Gesucht: Ideen für ein gutes Miteinander in Biberach

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 Die Stadt Biberach will ihr Integrationskonzept fortschreiben. Dazu veranstaltet die Stadt eine Zukunftskonferenz, an der inter
Die Stadt Biberach will ihr Integrationskonzept fortschreiben. Dazu veranstaltet die Stadt eine Zukunftskonferenz, an der interessierte Bürger teilnehmen können. (Foto: Patrick Lux, dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Zukunftskonferenz findet am Freitag, 15. März, von 16 bis 21 Uhr, und am Samstag, 16. März, von 8.30 bis 13.30 Uhr im Stadtteilhaus Gaisental statt. Anmeldungen sind noch möglich bis Freitag, 8. März, per E-Mail an integration@biberach-riss.de

Fast 15 Prozent der Biberacher Bürger besitzen keinen deutschen Pass. Um das Miteinander der verschiedenen Nationen geht es bei der Zukunftskonferenz am Freitag, 15., und Samstag, 16. März, im Stadtteilhaus Gaisental. Unter dem Motto „Biberach – Heimat.für.alle“ lädt die Stadt alle Interessierten ein, sich mit dem Thema Integration zu beschäftigen. Dabei werden Ideen und Ziele diskutiert, wie das Zusammenleben gelingen kann. Wer sich für die Veranstaltung interessiert, kann sich noch bei der Stadt anmelden.

Hintergrund des Ganzen ist, dass die Stadt ihr Integrationskonzept aus dem Jahr 2009 fortschreiben möchte. Denn Migration hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Nachdem der Zustrom von Geflüchteten im Vergleich zu den Jahren 2015/16 deutlich nachgelassen hat, wächst laut Stadtverwaltung die Zuwanderung aus EU-Ländern und durch Arbeitsmigration. Parallel nehme das sehr hohe ehrenamtliche Engagement, das zu Beginn des Flüchtlingszustroms zu verzeichnen war, ab, heißt es in einer Sitzungsvorlage des Hauptausschusses. Bei der Zukunftskonferenz sollen Bürger nun diskutieren, wie die Herausforderungen des Zusammenlebens und die Integration gelingen können.

2400 zufällig ausgewählte Biberacher Bürger wurden zu der Großgruppenveranstaltung am 15. und 16. März eingeladen. „Wir haben über 50 Zusagen, die sich quer durch alle Altersgruppen von Jugendlichen bis zu Senioren verteilen“, sagt die städtische Integrationsbeauftragte Yvonne Moderecker. Das sei nicht extrem viel, aber auch nicht schlecht, meint sie. Unter den Angeschriebenen seien vermutlich auch Menschen gewesen, die aufgrund der Sprachbarriere die Einladung nicht verstanden hätten. Die Stadt öffnet nun die Konferenz, auch wer kein Anschreiben erhalten hat, kann sich noch anmelden.

Arbeit in Gruppen

An den zwei Terminen erwartet die Teilnehmer Arbeit in achtköpfigen Gruppen. Ein Team Ehren- und Hauptamtlicher hat Fragestellungen rund um das Thema Integration vorbereitet, mit denen sich die Gruppen auseinandersetzen werden. „Es geht darum, was man mit Biberach und dem gemeinsamen Zusammenleben verbindet. Was läuft gut? Was ärgert einen? Welche Veränderungen werden erwartet? Was kann man tun, um mit diesen umzugehen?“, sagt Yvonne Moderecker. Im Plenum stellen die Gruppen jeweils drei Schwerpunkte vor.

Am Ende der Zukunftskonferenz sollen Arbeitsgruppen zu konkreten Themen und Maßnahmen entstehen, in denen sich nicht nur Teilnehmer, sondern auch andere interessierte Bürger einbringen können, erläutert die Integrationsbeauftragte. „Gab es zum Beispiel den Wunsch nach bestimmten Begegnungsmöglichkeiten, entsteht eine AG, die schaut, welche Formate da sind und wo man vernetzen muss. Und die AG gibt Impulse für Neues.“ Es gehe um konkrete Projekte, erläutert Moderecker den Ansatz der AGs. Diese arbeiteten selbstständig, hätten für Fragen aber Ansprechpartner bei der Stadt. Ziel sei, dass etwas Praktikables entstehe.

Unterstützt wird das Projekt Zukunftskonferenz vom Landesförderprogramm „Integration durch bürgerschaftkiches Engagement und Zivilgesellschaft“. Die Großgruppenveranstaltung wird von einem Coachingteam der Führungsakademie Baden-Württemberg moderiert.

42 Prozent der Migranten sind EU-Bürger

In Biberach leben nach Auskunft der Stadtverwaltung Menschen aus 115 Nationen. Von den rund 33600 Einwohner haben fast 15 Prozent nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, so die Daten des Ausländerzentralregisters vom 30. September 2018. (Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft werden in der Statistik nicht aufgeführt.) Von den 15 Prozent ohne deutschen Pass sind 45 Prozent weiblich, 55 Prozent männlich. Rund 43 Prozent sind zwischen 25 und 45 Jahre alt, 27 Prozent sind unter 25 Jahre alt. Fast 59 Prozent der Migranten kommen vom Europäischen Kontinent (ohne die Türkei). 42 Prozent sind EU-Bürger, die meisten Menschen kommen aus Rumänien, Kroatien, Polen und Italien.· 13 Prozent der Migranten besitzen die türkische Staatsangehörigkeit.· Rund vier Prozent der Migranten kommen aus Afrika.

Die Zukunftskonferenz findet am Freitag, 15. März, von 16 bis 21 Uhr, und am Samstag, 16. März, von 8.30 bis 13.30 Uhr im Stadtteilhaus Gaisental statt. Anmeldungen sind noch möglich bis Freitag, 8. März, per E-Mail an integration@biberach-riss.de

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