FV Biberach: Cleverness und Effektivität entscheiden

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 Auch Fabian Scheffold (l.) traf gegen den FC Mengen.
Auch Fabian Scheffold (l.) traf gegen den FC Mengen. (Foto: Volker Strohmaier)
Michael Mader

Der FV Biberach hat sich in der Fußball-Landesliga die Chance auf den Relegationsrang zwei erhalten. Beim 3:0-Sieg am Freitagabend gegen den FC Mengen machte der Aufsteiger seine Hausaufgaben.

So schnell können sich Gefühlswelten andern. Bestes Beispiel im Biberacher Stadion war der Trainer des FC Mengen. Miro Topalusic saß noch lange nach dem Abpfiff auf der Bank, während seine Spieler längst schon unter der Dusche standen. Keine 15 Meter entfernt stand ein Meer aus Blau-Gelb mit einem Kaltgetränk in der Hand und feierte den deutlichen Sieg gegen die Gäste aus Mengen.

Die Biberacher Spieler und mittendrin ihr Trainer Dietmar Hatzing hatten auch allen Grund, gute Laune zu haben. „Wir haben heute als Mannschaft sehr gut funktioniert und die taktischen Vorgaben voll erfüllt“, freute sich Hatzing, dass sein Team endlich mal wieder in allen Mannschaftsteilen überzeugt hatte. Zudem waren die drei Tore sehenswert herausgespielt. Das frühe 1:0 spielte dem Gastgeber natürlich in die Karten. Nach acht Minuten wurde Jan Diamant auf die Reise geschickt, kurvte in bester Arjen-Robben-Manier in die Mitte und schoss den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß in die Maschen. Mengens Keeper Dominic Merk war noch am Ball, konnte aber am Ende nichts machen. Ebenso wie eine knappe Stunde später, als Jan Diamant erneut abzog und der Ball im Netz zappelte.

„Das war heute mein zweiter Doppelpack in dieser Saison, nach dem ersten am ersten Spieltag gegen Weiler, aber es war ein Sieg der gesamten Mannschaft“, antwortete der gerade 19 Jahre alt gewordene Youngster ziemlich abgeklärt. Auch in der Familie sei alles in Ordnung. Bruder Ramon akzeptiere die Entscheidung des Trainers genauso wie er selbst, wer von Anfang an spielt.

Währenddessen saß Topalusic immer noch auf der Bank und starrte gedankenverloren in den Biberacher Nachthimmel „Ich habe hier heute mehr erwartet, aber wir haben uns zu naiv angestellt“, fasste der Mengener Coach zusammen. „Wir wollten hier mitspielen und uns nicht hinten reinstelllen.“ Aber genau das hatte auch Dietmar Hatzing erwartet. Ähnlich wie schon beim 2:1-Hinspielsieg in Mengen ließ er seine Mannschaft tiefer stehen, variierte zwischen Dreier- und Fünferkette und setzte auf Umschaltspiel.

Der Plan ging auf, weil der FV Biberach das Zentrum zumachte und die gefährlichen Offensivspieler der Gäste nicht zum Zug kamen. „Wir hatten keine einzige echte Torchance, obwohl wir deutlich häufiger am Ball waren“, musste Topalusic die Niederlage verdauen. Eine Niederlage in Biberach – an alter Wirkungsstätte – tat offensichtlich doppelt weh. Zumal sich der FC Mengen deutlich mehr vorgenommen hatte. Doch der FV Biberach war an diesem Abend zu clever und zu effektiv für den Mitaufsteiger „Wir hätten noch höher gewinnen können, wenn wir unsere Chancen in der zweiten Halbzeit besser genutzt hätten“, so Hatzing.

Nächster Gegner: Leutkirch

Noch vier Spiel sind zu bestreiten, nächste Woche muss der FV Biberach in Leutkirch ran, dort, wo Aufstiegskonkurrent Weiler mit 1:3 gestrauchelt war. Friedrichshafen muss dann nach Mengen. Vielleicht hilft der FCM den Biberachern sogar doppelt und knöpft den Häflern auch noch Punkte ab. Das, was diesmal nicht geklappt hat – trotz einer enormen Offensivstärke, die vor 250 Zuschauern im Biberacher Stadion aber kaum zu sehen war.

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