Ganz entspannt am Ratzengraben

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Ob Hütchen oder Hula-Hoop, die Kinder hatten viele Spaß am Fajuki-Tag
Ob Hütchen oder Hula-Hoop, die Kinder hatten viele Spaß am Fajuki-Tag (Foto: Angela KÖrner-Armbruster)
Angela Körner-Armbruster

Zum zehnten Mal war in Biberach zum Fajuki, zum Familien-Jugend-Kindertag rund um den Ratzengraben eingeladen worden und viele Besucher honorierten am Wochenende die Arbeit der Gastgeber mit ihrem Besuch.

Selbstverständlich waren der Kletterfelsen und die Wasserspiele bei der Stadthalle ein echter Hingucker und auch die Flussüberquerung bei den Pfadfindern war sehr beliebt. David Koch ist ein mutiger Drittklässler, der gleich mehrmals auf der Slack-Line kleine Experimente wagte. „Irgendwie fühlt es sich schon so an, als ob man gleich runter fällt, aber es ist einfach toll.“ Die Pfadfinder am der Sicherungsseil hatten viel Arbeit – das richtige Gewusel aber herrschte bei den Tischangeboten am Bächle.

Was gab es auch alles zu tun: Wasserfarben malen wie ein richtiger Künstler an der Staffelei, ein eigenes Kräutersalz herstellen oder lustige Kochlöffelpuppen gestalten. Ein Lesezeichen, ein üppiges Blumengesteck, ein Schneckenspiel. So viele Angebote wollten wahrgenommen werden und trotz der Fülle gab es kaum ein Kind, das dadurch in einen stressigen Rausch geriet. Statt dessen waren da einfach nur Harmonie und friedliche Spielfreude. Unruhe und Geschrei fanden sich nirgends, auch nicht bei den Aktivangeboten wie Stelzen und Diabolo, Laufbüchsen und Hula-Hoop-Reifen.

Die 30 Gruppen und Vereine hatten sanfte Entschleuniger dabei und die kleinen Besuchen genossen es sichtlich bei den ruhigen Angeboten. Kreisel, Würfelspiel oder Seifenblasen, die schon Generationen glücklich machen oder einfach nur ein Trichter, eine Kaffeekanne und viele Wasserschüsselchen. Das Einfache kann glücklich machen, vor allem wenn die Erwachsenen dabei Zeit, Zuwendung und Interesse verschenken.

Für die Stadt Biberach ist dieses Fest eine Visitienkarte, denn es ist nicht selbstverständlich, dass so viele Menschen immer wieder aufs Neue liebevolle, kreative und sanfte Spiele für die Kinder überlegen. Dass immer wieder Ehrenamtliche ihre Freizeit opfern, um den Kindern einen wohligen Tag zubereiten.

Wer wollte, konnte sogar noch etwas aus der Vergangenheit lernen. „Was ist denn das und was macht man damit?“ fragte ein Zehnjäger. „Das ist eine Videokassette. Damit man schaut man Filme an!“ war die Antwort und die Reaktion des Jungen ein veblüfftes Kopfschütteln. Zwischen plantschen und kleben, klettern und schmausen gab es auch jedoch auch Momente der Ernsthaftigkeit, wenn sich die Gespräche um Migration, Integration oder Flüchtlingsboote drehten. Kurzum: Eine rundum gelungene Gebuststagsfeier für das Fajuki und seine treuen Freunde.

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