Fast 54000 Euro fließen an Projekte aus der Region Biberach

 Mit der Spende aus der SZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ unterstützt der Förderverein Piela-Bilanga aus Ochsenhausen m
Mit der Spende aus der SZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ unterstützt der Förderverein Piela-Bilanga aus Ochsenhausen mehrere Frauengruppen in Burkina Faso, die Cremes, Seife und Öl für den einheimischen Markt herstellen, um mit dem Einkommen die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Mit der Rekordspendensumme von rund einer Million Euro ist die Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ der „Schwäbischen Zeitung“ zu Ende gegangen. Das hat zur Folge, dass jedes der elf Projekte, die aus dem Gebiet der SZ-Ausgabe Biberach mit dabei sind, nun 4900 Euro aus dem Spendentopf erhält –insgesamt also 53900 Euro. In kurzen Dankesbotschaften erläutern die Projektverantwortlichen, was mit dem Geld geschieht.

Alfons Siegel, Vorsitzender des Arbeitskreises Entwicklungspolitik Biberach (AKE): „Hocherfreut, dass der AKE Biberach für seine Projekt- und Nothilfe aus der jüngsten Weihnachtsaktion der Schwäbischen Zeitung den bisher höchsten Betrag von 4900 Euro erhält, dankt die Aktionsgruppe allen Spendern herzlich! Zur Hälfte wird damit weiter über die Organisation Don Bosco Mondo das Berufsbildungszentrum Sunyani in Ghana unterstützt. Mit dem Geld wird zum Beispiel besseres Lernmaterial angeschafft, vor allem um die Ausbildung,unter anderem . zu Bauhandwerkern, effizienter und praxisorientierter zu gestalten. Zudem werden Mittel für weitere Maßnahmen gegen Corona eingesetzt. Um den Schutz vor der Pandemie und die Linderung der Folgen geht es dem AKE auch mit der andern Hälfte des zugesagten Betrags für seine ,Aktion 3-fach’. Damit wird Menschen geholfen, die im Kreis Biberach, im europäischen Ausland und in Entwicklungsländern, wegen Corona in Bedrängnis geraten sind.“

Ralph Lang vom Indienprojekt der Gebhard-Müller-Schule Biberach: „Die Not durch die Pandemie ist bei unseren indischen Schülern groß. Hilfe ist dringend nötig. Wie wir das Geld genau einsetzen, werden die Schüler der Gebhard-Müller-Schule im direkten Videogespräch mit unserem indischen Partner vor Ort besprechen. Damit lernen unsere Biberacher Schüler, wie moderne Entwicklungszusammenarbeit funktioniert. Nicht wir wissen besser, was die Menschen in der Wüste Thar brauchen, sondern diejenigen, die die Umstände kennen und viele Jahrzehnte Erfahrung haben. So ist das Indienprojekt auch immer ein Bildungsprojekt für die Biberacher Schüler. Dank Ihrer Hilfe machen sie die wunderbare Lebenserfahrung, dass sie die Welt zum Besseren verändern können. Vielen Dank dafür!“

Pater Alfred Tönnis von der Stiftung „Heimat geben“: „Wir freuen uns über diese große Spende. Im Juni 2021 werden wir wieder nach Syrien gehen, um Gespräche in Bezug auf das Kindekrankenhaus in Homs zu führen und gleichzeitig auch mit dem Spendengeld Waisenkindern und Familien in Notsituationen zu helfen. Wir werden notwendige Kleidung in einem Sozialprojekt in Hama kaufen. Dieses Projekt haben wir schon einmal unterstützt. Dort arbeiten in einer Näherei etwa 25 Personen – überwiegend Frauen, Menschen mit und ohne Behinderung sowie Christen und Muslime. Sie produzieren Jacken, Hosen, Mäntel und andere Kleidung auf Bestellung in allen Größen. Wir kaufen dort eine größere Menge Waren und verteilen sie dann auf einer Benefizveranstaltung in Homs an etwa 200 Waisenkinder aus verschiedenen Waisenhäusern. Je nach Spendengeldern unterstützen wir noch Menschen, die einfache Prothesen notwendig gebrauchen. Im Namen dieser Menschen sage ich ein herzliches Dankeschön.“

