Frauen sollen unbeirrt ihren eigenen Weg finden

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 Beim Stehempfang tauschten sich die Frauen aus und es wurden eifrig Netzwerke geknüpft.
Beim Stehempfang tauschten sich die Frauen aus und es wurden eifrig Netzwerke geknüpft. (Foto: Stadtverwaltung)
Schwäbische Zeitung

Frauen stellen 51 Prozent der deutschen Bevölkerung. Viele von ihnen sind berufstätig, allerdings besetzen sie in Baden-Württemberg nur 27 Prozent der Führungspositionen. Nach wie vor gibt es auch Unterschiede in der Bezahlung, eklatant mit mehr als 25 Prozent bei Meisterinnen und Akademikerinnen. Diese und weitere Rahmenbedingungen legte Dagmar Neubert-Wirtz in ihrem Impulsvortrag beim zweiten Biberacher Frauenwirtschaftstag dar, zu dem die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und die Wirtschaftsförderung der Stadt Biberach eingeladen hatten.

Erster Bürgermeister Ralf Miller freute sich, Vertreterinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie der IHK Ulm, den Unternehmerfrauen im Handwerk, aus öffentlichen Verwaltungen und den Wirtschaftsjunioren begrüßen zu dürfen und bezeichnete es als wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel und zentralen Bestandteil einer zukunftsorientierten Standortpolitik, den Frauenanteil im Management zu erhöhen. Biberach unterstütze und helfe dabei soweit möglich. Als Beispiel nannte er die Betreuungsangebote von der Kita über Kindergärten bis zu Ganztagsangeboten an den Schulen.

Dass solche Angebote wichtig sind, kam auch bei der Gesprächsrunde mit Stefanie Fischer, Manja Peter und Eva-Britta Wind zum Ausdruck, die über ihre Erfahrungen in Führungspositionen berichteten. Sie sei eine „leidenschaftliche Berufstätige“, ließ Stefanie Fischer, zweifache Mutter, Prokuristin und Kaufmännische Leiterin im Familienbetrieb, wissen. Die freiberufliche Architektin und Mutter von vier mittlerweile erwachsenen Kindern, Manja Peter, habe in ihrem Berufsleben viel von Männern gelernt, „Klarheit und Struktur“, habe aber die Erfahrung gemacht, als Frau mehr können und wissen zu müssen, um gleichberechtigt behandelt zu werden. Letzteres bestätigte die Erste Bürgermeisterin der Stadt Laupheim, Eva-Britta Wind. Auf ihrem Berufsweg mit Kind in eine Führungsposition habe sie aber auch große Unterstützung aus der Verwaltung erhalten. Mittlerweile arbeitet sie in Vollzeit und ihr Mann in Teilzeit.

Einigkeit bestand, dass Frauen einfach anders sind und agieren, andere Prioritäten setzen und dazu auch stehen und als Frauen zusammenhalten sollten. Dass Abstriche gemacht werden müssen, um Familie und Führungsposition in Einklang zu bringen und dass Frau dabei an sich selbst zuletzt denkt, wurde unisono festgestellt, weshalb es wichtig sei, dass jede Frau den für sie richtigen Weg findet, ohne sich von Dritten beirren zu lassen. „Führen in Teilzeit ist möglich“, darin waren sich die Anwesenden bei einer Spontanabstimmung einig. Und ebenso zuversichtlich, dass es künftig mehr Frauen in Führungspositionen geben wird.

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