Die Spielklassenreform des Handballverbands Württemberg kommt sowohl beim HRW Laupheim (rechts Tim Rodloff) als auch bei der TG
Die Spielklassenreform des Handballverbands Württemberg kommt sowohl beim HRW Laupheim (rechts Tim Rodloff) als auch bei der TG Biberach nicht gut an. (Foto: Archiv: Volker Strohmaier)
Schwäbische Zeitung

Der Handballverband Württemberg (HVW) wird zur übernächsten Saison seine Spielklassen ändern. Dann wird in Württemberg laut einer Pressemitteilung in drei Ligen auf Verbandsebene gespielt. Dies beschloss das Präsidium des zweitgrößten Landesverbandes im Deutschen Handball-Bund (DHB) – bei einer Gegenstimme (Bezirk Esslingen-Teck) und einer Enthaltung (Bezirk Bodensee-Donau) – in seiner jüngsten Sitzung und folgte damit dem Antrag des Verbandsausschuss Spieltechnik/Spielkommission. Von der Saison 2020/21 an gibt es somit nur noch eine Württembergliga (bisher zwei Staffeln) mit 14 Teams im gesamten Verbandsgebiet, darunter sind zwei neue Verbandsligen mit jeweils 14 Mannschaften angesiedelt, gefolgt von dann vier statt wie derzeit drei Landesligen-Staffeln.

Keine klare Einmütigkeit gab es bei der Diskussion um die Staffelgrößen. HVW-Präsident Hans Artschwager aus Hildrizhausen stellte klar: „In einem der stärksten Landesverbände im DHB sollten wir mit mindestens zwölf Mannschaften in den Landesligen an den Start gehen.“ Weiter forderte er: „Bezirksvorsitzende, Schiedsrichterwarte und die Verantwortlichen auf Verbandsebene sind per Beschluss aufgefordert, kurzfristige Lösungen zur Schiedsrichtereinteilung auf Verbandsebene zu finden. Schlimmstenfalls können auf der Ebene der untersten Spielklassen keine Schiedsrichter mehr eingeteilt werden.“ Für den HVW-Präsidenten ist eine Landesliga-Staffel mit zehn Mannschaften schlichtweg „keine Option“.

Bis 19. Mai haben die Bezirke mit ihren Schiedsrichtervereinigungen und den Verbandsgremien nun die Aufgabe, eine Lösung zur Situation der fehlenden Schiedsrichter auf Verbandsebene zu finden. Dieses Datum wurde gewählt, da zu diesem Zeitpunkt die Absteiger aus der Baden-Württemberg-Oberliga feststehen und damit die Auf- und Abstiegskonstellation für die kommende Runde festgelegt werden kann. Die kommende Runde dient dann zur Qualifikation für die Saison 2020/21, in der die neue Struktur greift.

Der HVW beschäftigt sich seit mehr als eineinhalb Jahren mit einer Spielklassenstrukturreform. Hintergrund für die neuen Überlegungen war, Relegationsspiele über mehrere Wochen nach der Saison künftig zu vermeiden, aber auch die zunehmend sinkende Anzahl von Schiedsrichtern zu berücksichtigen. Ein erster Entwurf wurde im Herbst vergangenen Jahres den acht Bezirken mit insgesamt 370 Mitgliedsvereinen vorgestellt. Danach entstand nach Verbandsangaben unter Einbindung der Rückmeldungen aus den Vereinen die überarbeitete und jetzt beschlossene neue Spielklassenstruktur.

Auf die Spielklassen des Bezirks habe die Verbandsreform keine Auswirkungen, sagte Heiko Griebel (Röthenbach), Vorsitzender des Handballbezirks Bodensee-Donau, gegenüber der SZ. Einmalig möglich wäre, dass es aufgrund der für 2020/21 geplanten Einführung einer vierten und damit zusätzlichen Landesliga-Staffel in der Saison davor, also 2019/20, aus den Bezirksligen zwei Direktaufsteiger gebe. Derzeit sei man allerdings noch in der Diskussion um die Größe der künftigen vier Landesligen.

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