Silvia Sonntag vom Weltladen Biberach: „Mit der Aktion #fairwertsteuer unterstützt der Weltladen Biberach Fair-Handels-Produzenten im globalen Süden. Dabei wird die Mehrwertsteuer-Absenkung nicht an die Kunden weitergegeben, sondern wird über einen Fonds an die Produzenten weitergeleitet. Die Aktion wird getragen von Weltläden, dem Weltladen-Dachverband, der Fair-Handels-Beratung, dem Forum Fairer Handel, der Lieferanten-Initiative (GEPA, GLOBO, El Puente, WeltPartner) und dem FAIR BAND. Für uns als Weltladen Biberach war schnell klar, dass wir uns an der aktion #fairwertsteuer beteiligen. So können wir die Produzenten stärken, damit sie und ihre Organisationen die Krise hoffentlich gut überstehen. Der Beitrag unserer Kunden wird nun noch erhöht durch die Spende aus „Helfen bringt Freude“. Unser Dank geht an alle SpenderInnen und KundInnen die wir hoffentlich bald wieder im Laden begrüßen dürfen.“

Michael Höschele vom Verein Himalayan Project: „Wir werden den Betrag zweckgebunden für zwei Projekte einsetzen:

1. die Fertigstellung der Baustelle Shree Nagdevi Secondary School in Mate (ca. zwei Stunden südwestlich von Lurpung (Nepal) gelegen) von Kindergarten bis Klasse 10, die wir schon seit Jahren unterstützt haben, zum Beispiel mit dem Bau einer Photovoltaikanlage, da es in dieser abgelegenen Gegend immer noch keinen Strom gibt. Der Rohbau des Schulgebäudes konnte wegen fehlender Eigenmittel nicht fertig gestellt werden, und das ziehen wir im Moment durch, die Bauarbeiten laufen zur Zeit. Dafür benötigen wir einen Betrag von mindestens 20 000 Euro.

2. Der Bau eines neuen und großen Wasserspeichers sowohl für das Dorf Lurpung als auch für unseren Schulcampus in Lurpung. Für diesen wurde extra mit dem Bagger ein Versorgungsweg in den Hang gebaut, damit Stahl und Zement auf die Baustelle geliefert werden kann. Das ist günstiger als eine Lieferung mit dem Helikopter. Er wird so groß werden, dass er eine regelmäßigere Wasserversorgung sowohl für die Haushalte (Menschen und Vieh) im Dorf, für die Schultoiletten und für das neue Lehrerhaus als auch für die Bewässerung der Felder während der Trockenheit gewährleisten kann. Wir hoffen, dass wir damit nun endlich genügend Wasser zwischenspeichern können. Dafür wurden mindestens 12 000 Euro veranschlagt. Auch hier laufen momentan die Bauarbeiten.

Livingroom: Überwältigt von der neuerlichen Spende zeigt sich auch Helene Kopf von der Ökumenischen Migrationsarbeit von Caritas und Diakonie. Im Livingroom, dem Begegnungstreff nicht nur für Geflüchtete im Herzen der Stadt Biberach, bieten ehren- und hauptamtlich Engagierte vielfältige Beratung und Unterstützung an. Nach der Pandemie soll der Livingroom mit offenen Begegnungsangeboten wieder mehr zum „Wohnzimmer“ werden, in dem man sich gerne zum Gespräch und Austausch trifft, Ideen entwickelt und umsetzt. Mithilfe der Spendengelder soll die bestehende Ausstattung mit neuen Möbeln ergänzt werden. Die vorgesehene Digitalisierung soll allen Nutzern zugutekommen und neue Möglichkeiten ortsungebundener Unterstützung und Beratung eröffnen.

Gerold Dobler vom Verein Tanora: „ Der Verein Tanora bedankt sich ganz herzlich für die erneut grandiose Spendenbereitschaft der Leser der Schwäbischen Zeitung. Die mit der Weihnachtsaktion 2020 erzielte Zuwendung bildet den Grundstock für ein gerade angelaufenes Projekt in Madagaskar. Tanora wird damit die Krankenstation in der Kommune Ambalabe technisch unterstützen. Konkret ist vorgesehen, PV-Panels für Elektrizität zu errichten und eine Brunnenbohrung für fließendes Wasser durchzuführen. Dazu kommt ein für die Lagerung von Medikamenten und Impfstoffen dringend erforderliches Kühlgerät. Diese bislang fehlenden Infrastruktur-Elemente verbessern die Funktionsfähigkeit der einzigen medizinische Anlaufstelle für mehr als 24 000 Bewohner der umliegenden Dörfer.“

