Hilfsfonds erhält über 9000 Euro Spenden

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Thomas Fettback (links) und Johannes Riedel organisieren den Fonds für Integrationshilfen.
Thomas Fettback (links) und Johannes Riedel organisieren den Fonds für Integrationshilfen. (Foto: Archiv- privat)
Schwäbische Zeitung

Im vergangenen Jahr hat die Initiative „1:1 – Mensch zu Mensch“ der Bürgerstiftung Biberach Integrationsmaßnahmen für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gefördert. Gut 9000 Euro an Spendengeldern kamen dafür zusammen. Aus dem Fonds finanzierte die Initiative im vergangenen Jahr etwa Beiträge für Sportvereine, Gitarrenunterricht, Ferienfreizeiten oder Kulturprojekte. Auch Kosten für Prüfungen sowie Zuschüsse für Kleidung und Führerscheine übernahm die Initiative. Außerdem half sie finanziell aus für Nachhilfen, Lehrmittel oder Kautionen für Wohnungen.

Fonds bewilligt Förderungen in Form von zinslosen Krediten

Der Fonds für Integrationshilfen unterstützt Menschen, die schnell und unbürokratisch finanzielle Hilfe brauchen. Thomas Fettback und Johannes Riedel sind die Organisatoren. In ihrem Jahresbericht erklären sie, dass sie immer mehr dazu übergehen würden, die Förderungen in Form von zinslosen Krediten zu bewilligen. „Allein in diesem Jahr haben wir so von den geförderten Maßnahmen, 4327 Euro an zinslosen Krediten vergeben und bereits 2525 Euro wieder durch vorab vereinbarte Raten zurückerhalten.“ Beim Beratungsangebot „Papier-Frieden“ im Begegnungstreff „Livingroom“ hätten die 16 ehrenamtlichen Helfer im vergangenen Jahr zudem über 770 Stunden geleistet. Insgesamt 429 Personen hätten sie so bei Amtsanträgen oder Bewerbungen beraten.

Bewilligt wurden im vergangenen Jahr 25 Einzelfallförderungen für insgesamt rund 4000 Euro sowie neun Kreditgewährungen über insgesamt rund 4300 Euro. Hinzu kamen Kosten für Nachhilfe über gut 1000 Euro für fünf Schüler. Rund 950 Euro kostete die Nachhilfe für Flüchtlinge in der Begegnungsstätte „Ubuntu“. Die Ausgaben von insgesamt 9469 Euro stehen Einnahmen von 11 669 Euro gegenüber. Diese setzen sich zusammen aus Spenden in Höhe von 6100 Euro und einem Zuschuss der Bürgerstiftung von 3000 Euro. Hinzu kommen Rückzahlungen gewährter zinsloser Kredite über 2500 Euro.

Das plant die Initiative im kommenden Jahr

„Wir sind darin bestätigt, mit unserem unbürokratischen Fonds und dem Papier-Frieden eine Marktlücke in und für unseren Landkreis gefunden zu haben“, erklären die Organisatoren. Diese Angebote wollen sie weiter ausfüllen und ausbauen. Im Februar will die Initiative zudem einen Crashkurs für Interessenten im gastronomischen Bereich anbieten. „Auf die Idee gebracht hatten uns die sehr erfreulichen Erfahrungen mit einigen Staplerführerscheinen als eine niederschwellige Qualifikationsmaßnahme unsererseits“, berichten sie. Alle, denen sie diesen Führerschein ermöglicht hätten, seien wenige Wochen später in Lohn und Brot gewesen.

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist die Nachhilfe für Flüchtlinge in Ausbildung. Seit Oktober vergangenen Jahres fördert die Initiative drei Azubis wöchentlich für die Berufsschule. „Dabei stellen wir fest, dass sie in den Fächern Wirtschaft, Sozialkunde und Geschichte dringend Unterstützung benötigen – die Themen sind ihnen gänzlich neu“, teilen die Organisatoren mit. Sollte sich diese Unterstützung weiterhin als notwendig und sinnvoll herausstellen, will die Initiative das Angebot 2020 auf alle interessierten Flüchtlinge in Ausbildung ausweiten.

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