Für Thomas Dörflinger beginnt jetzt die Arbeit

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Jetzt geht’s an die Arbeit: CDU-Landtagskandidat Thomas Dörflinger und Zweitkandidatin Alexandra Scherer haben die Arbeitshands
Jetzt geht’s an die Arbeit: CDU-Landtagskandidat Thomas Dörflinger und Zweitkandidatin Alexandra Scherer haben die Arbeitshands (Foto: Gerd Mägerle)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Die CDU im Wahlkreis Biberach schickt ihren Kandidaten Thomas Dörflinger mit viel Rückenwind in den Wahlkampf. Der 45-jährige Diplom-Betriebswirt (FH) und Familienvater aus Ummendorf siegte bei der Nominierungsversammlung in Schemmerhofen im ersten Wahlgang deutlich mit 52,02 Prozent der Stimmen der 472 anwesenden CDU-Mitglieder. Die beiden weiteren Kandidaten Peter Diesch (26,54 Prozent) und Petra Romer-Aschenbrenner (21,44 Prozent) hatten klar das Nachsehen. Zu Zweitkandidatin wurde Alexandra Scherer, Bürgermeisterin von Erlenmoos, mit 96,78 Prozent gewählt.

Die jeweils 20-minütigen Vorstellungsreden der drei Bewerber in der vollbesetzten Mühlbachhalle glichen sich, was die inhaltlichen Schwerpunkte anging. Neben reichlich Schelte gegen die Politik der grün-roten Landesregierung nannten alle die Themen Bildung, Infrastruktur, Wirtschaft, Finanzen und ländlicher Raum als wichtige Felder, auf denen sie sich für den Wahlkreis Biberach stark machen wollen.

Thomas Dörflinger, im Vermögensmanagement der Kreissparkasse Biberach, spielte dabei die Karte des erfahrenen Banken- und Wirtschaftsfachmanns, der weiß, auf was es im wirtschaftlich starken Landkreis Biberach ankommt. „Diese Wohlstand müssen wir jeden Tag hart erarbeiten.“ Bei seiner Kritik am momentanen Bildungschaos, schlug er geschickt den emotionalen Bogen zu seiner Familie und dem schulpflichtigen Sohn.

„Die Kommunalpolitik ist mir in die Wiege gelegt worden“, meinte Dörflinger mit Verweis auf die lange Amtszeit seines Vaters als Ummendorfer Bürgermeister. Auch er selbst sei seit langem kommunalpolitisch und ehrenamtlich engagiert. „Ich kann kämpfen, Sie können kämpfen, gemeinsam werden wir es schaffen!“, schloss er seine von reichlich Zwischenapplaus begleitete Rede.

Petra Romer-Aschenbrenner, die den Reigen der Vorstellungen eröffnet hatte, verwies auf ihre Erfahrung im Bildungsbereich, zum einen als Mutter, zum anderen als Referatsleiterin für Ausbildungsmarketing bei Boehringer Ingelheim. Die 47-Jährige ist ebenfalls bereits lange für die CDU in der Kommunalpolitik tätig, vorgeprägt durch ihren Vater, den früheren Bundestagsabgeordneten Franz Romer. „Ich weiß deshalb, was im Falle einer Wahl auf mich zukommt“, sagte sie.

Ihre Kandidatur stehe für eine offene moderne und wertkonservative CDU. Sie bringe ihre Lebens- und Berufserfahrung und einen „manchmal etwas anderen Blick auf die Themen“ ein. Deutlich wurde dies, als sie in der auf die Vorstellung folgende Fragerunde zu einer Aussage zur Familienpolitik aufgefordert wurde. „Die CDU muss eine Familienpolitik machen, die es den Familien ermöglicht, das für sie passenden Modell zu leben.“

Peter Diesch verwies in seiner Rede darauf, dass er durch seine Zeit als selbstständiger Reiseunternehmer und jetzt als Bürgermeister von Bad Buchau sich in Politik und Wirtschaft gut auskenne. Der 55-jährige Familienvater sah sich als Mittler zwischen Tradition und Moderne, die den Wahlkreis Biberach ausmachen. „Ein künftiger Abgeordneter braucht Integrationskraft und muss sich in diesen beiden Welten schwindelfrei bewegen können“, so Diesch und verwies auf sein vielfältiges Netzwerk im Landkreis.

Schneider fordert Kampfgeist

Der scheidende Landtagsabgeordnete Peter Schneider schwor die Versammlung ein, für den Regierungswechsel zu kämpfen, „denn die CDU-Jahre waren gute und starke Jahre für Oberschwaben“.

Reaktionen der Kandidaten

Thomas Dörflinger: „Ich bin fest davon ausgegangen, dass es einen zweiten Wahlgang gibt. Darauf hatte ich mich eingestellt. Ich bin völlig überwältigt und mir tut bereits die Hand weh von den vielen Glückwünschen. Meinen Mitbewerbern danke ich für den fairen Wahlkampf. Das gute Wahlergebnis ist für mich eine Verpflichtung und ich weiß, dass damit viele Hoffnungen und Erwartungen verbunden sind. Ich werde alles Erdenkliche tun, dem gerecht zu werden.“

Peter Diesch: „Ich kann eine gewisse Enttäuschung nicht verhehlen. Die Deutlichkeit des Votums macht es mir aber auch etwas leichter, es zu akzeptieren. Eigentlich hatte ich einen zweiten Wahlgang erwartet. Jetzt werde ich mich vielleicht ein paar Tage ärgern, aber dann geht die Arbeit weiter.“

Petra Romer-Aschenbrenner: „Das ist ein klares Votum für einen speziellen Politikstil und ein Stück weit auch ein Votum gegen eine Frau. Mich hat das in dieser Deutlichkeit total überrascht, weil ich uns drei Bewerber in etwa gleichauf gesehen habe. Eigentlich bin ich schon der Meinung, dass ich ausreichend Kompetenzen und Erfahrung für das Amt mitgebracht hätte. Für mich bedeutet die Entscheidung aber auch, dass ich Zeit gewinne. Meine Familie, mein Chef und meine Kollegen werden sich darüber freuen.“

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