Fernsehpreis für Philipp Käßbohrer aus Biberach

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Schwäbische Zeitung
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Der aus Biberach stammende Filmemacher und Produzent Philipp Käßbohrer (28) hat zusammen mit seinem Kollegen Matthias Schulz in Köln den Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises erhalten. Dieser ist mit 15.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wurden die beiden für die Talkshow „Roche & Böhmermann“, die Käßbohrer und Schulz für den Spartenkanal „ZDFkultur“ produzieren. Sie erhielten den Preis im Rahmen einer Fernsehshow, die am Dienstag aufgezeichnet und am Donnerstagabend im ZDF ausgestrahlt wird, aus den Händen von Charlotte Roche und Jan Böhmermann – den Moderatoren ihrer Talkshow.

„Das war zu 100 Prozent überraschend“, erzählt Käßbohrer der SZ. Jan Böhmermann habe ihm erzählt, dass er den Preis an einen jungen Schauspieler verleihe. „Deswegen habe ich mich zurückgelehnt und war total entspannt, bis ich plötzlich merkte, dass es nicht um einen jungen Schauspieler, sondern um Matthias und mich geht.“ Was er in der Dankesrede auf der Bühne gesagt habe, sei ihm gar nicht mehr so bewusst. „Ich muss mir das selbst im Fernsehen nochmal anschauen“, sagt Käßbohrer.

Ausgezeichnet wurden Käßbohrer und Schulz „für den Retro-Look und die Seele der Sendung“, so die Begründung der Jury. So wirkt die Sendung, die seit Februar läuft, in Ausstattung und Umsetzung wie eine Talkshow aus den 70er-Jahren.

„Wir wollten eine Sendung, bei der authentische Gespräche und Momente im Vordergrund stehen“, erklärt Käßbohrer das Konzept. Weil die Show sich von sonst üblichen Formaten unterscheide, hätte sie in den vergangenen Monaten sehr viel Beachtung in der Branche, aber auch beim Publikum gefunden.

Für die Produktion gründete Philipp Käßbohrer zusammen mit Matthias Schulz und weiteren Studienkollegen der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln eine eigene Firma, die Bildundtonfabrik. In das junge Unternehmen wollen sie auch das Preisgeld investieren, „und natürlich auch ne kleine Party schmeißen“, sagt Käßbohrer, dem eines ganz wichtig ist: „Das ist kein Preis für uns beide, sondern für das ganze Team.“

Käßbohrer, der am Biberacher Pestalozzi-Gymnasium sein Abitur und in der Medienwerkstatt seine ersten Filmerfahrungen gemacht hat, will auch künftig seiner Heimatstadt verbunden bleiben. „Wir arbeiten gerade an einem Filmprojekt, für das wir vielleicht auch in Biberach drehen werden“, sagt er. Er drehe ohnehin lieber in Oberschwaben als in der Großstadt. Zu den Biberacher Filmfestspielen, bei denen er schon mehrfach mit Filmen vertreten war, werde es ihm dieses Jahr aber leider nicht reichen. „Ich habe leider nichts, was ich hätte einreichen können, dafür war das Jahr durch die Fernsehproduktion einfach zu arbeitsintensiv.“

Wie es mit der preisgekrönten Talkshow „Roche & Böhmermann“ weitergeht, weiß Käßbohrer noch nicht. Die letzte von 16 Folgen für dieses Jahr sei gerade aufgezeichnet worden. „Ob wir weitermachen, hängt davon ab, ob sich das ZDF gleich wenig einmischt wie bisher, und ob die Moderatoren weitermachen wollen.“

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