Gaukler und Trommler kommen ganz schön ins Schwitzen

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 Die Gaukler aus Biberach absolvierten ihr akrobatisches Programm beim Sommerfest i sogar zweimal.
Die Gaukler aus Biberach absolvierten ihr akrobatisches Programm beim Sommerfest i sogar zweimal. (Foto: Gottfried Brauchle/St.-Elisabeth-Stiftung)
Schwäbische Zeitung

Vom Gottesdienst im Freien bis zum Open-Air-Konzert mit „Mark’n’Simon“ hat sich den Besuchern des Sommerfests im Jordanbad ein buntes Programm und beste Unterhaltung geboten. Die Jahreszeit macht ihrem Namen im Moment allerdings etwas zu viel Ehre, weshalb weder Kloster- und Bauernmarkt noch Bierbänke überfüllt waren.

„Ach, wenn’s regnen würde, wär’s au nix. Jetzt ist uns halt warm“: Die ältere Dame mit bunter Bluse und freundlichem Lächeln unterm Strohhut nahm es gelassen und verstaute das in der Früh gebackene, duftende Zopfbrot in ihrer Tasche, das sie soeben bei Schwester Hermella und Schwester Margret vom Kloster Reute erstanden hatte.

Auch die beiden Franziskanerinnen scherzten die Hitze einfach weg, die ja doch nur ein Intermezzo sei. Denn der nächste Winter kommt bestimmt, wie am Stand der Frauen vom Strickkreis Reute jedem bewusst wurde. Der Bergkäse von der Erzabtei St. Ottilien lagerte vorsichtshalber im Haus und fand naturgemäß weniger Käufer als die Melonenstücke beim Hofladen Hefele. Schatten und Kühles waren heiß begehrt. Wasserspritzen mit der Feuerwehr Biberach, Schafe streicheln unter großen Bäumen bei Melanie Traub aus Mittelbuch, ein erfrischendes Getränk oder ein Eis.

Herrliche Abkühlung verschaffte auch der Geheimtipp Wassertretstelle. Aber auch in der Kirche, wo Schwester Sigrid einer Besuchergruppe die Geschichte des Jordanbades erzählte, und in der Sinn-Welt war es angenehm temperiert. Hier zog Christine Moll die Teilnehmer ihrer Mitmachführung mit spannendem Bienenwissen und Klangstein in ihren Bann. Völlig unbeeindruckt von viel Schweiß und wenig Publikum zeigten sich sämtliche Akteure des Tages. Sie gaben reihum ihr Bestes und begeisterten alle.

Begonnen hatte das Sommerfest traditionell mit einem Gottesdienst, den Pater Andreas und Pfarrer Matthias Thaler gemeinsam zelebrierten – begleitet von afrikanischen Rhythmen mit dem Chor Incogniton. Auch sonst war Musik geboten: Die Musikkapelle Bergerhausen spielte zünftig auf, die Heggbacher Trommler rockten den Festplatz und die Gaukler aus Biberach absolvierten ihr akrobatisches Programm sogar zweimal. Das war mit Leichtigkeit erbrachte Schwerstarbeit und ganz große Klasse. Mark aus Wales und Simon aus Dublin, am Ammersee und in München lebend und seit 40 Jahren als „Mark’n’Simon“ bekannt, brachten schließlich mit ihrem musikalischen Klamauk alte und neu gewonnene Fans zum Lachen, Singen, Klatschen und das Sommerfest 2019 zum Abschluss.

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