Erwin Wiest vom Förderverein Piela-Bilanga: „Der Vorstand des Piela-Bilanga-Fördervereins bedankt sich bei den Spendern der Weihnachtsaktion. Da es nun deutlich mehr Geld geworden ist, als ursprünglich erwartet, kann sogar ein weiteres „Mikro-Projekt“ in Burkina Faso gefördert werden. Mit den insgesamt 4900 Euro werden ganz konkret vier Frauengruppen mit jeweils um die 50 Frauen unterstützt. Die Frauen sammeln und verarbeiten Nüsse von einheimischen Bäumen zu fettreichen Cremes und Seife und gewinnen Öl aus Sesamkörner. Diese Erzeugnisse sind auf den einheimischen Märkten sehr begehrt. Die Cremes dienen der Wundheilung, das wertvolle Öl ist zum Kochen sehr begehrt. Es werden Mühlen, Alu-Schüsseln, Eimer, Schöpflöffel, Behältnisse diverser Größe für den Verkauf und vieles mehr angeschafft. Mit dem Verkauf erwirtschaften die Frauen eigenes Einkommen, das in die Ausbildung ihrer Kinder fließt.“

Kinderhilfe Ugwaku: „Vergelt’s Gott millionenfach!“, schreibt der frühere Biberacher Pfarrer Paul Odoeme den SZ-Lesern für ihre Spenden. Er hilft seit Jahren dabei, Kindern in seinem Heimatdorf Ugwaku (Nigeria) eine Schulbildung zu ermöglichen. Der Vereinsvorsitzende Hans Wycisk erläutert: „Das Spendengeld wird zu Installierung der dringend benötigten Photovoltaik-Anlage und zum Kauf eines 9000 Quadratmeter großen Urwald-Grundstücks verwendet. Warum wird „Urwald“ gekauft? Nachdem die Corona-Pandemie auch Nigeria überrollt hat und es zu Hungersnöten kam, reagierte der Verein mit einem Spendenaufruf, um Lebensmittel zu beschaffen und diese in vier Dörfern rund um Ugwaku zu verteilen. Es war eine großartige Geste, die vielen armen Familien zum Überleben half. Damit die Menschen zukünftig auf ähnliche Katastrophen vorbereitet sind, wird nun Urwaldgelände gekauft und zu einer landwirtschaftlichen Fläche umfunktioniert, damit dort Gemüse angebaut werden kann.

Verein Ushirika: Der Verein mit Sitz in Uttenweiler fördert seit neun Jahren die handwerklische Schule Msulwa Youth Polytechnic (MYP) in Kenia. Spenden für die Ausstattung dieses Gebäudes. Neben Material für Werkbänke, Schränke und Regale sollen auch Werkzeuge und Materialien für die Ausbildung angeschafft werden. In der Corona-Zeit haben sich einige Lehrer und Schüler zusammengetan und die Bedingungen an der Schule verbessert. Eine bestehende Hütte mit Schilfdach wurde abgebrochen und durch eine gemauerte Werkstatt mit Metalldach ersetzt. Die Spenden aus der SZ-Weihnachtsaktion sollen für Material, Werkbänke, Werkzeuge, Schränke, und Regale verwendet werden. Vieles wird vor Ort gekauft.

Christine Gratz vom Müttertreff Ubuntu: „Das Geld aus der SZ-Spendenaktion soll unter anderem für Ausflüge mit den Frauen und ihren Kindern verwendet werden. Als erste Idee ist ein Zoobesuch in Ulm geplant. Natürlich erst, wenn es coronabedingt wieder möglich ist. Zum anderen werden wir auch die Honorarkosten für die Hebamme damit finanzieren. Gerade die Unterstützung durch unsere Hebamme ist hier ganz besonders wichtig, da die Frauen so sehr unkompliziert eine qualifizierte Ansprechpartnerin haben.“ Vor zwei Jahren haben Christine Gratz von der Schwangerschaftsberatung der Caritas und die Hebamme Terhas Woldeyohannes-Riegger den Müttertreff gegründet mit dem Ziel, schwangeren Frauen und Müttern aus allen Teilen der Welt ihre Unterstützung anzubieten.

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