Hörgeräte für Menschen in Jordanien

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Hörgeräte für den guten Zweck: Die Biberacherin Philippa Folgner fliegt Anfang Mai nach Jordanien um bedürftigen Menschen Hörgeräte anzupassen. Dafür ist die Hörakustikerin noch auf der Suche nach gebrauchten Geräten.
Schwäbische Zeitung

Nach Jordanien reisen für den guten Zweck: Philippa Folgner ist Hörakustikerin, studiert an der Hochschule Aalen und arbeitet in Biberach. Die 27-Jährige ist eine von wenigen Studenten, die am Hilfsprojekt teilnehmen darf. Ziel der Reise ist es, hilfsbedürftigen Menschen Hörgeräte anzupassen. Um möglichst vielen Menschen zu helfen, sammelt sie jetzt gebrauchte Hörgeräte. Wer also eines zu Hause hat und es nicht mehr benötigt, kann das Hörgerät bei Schmid Hörakustik in Biberach abgeben.

„Es kommen immer wieder Leute in den Laden und fragen, ob sie ihr altes Hörgerät bei uns abgeben können“, sagt Philippa Folgner. „Jetzt kann ich die Hörgeräte gut gebrauchen.“ Noch bis Freitag, 4. Mai, können Menschen ihre alten Geräte abgeben, bevor Philippa Folgner am 10. Mai nach Jordanien fliegt. Ziel der Studenten ist es, rund 300 Hörgeräte mitzunehmen und somit 300 Menschen zu helfen, die sonst keine Möglichkeit auf ein Hörgerät hätten.

Finanzielle Möglichkeiten fehlen

„Wenn das Gehör schon beschädigt ist, sollte man zügig handeln“, sagt sie. „Mit einem Hörgerät kann man auch nur das herholen, was noch vorhanden ist.“ Dabei spiele nicht nur der gesundheitliche Aspekt eine Rolle, sondern auch der soziale: „Menschen, die schlecht hören, isolieren sich eher und gehen nicht mehr so viel raus.“ Es sei aber immer wichtig, am sozialen Leben teilzuhaben.

„Wir genießen hier in Deutschland ein tolles Gesundheitssystem, es gibt Zuschüsse von den Krankenkassen. Das ist in anderen Ländern nicht selbstverständlich“, sagt die Hörakustikerin. „In Jordanien haben viele Menschen nicht die finanziellen Möglichkeiten, außerdem gibt es dort nicht an jeder Ecke einen Hörakustiker.“ Auf die neue Erfahrung freut sich die 27-Jährige besonders. „Ich bin sehr gespannt, wie es ist, mit den Landsleuten in Kontakt zu kommen.“ Und weil in Jordanien vorwiegend arabisch gesprochen wird, werde die Gruppe von einem Dolmetscher begleitet.

Die Hochschule Aalen reist alle ein bis zwei Jahre für dieses Hilfsprojekt nach Jordanien: „Von anderen Studenten weiß ich, dass das Projekt dort gut ankommt“, sagt die Studentin. „Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich ausgewählt wurde.“ Jetzt hofft sie nur noch auf viel Hörgerät-Spenden der Biberacher, damit sie möglichst vielen Menschen helfen kann.

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