Gospelicious entfacht Begeisterungsstürme

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Mit Lichtstimmungen und Choreografien setzte der Landesgospelchor Gospelicious seine Lieder in Szene.
Mit Lichtstimmungen und Choreografien setzte der Landesgospelchor Gospelicious seine Lieder in Szene. (Foto: Gerhard Trüg)
Gerhard Trüg

Der Landesgospelchor Gospelicious hat die Zuhörer in der vollbesetzten Biberacher Dreifaltigkeitskirche begeistert und riss die Zuhörer förmlich von den Sitzen. Zum sechsten Mal gastierte der Chor bereits in Biberach und hat seit der Gründung vor 25 Jahren nichts von seiner Vitalität und Begeisterungsfähigkeit eingebüßt.

Der Chor feiert sein Jubiläum mit der Veröffentlichung seiner neuen CD „Let’s celebrate“ und einer Tournee durch Süddeutschland. Der Auswahlchor, bestehend aus 21 Sängerinnen und Sängern, kam mit dem Eingangslied „Gospelicious + Prelude“ singend nach vorne. Er wurde von einer dreiköpfigen Live-Band begleitet.

Mit „Coming Home“ aus der neuen CD stellte der Chorleiter Jörg (York) Sommer in seiner charmanten und gekonnten Moderation gleich eine Verbindung zu den bisherigen fünf Auftritten in Biberach her. Das Stück lebt vom Wechsel der Solostimme mit den im Chor sich ständig wiederholenden Worten „I’m coming home“. Dieses Call-and-Response-Prinzip greift auf die Gospel- und Spiritualtradition mit Vorsänger und Antwortchor zurück.

Das äußere Erscheinungsbild des Chors war sehr anmutig: schwarze, aber individuelle Kleidung ergaben zusammen mit den blauen Accessoires und dem leichten Rot der geschminkten Sängerinnen ein farbenlebendiges Bild. Lichtwechsel und lebendige Choreografie des Chors rundeten das dynamische Bild ab.

Die stimmliche Qualität konnte man an den vielen Solostimmen erkennen. Fast bei jedem Song trat eine Solistin oder ein Solist auf. Auch die deutliche Aussprache, die gemeinsame Artikulation und vor allem die mit viel Engagement durchweg auswendig vorgetragenen Lieder sind Markenzeichen des Chors.

Jörg Sommer ist ein sehr aufmerksam agierender Chorleiter, der die meisten Songs selbst geschrieben oder arrangiert hat. Durch seine unverwechselbare Zeichensprache animiert er den Chor zur klanglichen und rhythmischen Präzision.

Ausgezeichnete Band

Ihm zur Seite steht die ausgezeichnet spielende Begleitband mit Andrea Bott (Bass), Alexander Neher (Schlagzeug) und dem ganz kurzfristig eingesprungenen Andreas Hollerbach (Keybord). Perfekt war die klangliche Balance zwischen der Band und dem mit etlichen Mikrofonen verstärkten Chor.

Ganz im Stile einer Rockballade war das Stück „Joy in the Lord“ (Text und Musik ebenfalls von York Sommer) mit Solo-Stimme und klangvollen Vokalisen im Chor konzipiert. Auch einige Klassiker durften nicht fehlen, wie zum Beispiel das Traditional „Way beyond the blue“ und später „This Train“ in der Bearbeitung von York Sommer. Auch das mit eindringlichen Wiederholungen ausgestattete „Hosanna“ beeindruckte durch die rasante Steigerung am Schluss.

Ebenfalls in einer Bearbeitung von York Sommer erklang das „Sanctus“ von W. A. Mozart und der Song „Und du meine Seele“ nach Worten des Astronomen Johannes Keppler. Bei „You make it easy“ durften die Biberacher Zuhörer in drei Gruppen jeweils beim Sopran, Alt und Tenor mitsingen. Nach Meinung des Dirigenten hat das in Biberach bisher am besten geklappt.

Spätestens bei „Stormy Water“ hielt es die Zuhörer nicht mehr auf den Sitzen und sie spendeten stürmischen Applaus, der zu drei Zugaben führte. Mit dem schlichten Traditional „Amen“ endete das großartige Konzert.

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