Hochschule Biberach fordert mehr Geld

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André Bleicher
André Bleicher (Foto: Saettele)
Schwäbische Zeitung

1000 Euro pro Student und Jahr – mit dieser plakativen Forderung zieht André Bleicher, Rektor der Hochschule Biberach (HBC) in die Verhandlungen mit der Landesregierung über den Hochschul-Finanzierungsvertrag 2020. Diese haben nun begonnen.

Eine deutlich bessere Finanzierung hat die (HBC) bereits zu Jahresbeginn gemeinsam mit den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg (HAW) gefordert und angekündigt, sich dafür in den kommenden Monaten aktiv einzusetzen (SZ berichtete). Nun haben die Verhandlungen begonnen. Erstmals traf sich Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) mit ausgewählten Vertretern der Universitäten und Hochschulen des Landes Baden-Württembergs. Bei dem Treffen machten Politik und Wissenschaft ihre Positionen deutlich.

Die Forderungen fallen – je nach Hochschulart – im Detail unterschiedlich aus, die grundsätzlichen Argumentationslinie aber gleichen sich: Mehr Mittel pro Studierendem und Jahr; eine Verstetigung der Programmfinanzierung, die Rückkehr zum Finanzierungsniveau eines früheren Ausgangsjahres. Die HBC als Hochschule für Angewandte Wissenschaft ist, so Rektor Bleicher, mit der klaren Anforderung „1000 Euro pro Studierendem und Jahr“ in die Verhandlungen gestartet. Darüber hinaus setze sich die Hochschulleitung für die Rückkehr zum Finanzierungsniveau von vor zehn Jahren ein. Seither nämlich seien die Studierendenzahlen an der HBC kontinuierlich angestiegen, ebenso die Anforderungen und Aufgaben.

Die Grundfinanzierung dagegen sei um die Hälfte und vor allem auf ein nicht mehr tragbares Niveau gesunken, teilt die HBC mit. „Wir benötigen mehr Geld im System und eine weitreichende Verstetigung der Finanzierung“, sagt Bleicher, „anderenfalls können die für Wirtschaft und Innovation wichtige Lehr- und Forschungstätigkeit der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften nicht gewährleistet werden.“

Grundlage der aktuellen Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg ist der sogenannte „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“, den Bund und Länder Anfang Mai als Kompromiss beschlossen haben. Die Vereinbarung basiert auf einer Grundfinanzierung aller Hochschulen durch den Bund, vorausgesetzt das jeweilige Bundesland sichert Mittel in derselben Höhe zu.

Landeszusage steht noch aus

Bis 2023 will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jährlich rund 3,8 Milliarden Euro und ab 2024 dann 4,2 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Die notwendige Zusage für die vereinbarte Finanzierungsbeteiligung durch das Land Baden-Württemberg steht noch aus – in Stuttgart machten den Vertreter der HAW, darunter der Vorsitzende der Rektorenkonferenz Bastian Kaiser, deshalb die Anforderungen an die Finanzierungsverhandlungen persönlich deutlich:

• Verstetigung des Studienplatzangebots und Übertragung der Programmmittel des Landes in die Grundfinanzierung.

• Umsetzung des „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ auf Landesebene. Dies umfasst die Aufnahme der Bundesmittel in die Grundfinanzierung sowie transparente Verteilungskriterien.

• Eine Dynamisierung der Grundfinanzierung um jährlich drei Prozent.

• Mehr Hochschulautonomie beim Einsatz von Mitteln, bei der Weiterentwicklung des Portfolios der Studienangebote sowie bei der flexibleren Verteilung der Lehrverpflichtung

Für die kommenden Wochen sind weitere Gespräche mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer geplant, an denen auch die Rektoren und Kanzler der baden-württembergischen Hochschulen beteiligt sein werden. Auch die einzelnen Institutionen werden die Forderungen an den Hochschul-Finanzierungsvertrag intensiv diskutieren – in ihren Gremien sowie mit politischen Vertretern auf Regional- und Landesebene. „Die HBC wird im Herbst zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion einladen, bei der die Themen Hochschulfinanzierung und Hochschulautonomie im Fokus stehen“, kündigt Rektor André Bleicher an.

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