Flüchtlinge starten ins Berufsleben

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Die Absolventen freuen sich gemeinsam mit ihren Lehrern und Betreuern über den erfolgreichen Kurs.
(Foto: SZ- Tanja Bosch)

Geht es um die Integration von Flüchtlingen, spielt das Thema Arbeiten eine große Rolle. Einen Beruf zu erlernen und eine Arbeit zu finden, ist für viele dieser Menschen sehr wichtig. Sie wollen ihr eigenes Geld verdienen und unabhängig vom Staat sein. Das Projekt „Perspektiven für Flüchtlinge“, das von der Agentur für Arbeit gefördert und im BFZ (Berufliches Fortbildungszentrum der bayerischen Wirtschaft) in der Freiburger Straße in Biberach umgesetzt wird, unterstützt Flüchtlinge bei ihrem Vorhaben.

Acht Teilnehmer aus verschiedenen Ländern haben den ersten Kurs des Pilotprojekts jetzt erfolgreich abgeschlossen, ein neuer Kurs hat am Montag begonnen. Nooralden Abo Alhaiga ist einer der Absolventen am BFZ. Für den 24-Jährigen aus Palästina war dieses Projekt ein Glücksfall: „Hier ist es sehr gut für mich, ich habe jetzt einen Arbeitsvertrag bekommen.“ Teil des Kurses ist ein sechswöchiges Praktikum. Nooralden Abo Alhaiga hat das bei der Firma Berger in Ummendorf gemacht und dort beginnt er nun auch seinen ersten Job in Deutschland. „Ich bin sehr glücklich, ich habe die ganze Zeit Arbeit gesucht, aber es ist sehr schwer ohne Hilfe.“ Denn allein würden er und andere Flüchtlinge das nicht schaffen.

Mehr Projekte wären hilfreich

Mithilfe von der Arbeitsagentur und dem BFZ ist allerdings einiges möglich. „Wir sind wirklich sehr stolz auf unsere Teilnehmer“, sagt Seminarleiterin Diane Steinert. „Und eigentlich haben wir für jeden der acht Männer eine Arbeit oder eine Weiterbildung gefunden. Einer arbeitet künftig als Maler, einer im Metallbereich und einer als Lastwagenfahrer. Zwei werden eine Ausbildung beginnen.“ Für Diane Steinert ist dieses Projekt von der Agentur für Arbeit sehr wertvoll. „Es sollte viel mehr solche Kurse geben, denn das bringt die Menschen wirklich weiter.“ Voraussetzung sei aber natürlich die Sprache. „Die Teilnehmer brauchen eine Grundlage in Deutsch, sonst macht das Praktikum keinen Sinn, denn im Betrieb sind sie auf sich alleine gestellt“, sagt Ann-Kathrin Kantorek von der Agentur für Arbeit.

Für Diane Steinert war die Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen etwas Besonderes: „Die Teilnehmer waren so hoch motiviert, immer pünktlich und es gab auch keine Fehlzeiten.“ Ganz entgegen aller Klischees: „Ich weiß, sie wollen arbeiten. Sie brauchen aber jemanden, der ihnen hilft.“ Die Betriebe in und um Biberach seien sehr offen bei Anfragen für eine Praktikumsstelle gewesen. „Und immerhin hat sich daraus bei einigen eine feste Anstellung ergeben“, freut sich Steinert.

Ahmad Jawid aus Afghanistan beginnt im September eine Ausbildung zum PTA (pharmazeutisch-technischer Assistent). In seiner Heimat hatte der 33-Jährige eine eigene Apotheke, das wird in Deutschland nicht anerkannt. „Ich habe ein Praktikum in Riedlingen gemacht, das hat mir viel Spaß gemacht“, sagt der Familienvater, der mit seiner Frau und den drei Kindern in Uttenweiler lebt. „Ich freue mich, wieder in der Apotheke zu arbeiten.“ Mit der Sprache ist das allerdings so eine Sache: „Ich muss noch besser Deutsch lernen. Wenn die Leute dann Schwäbisch sprechen, ist das sehr schwer für mich.“

Weitere Infos über das BFZ in der Freiburger Straße 69 unter Telefon 07351/18020, per E-Mail an

info@dua.bfz.de

oder unter

www.dua.bfz.de

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