Ein Provisorium für Ringschnaits Kinder

Lesedauer: 8 Min
Der Weihnachtsmann besuchte am Donnerstag die Haushaltsberatungen des Bauausschusses. Auch er konnte dabei nicht alle Wünsche er
Der Weihnachtsmann besuchte am Donnerstag die Haushaltsberatungen des Bauausschusses. Auch er konnte dabei nicht alle Wünsche erfüllen, die die Stadträte für 2019 haben. (Foto: Gerd Mägerle)
Redaktionsleiter

Über rund 30 Fragen und Anträge der Gemeinderatsfraktionen zum Haushaltsplan 2019 der Stadt Biberach hat der Bauausschuss am Donnerstagabend diskutiert. Dabei ging es um große Wünsche, wie eine Sanierung des Biberacher Stadions, aber auch um scheinbar kleine Dinge, wie die Montage von Fahrradbügeln. Die SZ gibt einen Überblick über die wichtigsten Themen und Beschlüsse.

Biberacher Stadion: Die CDU hatte beantragt, dass die Stadtverwaltung in Abstimmung mit den Sportvereinen den finanziellen Aufwand ermitteln soll, der erforderlich ist, die Umkleiden, Schiedsrichterkabinen, Duschräume und Toiletten auf den Stand der Zeit zu bringen. Angesichts der Erfolge einiger Vereine (Beavers) solle auch über Besprechungsräume, VIP-Bereich, Bewirtung und Barrierefreiheit nachgedacht werden, so CDU-Rat Friedrich Kolesch. Alfred Braig (FDP) stimmte zu: „Das Stadion ist ein Sanierungsfall, das ist längst bekannt.“ Freie Wähler (FW) und Grüne sahen das moderater. Man solle zunächst mit den Vereinen reden, was gewünscht werde, und das Ganze in den nächsten Investitionsplan aufnehmen. Er habe nicht den Eindruck, dass das Stadion marode sei, sagte OB Norbert Zeidler. Es spräche aber nichts dagegen, eine Konzeption zu entwickeln, was dort zu machen sei. Die Stadt solle damit nicht zu lange warten, so Kolesch, und kleine Dinge sofort erledigen.

Bessere Beschilderung städtischer Einrichtungen: Auf einen Antrag der CDU hin will die Stadt unter anderem ihre Sporthallen 2019 mit großen Namensschriftzügen versehen lassen, damit sie von Auswärtigen besser gefunden werden. Die GPS-Daten aller Sporthallen wurden auf der städtischen Internetseite mit einer Verlinkung zu Google Maps hinterlegt. Auch für neue Stadteingangstafeln soll es Anfang 2019 einen Finanzierungsvorschlag geben, so Zeidler.

Belüftungsanlage Stadtteilhaus Gaisental: Der Veranstaltungssaal des Stadtteilhauses wird wohl keine Belüftungsanlage bekommen. Die SPD hatte dies beantragt, weil es bei abendlichen/nächtlichen Veranstaltungen in der warmen Jahreszeit immer wieder zu Anwohnerklagen kommt, wenn der Lärm durch die zum Lüften geöffneten Fenster nach außen dringt. Eine neue Lüftungsanlage müsse den Vorgaben für Versammlungsstätten entsprechen und sei deshalb unverhältnismäßig groß. Vertreter von SPD, FW und Grüne zeigten sich unglücklich mit dieser Lösung. Der Stadtteilhausverein sei auf Einnahmen aus Veranstaltungen angewiesen und man müsse nun überlegen, wie man den Verein unterstützen könne.

Veranstaltungsraum im Dach des Roten Baus: Abgelehnt wurde der Antrag der SPD, das Dachgeschoss des Roten Baus (Haus der Archive) zu einem Veranstaltungssaal auszubauen. Der Besucherandrang sei bei Veranstaltungen hin und wieder sehr groß gewesen, sagte SPD-Rätin Gabriele Kübler. Es seien im Roten Bau Räume für bis zu 90 Personen vorhanden, sagte Roland Wersch, als Hospitalverwalter für den Roten Bau verantwortlich. „Ich halte das für völlig unnötig.“

Kindergarten Ringschnait: Der unter Platznot leidende Kindergarten Ringschnait erhält im Januar 2019 einen Container beim Rathaus als provisorische Lösung für die nächsten vier bis sechs Jahre. In dieser Zeit soll ein Konzept erarbeitet und umgesetzt werden, ob der alte Kindergarten erweitert oder ein neuer gebaut wird. Der Wunsch der CDU, dieses Konzept bereits bis Mitte 2019 zu erstellen, sei nicht realistisch so OB Zeidler und Baubürgermeister Christian Kuhlmann.

Parkplätze in der Ulmer-Tor-Straße: Die Grünen hatten beantragt, die Parkplätze auf einer Straßenseite zugunsten eines Radwegs zu entfernen. Es gebe genügend Parkplätze im erweiterten Parkhaus Ulmer Tor, begründete Stadträtin Silvia Sonntag. Vonseiten der SPD gab es Zustimmung, der Rest des Ausschusses und auch die Verwaltung lehnten das Ansinnen ab. „Wenn wir die Gesamtgestaltung des Bereichs Ulmer-Tor-Straße angehen, dann diskutieren wir auch das Thema Parkplätze“, so Kuhlmann. Eine vorschnelle Entscheidung werde es nicht geben.

Zusätzliche Fahrradbügel: Die Grünen hatten einen Antrag für zusätzliche Fahrradbügel für Fahrräder und E-Bikes am Alten Postplatz gestellt, den sie aber im Lauf der Sitzung wieder zurückzogen. Man werde im Januar mit einem Vorschlag für einen Fahrradabstellplatz am Hafenmarkt in den Rat kommen, so Kuhlmann. Außerdem gebe es bereits ein Konzept für Fahrradabstellplätze in der Altstadt, das nun zur Umsetzung komme.

Umbau ZOB: Die CDU hatte beantragt, die Planungsmittel für die Neugestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) zu erhöhen, um ihn zu einer Verkehrsdrehscheibe für alle Verkehrsarten (Auto, Bus, Bahn, Fußgänger, Radfahrer) auszubauen. Bis zur Elektrifizierung der Südbahn 2021 sollte man davon schon etwas sehen können, so CDU-Rat Kolesch. Der Baubürgermeister gab ihm recht: „Der ZOB ist eine wichtige Drehscheibe.“ Eine Sitzungsvorlage sei in Arbeit, die zwei Varianten zur Neugestaltung des ZOB vorschlagen werde, so Kuhlmann. Schwierig gestalteten sich dabei die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Mit ihr gebe es im Januar einen Gesprächstermin, so Kuhlmann.

Beschilderung Stadtfriedhof/neuer Sargträgerwagen: Um Auswärtigen die Orientierung auf dem Biberacher Stadtfriedhof zu erleichtern, werden künftig DIN-A4-Pläne an den Infotafeln ausgelegt, die die Besucher mitnehmen können. Außerdem wird das Beschilderungssystem auf dem Friedhof wieder sichtbarer gemacht. Damit entspricht die Verwaltung zum Teil einem CDU-Antrag, der ein neues Beschilderungssystem gefordert hatte. Knapp abgelehnt wurde hingegen der Wunsch der CDU nach einem elektrisch betriebenen Sargträgerwagen und einem Rollstuhl für gehbehinderte Trauergäste. Es stünden drei voll intakte Sargträgerwagen auf dem Stadtfriedhof zur Verfügung, die mit Muskelkraft zu bewegen seien, so die Begründung der Verwaltung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen