über die Landesgrenzen hinaus ausgetauscht und jeder profitiert vom anderen.“ Kurz zusammengefasst geht es bei „Innosüd“ also darum, alle in der Region zusammenzubringen, um durch Innovationen den Wohlstand im Land zu sichern.

Mittelständler erhalten Hilfe

Wie wichtig dies ist, machte die Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg, Theresia Bauer (Grüne), deutlich. Zwar zählten Bayern und Baden-Württemberg schon jetzt zu den innovationsstärksten Ländern, aber man dürfe sich auf den Erfolgen nicht ausruhen. Die Digitalisierung würde alle Lebensbereiche – von der Mobilität bis zur Gesundheit – verändern. Sie mahnte: „Wir müssen selber die Veränderer sein, wir dürfen nicht nur hinterherlaufen.“

Veränderungen entstünden aber nicht nur durch Wissen. „Das Wissen muss auch in die Praxis umgesetzt werden“, so die Ministerin. Sie lobte das Konzept von „Innosüd“, in den vier genannten Bereichen würden die Lösungen von Morgen gefunden. Kleine und mittelständische Unternehmen erhielten Unterstützung. Sie war sich am Donnerstag sicher: Der Löwe im Logo von „Innosüd“ lernt nicht nur zu laufen, er setzt sogar zum Sprung an.

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