Gesprühte Botschaften für Kinderrechte

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BDKJ-Dekanatsleiter Dominik Kyas (l.) und BDKJ-Dekanatsjugendseelsorgerin Anna-Katharina Merk sprühen in der Biberacher Hindenbu
BDKJ-Dekanatsleiter Dominik Kyas (l.) und BDKJ-Dekanatsjugendseelsorgerin Anna-Katharina Merk sprühen in der Biberacher Hindenburgstraße eine der Botschaften der Kinderrechte-Aktion aufs Straßenpflaster. (Foto: Gerd Mägerle)
Schwäbische Zeitung

Um auf die kritische Situation von armen und benachteiligten Kinder gerade auch während der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen, hat der der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zusammen mit der Caritas in der Region Biberach-Saulgau am Donnerstag eine besondere Aktion gestartet. So wurden zeitgleich in Biberach, Laupheim, Ochsenhausen, Riedlingen und Bad Saulgau mit farbiger Sprühkreide und Schablonen Botschaften auf den Boden gesprüht. Anlass ist der Tag der Kinderrechte an diesem Freitag.

Die gesprühten Botschaften führen zur Internetseite von „Mach dich stark“ und verweisen auf das dringende Anliegen, Kinderrechte zu stärken. Dies bedeutet, Kinder besser zu schützen, zu fördern, sie anzuhören und zu beteiligen, wenn es um ihre Belange geht. Auch in Stuttgart, Ravensburg, Balingen, Esslingen und Sindelfingen wurden im Sinne einer Gemeinschaftsaktion die Botschaften im Stadtgebiet auf die Straße gesprüht.

„Gemeinsam wollen wir in dieser Woche laut werden und Lösungsansätze im Kampf gegen Kinderarmut vorstellen und zum Austausch einladen“, sagen die BDKJ-Dekanatsjugendseelsorgerin Anna-Katharina Merk und Andrea Henle von der Caritas Biberach-Saulgau. „Anlass gibt uns auch der derzeitige Teil-Lockdown. Wir müssen jetzt verstärkt im Blick haben, dass für viele Kinder wichtige Kontakte und soziale Teilhabe wegfallen. Es darf nicht sein, dass sie durch die besondere Belastung in ihren Entwicklungsfortschritten gehemmt werden oder gar Rückschritte erleiden, die sie nur schwer aufholen können.“

BDKJ-Dekanatsleiter Dominik Kyas mahnt in der Corona-Pandemie, wie wichtig das Recht auf Begegnungsmöglichkeiten und Bildung gerade für Kinder aus benachteiligten Familien ist. Die Einschränkungen durch den Teil-Lockdown wirken sich massiv auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen aus. Gerade Kinder aus benachteiligten Familien erleben die Schließung einer Kita-Gruppe und Schulklasse als sehr verunsichernd und belastend. Sie können den digital vermittelten Stoff nicht so gut bearbeiten und aufholen und die digitale Ausstattung kommt nur schleppend voran.“ Sie lebten vielfach in engen Wohnungen, und ihre Beschäftigungsmöglichkeiten zuhause seien daher stark eingeschränkt. Mehr denn sonst fehlten Freizeitmöglichkeiten und lose Treffen mit Gleichaltrigen. „Solche Kontakte zu anderen – sei es in der Schule oder privat – sind eine wichtige Voraussetzung für eine gute und altersgemäße Entwicklung“, so Kyas.

Durch den BDKJ werden in dieser Corona-Pandemie diese Rechte auf Begegnungsmöglichkeiten und Bildung angemahnt. Kinder brauchen zudem eine Lobby, die sich explizit dafür einsetzt, dass sie zu ihren Wünschen und Ängsten befragt und gerade in diesen Zeiten bei Entscheidungen einbezogen werden. Um dies zukünftig stärker sicherzustellen, setzt sich die Initiative gegen Kinderarmut im Südwesten, „Mach dich stark“ am Tag der Kinderrechte dafür ein, die Kinderrechte auf Schutz, Achtung, Förderung und Beteiligung explizit ins deutsche Grundgesetz aufzunehmen.

Der BDKJ in den Dekanaten Biberach und Saulgau ist Partner der Initiative. Er macht es sich zur Aufgabe, der steigenden Kinderarmut im Land zu Leibe zu rücken. Die Initiative verfolgt das Ziel, Menschen, Organisationen und Institutionen im Kampf gegen Kinderarmut zu vereinen und dafür zu sorgen, dass allen Kindern Entwicklung und Teilhabe ermöglicht wird.

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