Ein Hauch von Rennsport in Ringschnait

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Dieser Renner hat schon fast etwas von Formel 1.
Dieser Renner hat schon fast etwas von Formel 1. (Foto: Fotos: Melina Maier)
Melina Maier

Kinder und Erwachsene sind mit ihren zum Großteil selbstgebauten Seifenkisten am Samstag bei sonnigem Wetter den Bronner Berg neben der Dürnach-Halle heruntergebrettert. Auch die Zuschauer hatten viel Spaß beim Bestaunen der ungewöhnlichen Gefährte.

Seifenkisten, das sind kleine selbstgebaute Fahrzeuge ohne eigenen Antrieb, aber mit funktionierender Bremse und Lenkung. Das brauchen die Rennfahrer auch, wenn sie in Ringschnait den kurvigen Bronner Berg in ihren auffälligen selbstgebauten Wägen bewältigen. Nicht mehr als 50 Kilogramm darf ein Fahrzeug wiegen, wenn damit zum Rennen angetreten wird. Scharfe Kanten dürfen für den Fall, dass abgeschleppt werden muss, auch nicht vorhanden sein. Der Erlös aus der Startgebühr wird an den Kindergarten Ringschnait gespendet.

Um alle Formalitäten und um die Organisation des Rennens kümmert sich Peter Krifter. Der Besitzer von Zweirad-Krifter, einer Werkstatt für Motorräder, nimmt auch selbst an dem Rennen teil. „Ich war schon immer fasziniert von allem, was sich schnell fortbewegt und fand Räder besonders interessant“, erzählt er. „Schon als ich ein kleiner Junge war, habe ich immer gerne an Seifenkistenrennen teilgenommen.“

Diese Leidenschaft brachte ihn dazu, selbst vor drei Jahren ein solches Rennen ins Leben zu rufen, nachdem ein Bekannter vor mehreren Jahren ebenfalls ein Seifenkistenrennen veranstaltet hatte. „Ich dachte mir: Das ist doch eine nette Veranstaltung, auf der man sowohl als Fahrer als auch als Besucher viel Spaß haben kann“, sagt Krifter. Voriges Jahr sei die Besucherresonanz sogar trotz des schlechten Wetters sehr positiv ausgefallen. „Das alles wäre alleine aber gar nicht möglich“, fügt Krifter hinzu. „Ich habe zum Glück viele tolle Nachbarn und Freunde, die mir bei der Organisation helfen.“

Im Mittelpunkt stehen jedoch die Teilnehmer mit ihren Seifenkisten. Zuerst treten Kinder, dann Frauen und zum Schluss die Männer gegeneinander an. Die meisten der Kinder nehmen dieses Jahr zum ersten Mal teil. „Ich war schon aufgeregt“, erzählt der achtjährige Lenn aus Warthausen, der den ersten Platz erreicht hat. „Aber ich bin davor ein paar Mal den Berg heruntergefahren, um mich vorzubereiten.“

Als einziges Mädchen unter den Kindern nimmt Ida Haller teil. „Voriges Jahr hat sie sich noch nicht getraut, aber nach ein paar Probefahrten wollte sie dieses Jahr teilnehmen“, erzählt ihre Mutter Valeska Haller. Sie hat es unter den Frauen aus dem Team Haller auf den ersten Platz geschafft. „Es ist wirklich toll, dass so etwas in Ringschnait stattfindet, wir hatten einen Riesenspaß!“, sagt Tina Dramburg, die aus dem Team Beule den dritten Platz belegt. Die Frauen sind sich einig, nächstes Jahr wieder teilnehmen zu wollen.

Neben ausgeklügelten Konstruktionen, aus denen nur der Kopf der Fahrerinnen und Fahrer herausragt, kann man auch improvisierte Fahrzeuge aus den Teilen eines Einkaufswagens beobachten. Sogar eine Seifenkiste aus Bierkasten-Teilen tritt an. Unter den Männern nehmen auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ringschnait teil, deren besonderer Hingucker ein Wagen mit einem Blaulicht ist. „Vielleicht integrieren wir nächstes Jahr einen Schönheitswettbewerb unter den Seifenkisten, bei dem das Publikum abstimmen darf“, sagt Peter Krifter.

Schließlich locken die auffälligen Konstruktionen viele der Besucher an. „Es ist einfach eine Veranstaltung, bei der die Nachbarschaft zusammenkommen und ein spannendes Rennen beobachten kann“, so Krifter.

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