Drei Lokalderbys zum Jahresabschluss

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 Im Derby gastiert der VfB Gutenzell in Reinstetten (links Patrick Kramer).
Im Derby gastiert der VfB Gutenzell in Reinstetten (links Patrick Kramer). (Foto: Volker Strohmaier)
Gerhard Kirchenmaier

Der 17. Spieltag schließt am Samstag, 23. November, zugleich auch das Jahr 2019 in der Fußball-Bezirksliga Riß ab. Tabellenführer SF Schwendi will gegen die SGM Warthausen/Birkenhard Platz eins in die Winterpause retten. Der punktgleiche SV Dettingen spekuliert im Illertalderby auf den nächsten Sieg und einen Ausrutscher der SF. Im zweiten Derby gastiert Gutenzell in Reinstetten. Lokalkampf Nummer drei lautet Sulmetingen gegen Laupheim II. Anpfiff ist bei allen Partien um 14.30 Uhr.

Irgendwie fühlt es sich beim SV Steinhausen nicht nach Spätherbst, sondern nach sportlichem Frühling an. Der SVS ist seit sieben Partien unbesiegt, sechs Siege gab es in diesem Zeitraum. Dass es auf Platz eins gerade mal drei Punkte sind, blendet man beim SVS wissentlich aus, die letzte Aufgabe des Jahres gegen den FC Mittelbiberach geht man gewohnt sachlich an. Der Aufsteiger konnte am letzten Spieltag erstmals seit Anfang Oktober wieder dreifach punkten. Die Reise ins Rottumtal tritt die Zukowski-Truppe mit dem recht guten Gefühl an, dass man sich tabellarisch nach unten nicht verschlechtern kann. Der FCM will alles raushauen und erneut punkten.

Was für den SV Baltringen gilt, trifft auch uneingeschränkt für den BSC Berkheim zu: Man weiß um die Bedeutung der letzten Partie in der meist sehr schwierigen Hinserie. Die um einen Punkt besser gestellten Gastgeber holten zehn ihrer 13 Zähler auf eigenem Platz, müssen nun aber auf gesperrte Akteure in dieser so wichtigen Partie verzichten. Bei den Gästen dagegen kehren zuletzt gesperrte Spieler in den Kader zurück. Dass der BSC auswärts erst vier Punkte ergattern konnte, spielt eine eher untergeordnete Rolle, die Direktbilanz spricht sogar für den Aufsteiger. Im Kellerduell dürfte dann wohl die bessere Tagesform ausschlaggebend sein.

Positive Hinserie

Tabellenführer SF Schwendi sorgte eher unfreiwillig dafür, dass der Kampf um den inoffiziellen Titel des Wintermeisters richtig spannend wird. In der letzten Partie gegen die SGM Warthausen/Birkenhard heißt die Losung schließlich „auf die Zähne zu beißen“ und mit einem Sieg die insgesamt doch sehr erfolgreiche und positive Hinserie abzurunden. Auch die Gäste liegen voll im Plan, eine noch bessere Platzierung als Rang neun verhinderte am Vorsonntag eine beinahe schon fahrlässige Verwertung der Torchancen. Die SGM will im letzten Ligaspiel des Jahres nochmals alles in die Waagschale legen, eine Woche später steht noch ein Pokalspiel auf dem Plan.

Darin besteht beim TSV Kirchberg sowie beim SV Dettingen weitgehend Übereinstimmung: Das Illertalderby zählt in jeder Saison zu einem der Höhepunkte. Die am Vorsonntag eingefahrenen Siege befeuern dann auch bei den Fans die Vorfreude auf einen vielleicht auch spannenden Lokalkampf. Beim TSV ist der Einsatz einiger angeschlagener Akteure noch nicht sicher. Die Gäste sind in einer komplett anderen Verfassung als im Vorrundenspiel, wo man sich in der Schlussminute noch in ein Remis retten konnte. Der Tabellenzweite eilt von Sieg zu Sieg und lässt keinen Zweifel daran, dass im Derby der nächste folgen soll. Im günstigsten Fall wäre man dann Tabellenführer.

Die Konkurrenz, abgesehen vom Dettinger Sieg, hat dem SV Sulmetingen vor Wochenfrist gut in die Karten gespielt. Der SVS hat nach wie vor alle Optionen auf einen Spitzenplatz. Im Lokalkampf gegen den FV Olympia Laupheim II gibt es ein Wiedersehen mit Fabian Arb. Rücksicht kann man auf den ehemaligen SVS-Akteur nicht nehmen, es soll ein Sieg her. Wer Olympia II am letzten Spieltag beobachtet hat, dürfte erstaunt sein über die derzeitige Platzierung. Das Schlusslicht überzeugte fast über die gesamte Spielzeit gegen Ringschnait. Der Einsatz der erfahrenen Akteure Udo Schrötter und Philipp Fischer verlieh viel Sicherheit, beide dürften im Derby wieder dabei sein.

Beträchtlicher Vorsprung

Der SV Baustetten führt mit beträchtlichem Vorsprung das breite Mittelfeld an, auf Platz eins und zwei sind es trotz der Niederlage in Dettingen gerade drei Punkte. Diese gute sportliche Situation will der Sechste nun in die Winterpause mitnehmen, ein Sieg gegen den SV Eberhardzell scheint auf den ersten Blick machbar zu sein. Der Zick-Zack-Kurs der Gäste fand auch vor Wochenfrist seine Fortsetzung. Der Drittletzte schaffte es im Verlauf der Hinserie nicht, über einen längeren Zeitraum hintereinander zu punkten. Moral und Wille stimmen beim SVE, der Schuh drückt aber eindeutig in der Offensive. Da schlagen nur 15 Treffer bisher zu Buche.

An den großartigen „Hurra-Fußball“ der Sommermonate denkt beim SV Reinstetten derzeit kaum noch jemand. Dass der SVR immer auf Sieg spielt, scheint unbestritten, in den letzten sieben Partien gelang dies dann allerdings nur ein Mal erfolgreich. Wie weit der Akku noch aufgeladen ist, wird dann das Lokalderby gegen den VfB Gutenzell ans Tageslicht bringen. Auf dieses freut man sich beim VfB aus gut nachvollziehbaren Gründen. Gegen Kirchberg und Schwendi gab es überzeugende Siege, der dritte Streich soll nun im Reinstetter Waldstadion folgen. Dort fühlt sich der Achte traditionell sehr wohl, in fünf Partien gab es vier Siege und ein Remis.

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