Filmfestjubiläum kommt teurer als erwartet

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Der Vorstand des Vereins Biberacher Filmfestspiele: Klaus Buchmann (vorne l.), Tobias Meinhold (vorne r.), Christian Kaufmann un
Der Vorstand des Vereins Biberacher Filmfestspiele: Klaus Buchmann (vorne l.), Tobias Meinhold (vorne r.), Christian Kaufmann und Daniela Hildebrandt (Mitte) sowie Helga Reichert und Reinhard Brockof (hinten). (Foto: Mägerle)
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Im Jahr 2018 sind die 40. Biberacher Filmfestspiele gefeiert worden – ein Jubiläum, das sich sehr negativ in der Kasse des Vereins Biberacher Filmfestspiele niedergeschlagen hat. Die Finanzmittel sanken um 110 000 Euro auf jetzt knapp 50 000 Euro. Dies gab Schatzmeister Christian Kaufmann bei der Mitgliederversammlung am Dienstag im Traumpalast bekannt. Der Verein sei finanziell weiterhin solide unterwegs, wolle aber künftig wieder vorsichtiger wirtschaften.

„Wir hatten ein Jubiläum, und da haben wir die oberschwäbische Sparsamkeit mal etwas beiseite geschoben und es richtig krachen lassen“, sagte Vorsitzender Tobias Meinhold zur Finanzlage. Er räumte allerdings auch ein, dass die Kosten etwas höher ausgefallen seien als ursprünglich geplant. Allein 62 000 Euro seien für das Jubiläum angefallen: unter anderem für Sonderveranstaltungen im Vorfeld, eine neues Logo und neue Videotrailer. Bei den regulären Kosten außerhalb des Jubiläums machten vor allem Ausgaben für Werbung, Reisekosten für Filmschaffende und auch der neue Nutzungsvertrag mit dem Traumpalast die größten Blöcke aus, so Schatzmeister Kaufmann. Für unerwartete Mehrkosten habe auch die Datenschutz-Grundverordnung gesorgt, fügte Meinhold hinzu. Die Einnahmenseite des Vereins sei mit rund 301 000 Euro relativ stabil, sagte der Schatzmeister. Hier bilden die Zuschüsse von Stadt und Land sowie die Eintrittsgelder die größten Posten.

Einnahmen und Ausgaben gegeneinander gerechnet, hat das zur Folge, dass sich die Finanzmittel des Vereins von rund 160 000 auf knapp 50 000 Euro reduzieren – eine erwartete Steuerrückerstattung bereits eingerechnet. Das Ganze habe auch sein Gutes, meinte Kaufmann. Habe der Filmfestverein als gemeinnütziger Verein nämlich zu viel auf der hohen Kante, laufe er Gefahr, die Fördermittel des Landes zu verlieren. Das habe in der Vergangenheit bereits zu Diskussionen geführt. Die Mitglieder müssten sich aber keine Sorgen machen: „Wir sind für die nächsten Jahre absolut durchfinanziert, wenn wir uns am Riemen reißen“, sagte Kaufmann.

Wie dieses Am-Riemen-Reißen aussehen soll, skizzierte Vorsitzender Meinhold. So sollen die Einnahmen speziell im Bereich Sponsoring leicht gesteigert werden. Hierzu sei man bereits in Erfolg versprechenden Gesprächen. „Unsere größte Baustelle ist sicher die Ausgabenseite“, so Meinhold. So wolle man sowohl Werbe- als auch Reisekosten herunterfahren. Gleichzeitig kommen aber neue oder höhere Kosten auf den Verein zu: so das Salär für die neue Intendantin Helga Reichert, die Kosten für die Nutzung des Kinos oder auch Verleihgebühren an die Produzenten der Filme.

Positiv ist in diesem Zusammenhang auch, dass von den rund 16 000 ausgegebenen Tickets bei den vergangenen Filmfestspielen lediglich 1400 Freikarten für Filmschaffende, Sponsoren und Medienvertreter waren, der Rest aber in den freien Verkauf ging. Dies führe zu einer durchschnittlichen Auslastung der etwa 90 Vorführungen von rund 82 Prozent, sagte der frühere Intendant und Festivalgründer Adrian Kutter bei der Versammlung.

Appell zu Sparsamkeit

„Die Liquidität ist gewährleistet, wir haben ein gutes Polster“, sagte Kassenprüfer Tobias Krohn und bescheinigte Christian Kaufmann eine einwandfreie Kassenführung. Dieser wurde, wie auch der gesamte Vorstand, entlastet. An die Adresse des Vereinsvorstands richtete Krohn den Appell, in den nächsten Jahren vorsichtig und sparsam zu wirtschaften. Einer Satzungsänderung, die es dem Verein ermöglicht, der neuen Intendantin eine angemessene Vergütung zu bezahlen, stimmte die Mitgliederversammlung einstimmig zu.

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