Fetzige Musik im bunten Scheinwerferlicht

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Dirigent Andreas Winter unterhielt gemeinsam mit der Stadtkapelle Biberach das Publikum.
Dirigent Andreas Winter unterhielt gemeinsam mit der Stadtkapelle Biberach das Publikum. (Foto: Günter Vogel)
Günter Vogel

Die jungen Musiker der Kleinen Schützenmusik haben unter der Leitung Berthold Schick die Wieland-Park-Serenade am Freitagabend in Biberach eröffnet.

„Mountain Wind“, der Bergwind, ist ein kleines, feines Konzertwerk von Martin Scharnagl. Die musikalisch reizvolle Komposition bietet schöne Melodien und eine berührende Atmosphäre. Mit Schlichtheit erzielt der Komponist eine große emotionale Wirkung. Zum Schluss eine effektvolle hymnische Erweiterung.

Armin Kofler beschäftigt sich in der Komposition „Schmelzende Riesen“ differenziert tonmalerisch mit der Klimaerwärmung und dem Rückzug alpiner Gletscher.

„Baba Yetu“ von Christopher Tin war eine Auftragskomposition für das Computerspiel Civilization IV. Der Text von Baba Yetu ist das „Vaterunser“ in Swahili, einer in Ostafrika verbreiteten Bantusprache.

In „Fascination drums“ von Ted Huggens haben die Schlagzeuger ihren großen Auftritt. Neun Schlagwerker mit Percussion-Instrumenten von der Pauke bis zur Luftpumpe mit fröhlichem Pfeifton getalteten faszinierende Rhythmusfolgen.

Und dann der Einstieg der Stadtkapelle unter der Leitung von Andreas Winter mit dem Ohrwurm der Ouvertüre „Pique Dame“ von Franz von Suppé. Wie manch andere Werke von Suppé auch, kennt man von dieser Operette nur noch die von Orchestern und Zuhörern höchst beliebte und viel gespielte Ouvertüre.

1850 schrieb Johann Strauß eine seiner mehr als einhundert Polkas, die „Scherzpolka“, gemächlich und in zurückhaltender Tonstärke. Assoziationen zu ländlichem Tanzboden, und es hüpfen die Burschen und die Madln.

Einer der großen Knüller der Unterhaltungsmusik stammt von Cole Porter: „Begin the Beguine“ im rumbaähnlichen, aber langsameren Rhythmus. Aus der Taufe gehoben wurde das Stück vom legendären Klarinettisten Artie Shaw. Jetzt zauberte Michael Nover auf seinem Instrument den einschmeichelnden Klang, umtanzte die orchestralen Klangformationen, die Erinnerungen an an Tropennächte weckten, in denen sich die Palmen nach dem Takt des Tanzes wiegen.

Die Älteren erinnern sich an den Song „Mit 17 fängt das Leben erst an“, 1961 von Ivo Robic gesungen. Das Original war das ein Jahr zuvor entstandene rhythmische „Save The Last Dance for Me“ von Mort Shuman. Wunderbar weicher Sound der Sechziger.

Ein Medley der Songs von Elvis Presley öffnete bei vielen Konzertgästen die Erinnerungskanäle. Man hörte zehn Songs vom wunderschön lyrischen „Can’t Help Falling in Love“ bis zum rasanten Knüller „Jailhouse Rock.“

Die Trommler des Spielmannszuges hatten dann mit ihren beleuchteten Schlegeln einen optisch und akustisch faszinierenden großen Auftritt.

Zum Schluss spielten alle 150 Musiker gemeinsam den langsamen Satz „La Paix“ und die militärmusikalische „La Réjouissance“ aus der „Feuerwerksmusik“ von Händel.

Das war ein wunderschöner Konzertabend, akustisch geprägt durch die großartigen Leistungen der Musik, optisch und stimmungsmäßig getragen durch die phantasievolle Beleuchtung. Und das Wetter trug mit milder warmer Luft bei zu einem runden Abenderlebnis.

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