Das Landgericht Ravensburg hat wegen des Raubs einer Lautsprecherbox in Biberach drei Bewährungsstrafen und eine Haftstrafe ohn
Das Landgericht Ravensburg hat wegen des Raubs einer Lautsprecherbox in Biberach drei Bewährungsstrafen und eine Haftstrafe ohne Bewährung verhängt. (Foto: Uli Deck)

Eine Gruppe von syrischen Asylbewerbern hat nach Überzeugung der Richter im August 2018 in Biberach einen Passanten überfallen und diesem eine Lautsprecherbox abgenommen. Drei der Angeklagten sind von der Jugendkammer des Landgerichts Ravensburg zu Bewährungsstrafen verurteilt worden, einer erhielt eine Haftstrafe ohne Bewährung. Der jüngste Angeklagte war zur Tatzeit 17 Jahre alt, andere waren Heranwachsende, einer über 21.

Nach Auskunft des Gerichtssprechers Franz Bernhard waren fünf Männer angeklagt – wegen des besagten Raubüberfalls am 24. August 2018 in der Nähe der Gymnasien in Biberach und manche von ihnen darüber hinaus wegen weiterer Vorwürfe: Mit verhandelt wurde ein weiteres Raubdelikt in einer Bahnunterführung in Biberach. Einem der Angeklagten legte die Staatsanwaltschaft überdies zur Last, am 10. Juli 2018 in Riedlingen einem anderen Asylbewerber im Verlauf eines Streits einen Faustschlag verpasst zu haben. Im Mittelpunkt stand jedoch der Raub des Lautsprechers im Wert von 160 Euro. Dem Opfer soll dabei mit einem Klappmesser gedroht worden sein – weshalb die Anklagebehörde mindestens für einen Angeklagten von schwerem Raub ausging.

Das Landgericht verhängte letztlich zwei Jugendstrafen wegen besonders schweren Raubs, diese beiden Haftstrafen von zwei Jahren sowie 22 Monaten wurden zur Bewährung ausgesetzt. Ein Angeklagter wurde wegen Raubs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Eine weitere Jugendstrafe wegen Raubs wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt; sofern sie rechtskräftig wird, muss einer der Beteiligten für ein Jahr und sechs Monate ins Gefängnis.

Anderes Urteil wiegt schwerer

Das Verfahren gegen den fünften Angeklagten wurde „im Hinblick auf andere Strafen, die wichtiger waren, eingestellt“, sagte Bernhard. Der für Presseauskünfte zuständige Vorsitzende Richter am Landgericht, der an diesem Verfahren nicht beteiligt war, erläuterte: „Das geschieht etwa, wenn die Tatbeteiligung nicht klar ist oder der Schuldgehalt im Vergleich zu anderen Verurteilungen gering ist.“ Er konnte nicht sagen, ob es sich hierbei um jenen Angeklagten handelt, der im Februar in einer anderen Sache vom Amtsgericht Biberach verurteilt worden war. Einer der fünf jetzt in Ravensburg angeklagten Männer war in Biberach bereits zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Er hatte nach Überzeugung der Richter in einem Bekleidungsgeschäft eine Jacke gestohlen und danach den Kaufhausdetektiv mit einem Steinwurf bedroht.

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