Ein einmaliges Erlebnis

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Ringschnaits Keeper Christian Lerner (dahinter ist Simon Boscher zu sehen) verhinderte mit einigen sehr guten Paraden im ersten
Ringschnaits Keeper Christian Lerner (dahinter ist Simon Boscher zu sehen) verhinderte mit einigen sehr guten Paraden im ersten Durchgang noch weitere Tore des VfB Stuttgart. (Foto: Volker Strohmaier)
Schwäbische Zeitung
Michael Mader

Der VfB Stuttgart hat das letzte Freundschaftsspiel vor dem Urlaub beim SV Ringschnait & Friends mit 5:1 (5:1) gewonnen. Das Ergebnis dieses Benefizspiels in Biberach spielte aber keine Rolle. Der VfB-Fanclub „Highlander“ aus Ringschnait hatte ein großartiges Event organisiert und 5700 Zuschauer feierten mit.

33 Minuten waren gespielt im Biberacher Stadion vor ausverkauftem Haus. 4:0 führte der VfB Stuttgart. Oliver Wild war gerade mal ein paar Minuten auf dem Platz, als er kurz nach der Mittellinie einfach mal drauf hielt. „Ich habe gesehen, dass der Keeper ziemlich weit vor seinem Kasten stand und hab´s mal probiert“, sagte der Spieltrainer des SV Ochsenhausen, der nach 20 Minuten für Julian Kloos in die Ringschnait-Auswahl eingewechselt worden war. „So ein Tor habe ich in meiner gesamten Karriere noch nie geschossen und gegen den VfB habe ich zum letzten Mal mit dem SV Dettingen in der D-Jugend gespielt. Einfach grandios.“

Grandios fanden es eigentlich alle, die auf dem Platz standen, so auch Keeper Christian Lerner, der im ersten Durchgang mit „Weltklasseparaden“ noch weitere Tore des Bundesliga-Aufsteigers verhinderte. „Profis finden halt dann doch die Lücke, aber zwei weniger als die fünf hätten´s dann schon sein dürfen“, sagte der 39-jährige Torwart des SV Ringschnait. „Dennoch war es eine Wahnsinns-Stimmung im Stadion, die ich wohl so nicht mehr erleben werde.“

Kollege Florian Katein, ebenfalls vom SV Ringschnait, der in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kam, konnte dem nur beipflichten: „Einmalig, vor so viel Zuschauern werde ich in meiner Karriere nicht mehr spielen.“ Katein hatte auch den Unterschied zwischen einem normalen Punktspiel in der Bezirksliga und dem Spiel gegen den VfB deutlich gemerkt. „So viel bin ich in einem Spiel noch nicht gelaufen.“ Aber das spielte keine Rolle, man hatte dem Zweitliga-Meister ein 0:0 in der zweiten Halbzeit abgetrotzt und hatte gezeigt, dass man auch im Fußball-Bezirk Riss kicken kann. Mehr als 20 Spieler hatte Ringschnaits Trainer Stefan Wiest in seinen Kader berufen und einmal zum Training gebeten. „Wir haben vor allem Wert auf die Defensive gelegt und so auch die Fünferkette gespielt“, sagte Wiest. Unter dem Strich habe das auch sehr gut geklappt. Wiest war auch während der 90 Minuten ständig auf den Beinen, gab Anweisungen, wechselte Spieler ein und hatte Spaß. „Auch für mich natürlich ein besonders Erlebnis, das so vermutlich nicht so bald noch einmal kommen wird.“ Und Wiest hatte auch noch den Anlass im Blick. „Wichtig ist vor allem, dass die ,Highlander“ belohnt wurden.“

Auch für VfB-Trainer Hannes Wolf war das der wichtigste Aspekt bei diesem Spiel: „Sportlichen Wert gibt es absolut keinen, ich habe auch keine neuen Erkenntnisse gewonnen, aber alle hatten Spaß. Zuschauer, Spieler und auch ich als Trainer. Das zählt.“ Und womöglich auch die Erinnerung an diesen unvergesslichen Tag, zum Beispiel bei Simon Boscher, der in der kommenden Saison vom TSV Ummendorf zu seinem Heimatverein nach Ringschnait zurückwechselt. „Ich habe mir das Trikot von Daniel Ginczek gesichert. Das freut mich sehr.“

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