„Gelesen wird weiter, die Medienträger ändern sich“

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Bibliotheksleiter Frank Raumel liest viel und gerne - egal ob Buch oder E-Book. Für ihn hat jedes Medium seine Vor- und Nachteil (Foto: Jasmin Bühler)
Schwäbische Zeitung

Am Mittwoch, 24. Oktober, ist „Tag der Bibliotheken“, ein deutschlandweiter Aktionstag, an dem auf die Leistungen der Bibliotheken als Kultur- und Bildungseinrichtungen aufmerksam gemacht werden soll. So weit die Theorie, aber wie sieht es in der Praxis aus? Werden Bibliotheken heute noch genutzt? Und wie passen sie sich dem Zeitgeist an? Über diese und viele weitere Fragen hat Jasmin Bühler mit dem Leiter der Stadtbibliothek in Biberach, Frank Raumel, gesprochen.

SZ: Herr Raumel, wird aus dem Tag der Bibliotheken, der als Aktionstag ins Leben gerufen wurde, bald ein Gedenktag?

Frank Raumel (lacht): Nein, so schnell werden die Bibliotheken nicht zu Denkmälern. Im Gegenteil, es wird so viel gelesen wie noch nie – zumindest in Biberach. Im vergangenen Jahr haben wir 580 000 Medien ausgeliehen: ein Rekord. Außerdem zeigen Statistiken, dass Bibliotheken die meist genutzten kulturellen Einrichtungen in Deutschland sind. Und wenn man die Mitgliederzahlen von Bibliotheken mit denen von Fußballvereinen vergleicht, dann wird man überrascht sein, weil Bibliotheken 8,75 Millionen Mitglieder aufweisen, die Fußballer aber „nur“ 6,76 Millionen.

SZ: Bibliotheken sind also zukunftsfähig. Aber wie können die hohen Nutzerzahlen gehalten werden? Und wie reagieren sie auf die technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen?

Frank Raumel: Zunächst einmal müssen Bibliotheken die Interessen ihrer Nutzer wahrnehmen und umsetzen. Deshalb müssen sie anpassungsfähig sein und ihr Angebot ausweiten, gerade was den digitalen Bereich anbelangt. Heute umfasst eine Bibliothek nicht ausschließlich Bücher, sondern auch andere Medien, weshalb wir der Stadtbücherei vor einiger Zeit den Zusatz „Medien- und Informationszentrum Biberach“ gegeben haben.

SZ: Welche Medien umfasst das Angebot des Medienzentrums?

Frank Raumel: Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, CDs, DVDs, Blue-Rays, CD-Roms, E-Books und sogar E-Book-Reader sowie verschiedene Onlinedatenbanken – wie Sie sehen, ist unser Medienspektrum sehr breit angelegt. Uns geht es darum, Lesen und Lernen mit attraktiven und populären Angeboten zu fördern und zu unterstützen. Denn gelesen wird auch weiterhin, nur die Medienträger ändern sich.

SZ: Der Nutzer ist mit der Menge an neuen Lesemöglichkeiten oft überfordert. Hinzu kommt, dass jedes Medium bestimmte Vorzüge und Nachteile hat. Welche Hilfestellungen bieten die Bibliotheken hier?

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