Große Blasmusik als Schützen-Vorgeschmack

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Die Kleine Schützenmusik gab unter der Leitung von Berthold Schick ein beeindruckendes Konzert.
Die Kleine Schützenmusik gab unter der Leitung von Berthold Schick ein beeindruckendes Konzert. (Foto: Günter Vogel)
Günter Vogel

Mit den Temperaturen steigt auch wieder das Schützenfestfieber. Eine besondere Einstimmung in diese spezielle Biberacher Jahreszeit bot am Freitagabend die Kleine Schützenmusik mit ihrem Jahreskonzert im Foyer der Kreissparkasse Biberach.

Der Weg in die „Schützenmusik“ führt die Jüngeren über ein Vororchester, das sich mit einfacher gesetzten Stücken beschäftigt. Mit Eifer und Ernsthaftigkeit präsentierten die jugendlichen Bläser unterschiedliche Stile. Sie begannen mit zwei Stücken des niederländischen Komponisten Jacob de Haan, „Sunny Samba“ und „Farmhouse Rock“, mit flottem Rhythmus. Dann gab es aus dem Musical „Sister Act“ die berühmte Soul-Melodie „I will follow him“ in gebändigtem Andante und voller Fröhlichkeit. Von Luigi di Ghisallo spielten die jungen Bläser noch zwei Melodien, „Cat Walk“ und „Sugar Stomp“, mit harmonischem Swing und Melodik. Die Musiker imponierten mit Spielfreude und präzisem Zusammenspiel und sind sehr gut vorbereitet auf einen nahtlosen Übergang zu den „Großen“ im Musikzug.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Schützendirektion, Rainer Fuchs, und durch Schützendirektor Karl Schley führte dieser zusammen mit Musikerin Judith Keppler durchs Programm.

Der Musikzug startete mit „Hymn of Glory“ von Bert Appermont. Die melodiöse Hymne beginnt mit einer kantablen Melodie, die zu voller Tutti-Pracht aufblüht. Nach Jacob de Haan und einem Popsong von Albert Hammond folgten die Geschwister Judith (mit der Piccoloflöte) und Tim Keppler (mit der Basstuba). Sie präsentierten mit instrumentalem Spaß von Henry Kling „Elefant und Mücke“, heiter und vergnüglich. In „Fate on the Gods“ beschreibt Komponist Steven Reineke dramatisch und bildhaft Götterschicksale aus der nordischen Mythologie.

Nun war der Spielmannszug an der Reihe, der mit drei Solostücken für die Trommler und Bläser gefiel. Da war „One Note Samba“ von Antonio John, sehr rhythmisch südamerikanisch, dann „Honey, Honey“ von ABBA, und schließlich noch der „KSM-Trommlermarsch“ von Daniel Wenk.

Perkussionisten imponieren

Anschließend folgte wieder der Musikzug. Markus Götz hat „Jump and Joy“ mit fröhlichen Rockmelodien komponiert. Das Stück steckt voller optimistischer Energie; die Klänge springen freudevoll in das Auditorium. Die sechs Pekussionisten des Orchesters imponierten mit exzellentem rhythmischem Zusammenspiel bei „Fascinating Drums“ von Ted Huggens. Nach dem „Pink Panther“-Thema von Henry Mancini folgte das unsterbliche „Rock Around the Clock“, das Bill Haley 1954 zum Urvater des Rock’n’Roll machte. Mit dem schmissigen Marsch „Stets treu!“ von Sebastian Sürgers und der Zugabe eines südamerikanischen Medleys endete das Jahreskonzert, das einmal mehr ein musikalischer Volltreffer war. Dirigent Berthold Schick führte die ausgezeichnet einstudierten Musiker zu tonintensiv differenzierten Klangstrukturen, denen sie mit Präzision, stilistischer Raffinesse und intensiver Spielfreude nachgingen.

Wie immer wurden beim Konzert Vorstellungen und Ehrungen vorgenommen. Der neue Tambour des Spielmannszugs ist Simon Krattenmacher. Der neue Musiker-Dirigent ist Lukas Fettback. Beide dirigierten gemeinsam ihre Klangkörper beim „Biberacher Schützenmarsch“ sowie der „Parade of the Glory“ von Heinz Briegel. Dann wurden je sieben Musiker für vier- und siebenjährige und zwei für zehnjährige Mitwirkung geehrt. 20 junge Bläser wurden mit einer Urkunde aus dem Dienst der Schützenmusik entlassen. Für ihre Arbeit und ihr Engagement besonders geehrt wurden die Betreuer der jungen Musiker.

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