Erste Biberacher Jugend-Klimadebatte führt an der Waldorfschule zu emotionalen Diskussionen

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 Stadträtin Magdalena Bopp (Freie Wähler, in der Mitte mit Mikrofon) äußert sich bei der ersten Biberacher Jugend-Klimadebatte z
Stadträtin Magdalena Bopp (Freie Wähler, in der Mitte mit Mikrofon) äußert sich bei der ersten Biberacher Jugend-Klimadebatte zum ÖPNV in Biberach. (Foto: Christoph Behm, Waldorfschule)
Schwäbische Zeitung

Um den Schutz des Klimas auf globaler wie auf lokaler Ebene ist es bei der ersten Biberacher Jugend-Klimadebatte gegangen. Die Debatte organisierten am Donnerstagabend vergangene Woche die Abiturienten der Waldorfschule zusammen mit ihrer Ethik-Lehrerin Elisabeth Le Monnier.

An der Debatte beteiligten sich die Biberacher Stadträte Petra Romer-Aschenbrenner (CDU), Josef Weber (Grüne) und Magdalena Bopp (Freie Wähler). Uschi Breunig-König und Michael Bachseitz von der Biberacher Greenpeace-Ortsgruppe und Professor Jörg Entress von der Hochschule Biberach hielten Vorträge. Wie die Waldorfschule berichtet, war das Interesse an der Debatte groß, der Veranstaltungssaal der Schule war voll besetzt.

„Was unternimmt die Stadt Biberach, um den im Grundgesetz verankerten Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen zu gewährleisten?“ Diese Frage stellten die zwei Schüler, die die Diskussion leiteten, den Stadträtinnen Romer-Aschenbrenner und Bopp. Sie sorgte laut Bericht der Schule dafür, dass die Debatte im voll besetzten Veranstaltungssaal emotional wurde: Zahlreiche Wortmeldungen des Publikums hätten von der Brisanz des Themas und vom dringenden Handlungsbedarf gezeugt, heißt es in dem Bericht. In ihrer Antwort wiesen die Rätinnen darauf hin, dass vieles bereits erreicht und Energiekonzepte für städtische Gebäude erstellt worden seien.

Auch das Thema „Öffentlicher Nahverkehr“ war laut Bericht bei der Debatte ein „Reizthema“. Die schlechte Erreichbarkeit Biberachs aus den umliegenden Gemeinden kritisierten zwei Schülerinnen des Pestalozzi-Gymnasiums (PG). Andererseits würdigten die Jugendlichen auch, dass der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) verbessert worden sei. Zahlreiche Zuhörer forderten den Ausbau von Radwegen und einen Rückbau bestehender Straßen, um die CO2-Bilanz zu verbessern. Auf mahnende Stimmen aus dem Publikum, auch die weltweite Entwicklung im Blick zu behalten, antwortete Stadtrat Josef Weber: „Wir müssen lokal denken und global handeln.“

Einen Einblick in ihr lokales Handeln gaben zwei Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums, die an der „Fridays for Future“-Gruppe beteiligt sind. Begeistert berichteten sie von den Anfängen der „ Fridays for Future“-Bewegung und ihrer Motivation, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Bei den „Friday for Future“-Aktionen gehen Schüler freitags während der Unterrichtszeit auf die Straße und protestieren für einen besseren Klimaschutz.

König und Bachseitz, Vertreter der lokalen Greenpeace-Gruppe, machten laut Bericht anhand ihrer seit den frühen 70er Jahren existierenden Bewegung deutlich, wie wichtig es ist, sich für den Umweltschutz weltweit zu vernetzen.

Jörg Entress von der Hochschule Biberach widmete sich in seinem Vortrag der Frage, wie die Menschheit in Richtung einer CO2-neutralen Zukunft steuern könnte.

Zwei Abiturientinnen der Waldorfschule sprachen über Konsum und Ressourcen. Sie mahnten, dass nur eine Rückkehr zu mehr Einfachheit und ein bewussteres Konsumverhalten eine weitere Zerstörung der Lebensgrundlagen verhindern könne.

Fortsetzung im Herbst

Die Initiatoren des Abends, die Abiturienten der Waldorfschule und ihre Ethik-Lehrerin Elisabeth Le Monnier, äußerten sich zufrieden mit dem Verlauf der ersten Biberacher Jugend-Klimadebatte und sprachen von einem „spannenden und konstruktiven Abend“. Wegen der Vielschichtigkeit des Themas und des großen öffentlichen Interesses solle die Veranstaltungsreihe im Herbst mit Vertretern der Stadt und der Wirtschaft und in Zusammenarbeit mit der Hochschule fortgesetzt werden, kündigte Le Monnier an. Dabei solle auch die Politik nicht zu kurz kommen: Ein Europapolitiker habe bereits fest zugesagt.

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