DRK berät Migranten in Biberach und Riedlingen

Tatiana (l.) ist froh, dass sie die Migrationsberaterin Natia Oehlcke aufgesucht hat.
Tatiana (l.) ist froh, dass sie die Migrationsberaterin Natia Oehlcke aufgesucht hat. (Foto: DRK/Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung

Wer in ein fremdes Land kommt, hat viele Fragen. Antworten darauf hat die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) des DRK-Kreisverbands Biberach. Sie unterstützt mit vielfältigen Beratungs- und Informationsangeboten Zuwanderer bei ihren ersten Schritten in Deutschland.

„Ziel unserer Migrationsberatung ist es, die Eingliederung und Teilhabe in das soziale, kulturelle und berufliche Leben in Deutschland zu begleiten und zu erleichtern“, erklärt Daniela Ruf, Leitung der Sozialarbeit beim DRK-Kreisverband Biberach. Menschen mit Migrationshintergrund werden in allen relevanten Lebensbereichen wie Wohnen, Aufenthalt, Bildung, Arbeit und Beruf aber auch beim Erledigen von Formalitäten unterstützt. „Durch die Beratung wird die Chancengleichheit von Menschen mit Migrationshintergrund gefördert“, sagt Migrationsberaterin Natia Oehlcke. Sie und ihre Kollegin Jolanta Schwarzkopf bieten in Biberach und Riedlingen Beratungen für erwachsene Zuwanderer an. „Uns ist es ein Anliegen, Menschen zu begleiten, die sich in ihrer neuen Heimat noch nicht in allen Lebenslagen zurechtfinden.“

Zu ihnen gehört Tatiana. Die junge Frau aus der Republik Moldau zog vergangenes Jahr gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Biberach. In ihrer Heimat arbeiteten Tatiana und ihr Mann zwar als Juristen, sahen aber keine langfristige und existenzsichernde Zukunftsperspektive mit einer angemessenen Lebensqualität für ihre Kinder. Sie entschieden sich, in Oberschwaben ein neues Leben anzufangen.

Doch die Hürden für einen Neuanfang seien hoch, erzählt Tatiana und nennt exemplarisch Sprache, Bürokratie und Gesetzeslage. Auf Empfehlung einer Freundin ging die Familienmutter im August 2020 erstmals zur Migrationsberatung des DRK auf der Suche nach Unterstützung, um die Weichen für ihr neues Leben zu stellen. Es galt, eine Wohnung zu finden, Deutschkurse zu belegen, Bewerbungen zu schreiben, Arbeit zu suchen, Versicherungen abzuschließen und Schulplätze für die Kinder zu organisieren. Diese Herausforderungen zu bewältigen, gehört zu den täglichen Aufgaben der beiden Sozialpädagoginnen beim DRK. Durch eine gute Netzwerkarbeit im Landkreis Biberach ist es möglich, die Menschen auf kurzem Wege im „Behördendschungel“ zu unterstützen.

„Ohne die Migrationsberatung hätten wir das nicht geschafft“, sagt Tatiana. „Die Migrationsberatung hat mir bei allen Fragen weitergeholfen.“ Eine Wohnung hat die Familie mittlerweile gefunden, die Kinder gehen zur Schule und lernen dort schnell Deutsch. Tatiana und ihr Mann besuchen Sprachkurse und haben beide einen neuen Job.

In der Pandemie hat sich in der Migrationsberatung neben dem Austausch per Telefon oder E-Mail auch die App „mbeon“ zu einem zentralen Baustein für ratsuchende Migranten entwickelt. „Diese bundesweite Onlineberatungsstruktur ist eine wichtige Ergänzung zu unseren Präsenz-Beratungsstellen“, sagt Daniela Ruf. Fragen können über die App jederzeit gestellt und Dokumente verschickt werden. Deutschlandweit stehen 360 Beraterinnen und Berater zur Verfügung. Sprachbarrieren gibt es keine: Die Nutzer können ihre jeweilige Muttersprache auswählen.

Meist gelesen in der Umgebung

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen