„Falsche Polizisten“ rufen mehr als 80 Mal an – so funktioniert die Betrugsmasche

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 Die Polizei gibt Tipps, wie Angerufene sich verhalten sollten.
Die Polizei gibt Tipps, wie Angerufene sich verhalten sollten. (Foto: dpa/Symbol)
Schwäbische Zeitung

Derzeit melden sich vermehrt Personen bei der Polizei, die von sogenannten falschen Polizisten angerufen wurden. Drei Senioren aus dem Raum Ulm wurden diese Woche bereits um ihr Erspartes gebracht.

Knapp 80 weitere Male scheiterten sie im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm. Aus dem Landkreis Biberach waren Menschen aus Biberach, Ertingen, Ochsenhausen, Schwendi und Warthausen betroffen.

Am Montag gingen zwei Senioren Betrügern auf den Leim und legten ihre Ersparnisse vor die Tür. Am Dienstag brachten Unbekannte erneut einen Senior aus Ulm um Gold und Schmuck.

Gutgläubiger Senior folgte der Anweisung

Ein angeblicher Kriminalbeamter forderte den Mann am Telefon dazu auf, seine Wertsachen aus dem Schließfach der Bank zu holen. Dort sollen angeblich mehrere Fächer von Kunden, auch seines, leergeräumt werden.

Um den Tätern eine Falle zu stellen, solle er die Wertsachen der Polizei übergeben. Nach der Festnahme der Täter könne er sie bei der Polizei wieder abholen.

Der gutgläubige Senior folgte der Anweisung und deponierte seine Wertgegenstände auf seinem Grundstück. Ein Unbekannter holte sie ab. Der Betrug fiel erst auf, als der vorgetäuschte Rückruf des falschen Polizisten ausblieb.

Um sich vor falschen Polizeibeamten zu schützen, gibt die Polizei folgende Tipps: Die Polizei fragt am Telefon nicht nach Wertsachen, ohne dass der Betroffene zuvor eine Anzeige erstattet hat.

Nie Details zu Finanzen preisgeben

„Geben Sie daher am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis“, warnt die Polizei. Betrüger wählen ihre Opfer häufig anhand des Vornamens aus dem Telefonbuch aus.

Daraus können sie oftmals Rückschlüsse auf das Alter ziehen. Senioren werden bevorzugt übers Ohr gehauen. „Überlegen Sie sich also, ob sie zumindest ihren Vornamen löschen oder abkürzen lassen. Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie nicht auf derartige Forderungen ein“, so die Polizei weiter.

Zudem sollen Betroffene die 110 oder die örtliche Polizeidienststelle anrufen – und dabei niemals die Rückruftaste benutzen. Zudem sollte man sich die angezeigte Nummer des Anrufers notieren und möglichst Stimme und Besonderheiten der Sprache des Anrufers einprägen. Auch empfiehlt die Polizei, Strafanzeige zu erstatten, falls man Opfer eines solchen Betrugs geworden ist.

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