Handtmann erwirbt Unternehmensgruppe aus Reutlingen

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 Die Handtmann-Unternehmensgruppe hat die Inotec-Gruppe übernommen. Dies sichert eine enge Kooperation und gute Wachstumschancen
Die Handtmann-Unternehmensgruppe hat die Inotec-Gruppe übernommen. Dies sichert eine enge Kooperation und gute Wachstumschancen für die Handtmann-Maschinenfabrik mit Hauptquartier im Biberacher Gewerbegebiet Aspach sowie für die Inotec-Gruppe. (Foto: Handtmann)
Schwäbische Zeitung

Die Handtmann-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Biberach übernimmt die Inotec-Gruppe. Beide Unternehmen unterzeichneten einen entsprechenden Kaufvertrag. Die Übernahme unterliegt zunächst noch der Freigabe des Bundeskartellamts.

Handtmann und Inotec profitieren durch die enge Kooperation von besseren Wachstumschancen und können damit zudem neue Branchen erschließen. Eine Veränderung bei den Arbeitsplätzen ist im Zusammenhang mit der Übernahme nicht geplant.

Die beiden Unternehmen sind nicht nur räumlich, sondern auch kulturell nahe beieinander. 

Thomas Handtmann

Der Geschäftsbereich Füll- und Portioniersysteme mit der Albert Handtmann Maschinenfabrik entwickelt, produziert und vertreibt Füll- und Portioniersysteme, die unter anderem zur Herstellung von Wurstwaren eingesetzt werden. Und das sehr erfolgreich: Aktuell ist das Unternehmen mit elf Vertriebsniederlassungen und 60 Vertriebspartnern weltweit vertreten. Produziert werden die Anlagen in Biberach.

 Das Management beider Unternehmen freut sich über die Vertragsunterzeichnung und sieht der Zusammenarbeit sehr positiv entgegen
Das Management beider Unternehmen freut sich über die Vertragsunterzeichnung und sieht der Zusammenarbeit sehr positiv entgegen (v. l.): Hermann Hahn (Handtmann), Miroslav Domlatil (Inotec), Frank Gekeler (Inotec), Holger Schwenk (Inotec), Thomas Handtmann (Firmenchef), Harald Suchanka (Handtmann), Birgit Scheu (Inotec), Adrien Dessert (Inotec), Karl Keller (Handtmann) und Jan Stranak (Inotec). (Foto: Handtmann)

2019 erwirtschaftete der Handtmann Geschäftsbereich Füll- und Portioniersysteme mit 800 Mitarbeitenden einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro. Bei der Hauptzielgruppe, der fleischverarbeitenden Industrie, ist das Unternehmen Weltmarktführer. Aber auch in anderen Lebensmittelbranchen wie beispielsweise bei Backwaren gewinnt die Handtmann Maschinenfabrik zunehmend Kunden.

Inotec erweitert Angebot

Diesen Erfolg will Handtmann gemeinsam mit Inotec künftig noch weiter ausbauen. Inotec ist ein führender Hersteller von innovativer Misch- und Zerkleinerungstechnik sowie von Abbindemaschinen für die Lebensmittelverarbeitung. Die Inotec-Gruppe beschäftigt rund 270 Mitarbeiter an vier Standorten in Reutlingen, Herzebrock-Clarholz (Nordrhein-Westfalen), Hluk (Tschechische Republik) und Saverne (Frankreich). Die Gruppe erwirtschaftete 2019 einen Jahresumsatz von mehr als 30 Millionen Euro.

Inotec gehört künftig zum Geschäftsbereich Füll- und Portioniersysteme bei Handtmann, wo es in seiner aktuellen Form weitergeführt wird. Daher ist im Zusammenhang mit der Übernahme keine Veränderung bei der Anzahl der Arbeitsplätze vorgesehen. Die bisherige Inotec-Geschäftsführung wird das Unternehmen weiterhin operativ leiten.

In der Lebensmittelbranche verändern sich Märkte, Kunden und der Wettbewerb rasant. Vor allem ist zu beobachten, dass Unternehmen im Bereich der lebensmittelverarbeitenden Maschinen fusionieren, um ihren Kunden Gesamtlösungen aus einer Hand anbieten zu können.

„Gemeinsam mit Inotec sind wir künftig in der Lage, komplette Produktionslinien anzubieten und dies in einer einzigartigen Kombination innerhalb unseres Wettbewerbsumfelds. Die Allianz der beiden Marken Handtmann und Inotec wird beiden Unternehmen enorme Vorteile bei der Gewinnung von neuen Kunden und Projekten in aller Welt verschaffen und uns sehr positive Wachstumsaussichten eröffnen“, ist Firmenchef Thomas Handtmann überzeugt.

Enge Vertriebskooperation

Ein weiterer Grund für die künftige, enge Zusammenarbeit sind die besseren Vertriebsmöglichkeiten. „Bereits seit 2017 besteht zwischen Handtmann und Inotec eine erfolgreiche Vertriebskooperation für die USA und Kanada und seit dem vergangenen Jahr auch in Russland. Beide Unternehmen haben hier sehr positive Erfahrungen gemacht“, so Frank Gekeler, Geschäftsführer und Mit-Gründer bei Inotec.

 Die Inotec-Gruppe umfasst neben seinem Sitz in Reutlingen (im Bild) drei weitere Standorte in Norddeutschland, der Tschechische
Die Inotec-Gruppe umfasst neben seinem Sitz in Reutlingen (im Bild) drei weitere Standorte in Norddeutschland, der Tschechischen Republik und Frankreich. Durch den Zusammenschluss sichert sich Inotec den Zugriff auf das weltweite Vertriebsnetz von Handtmann. (Foto: Inotec)

„Unter dem Dach der Handtmann Unternehmensgruppe können wir auf ein internationales Vertriebsnetz zugreifen. Der Zusammenschluss bietet uns die Möglichkeit, weltweit als großer Anbieter aufzutreten und uns so bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.“

Dabei ergänzen sich die beiden Unternehmen ideal: Die Füll- und Portioniersysteme von Handtmann schließen sich nahtlos an die Produkte von Inotec an, sodass schlüsselfertige Gesamtlinien entstehen. Auch in Sachen Kultur, Produktphilosophie und Qualität sehen sich Handtmann und Inotec auf Augenhöhe.

„Die beiden Unternehmen sind nicht nur räumlich, sondern auch kulturell nahe beieinander. Beide Unternehmen sind Vorreiter bei der Entwicklung neuer und innovativer Produkte und Marktführer mit höchsten Qualitätsstandards. Wir stellen hohe Ansprüche an unsere Lösungen und Produkte“, erklärt Thomas Handtmann.

Insgesamt erwarten beide Firmen ein schnelles, starkes Wachstum, einen Imagegewinn sowie in der Folge höhere Marktanteile, einen größeren Markteinfluss und einen besseren Zugang zu neuen Märkten. Das bietet auch Zukunftssicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter beider Unternehmen.

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