Drei Freunde auf dem Nostalgie-Trip

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 Selbst Oberbürgermeister Norbert Zeidler (v. l.) scherzte auf der Bühne mit dem Team des Eröffnungsfilms, Producerin Kirsten El
Selbst Oberbürgermeister Norbert Zeidler (v. l.) scherzte auf der Bühne mit dem Team des Eröffnungsfilms, Producerin Kirsten Ellerbrake, Schauspieler Fabian Busch und Regisseur Eoin Moore; daneben Filmfest Intendantin Helga Reichert und Vereinsvorsitzender Tobias Meinhold. (Foto: Georg kliebhan)
Linda Leinecker

Die Fernsehproduktion „Der Sommer nach dem Abitur“ hat die 41. Filmfestspiele in der Biberacher Stadthalle eröffnet. In den Hauptrollen glänzen Bastian Pastewka, Fabian Busch und Hans Löw. Helga Reichert, die neue Intendantin, erklärte: „An dem Film führte für mich kein Weg vorbei.“

Dass ihre Wahl auf einen Film gefallen ist, dessen Handlung auf den ersten Blick einfach konstruiert wirkt, überrascht anfangs. Denn seit 40 Jahren gibt es die Biberacher Filmfestspiele, man konnte also davon ausgehen, dass der Eröffnungsfilm diesem Jubiläum einen angemessenen Startschuss verpasst. Doch die Geschichte der Ziegler-Film-Produktion, die im Auftrag von ZDF und in Kooperation mit arte entstanden ist, mutet im Gegenteil dazu relativ simpel an: Drei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen sich nach mehr als 20 Jahren wieder, um endlich das nachzuholen, was ihnen damals (im Sommer nach dem Abitur) aus diversen Gründen verwehrt geblieben war: Das Konzert ihrer Jugendlieblingsband Madness zu besuchen, die auf einem Festival spielen wird.

Die Männer merken allerdings schnell, dass sich die guten, alten Zeiten nicht so einfach wiederbeleben lassen. Da jeder der Freunde zwanghaft versucht, eine Fassade aufrechtzuerhalten, dauert es nicht lang, ehe Lügen, Intrigen und Streit die damals innige Verbundenheit zu zerstören drohen. Doch wie so häufig in der Populärkultur ist der Weg das Ziel. Wie Alex, Ole und Paul auf ihrer gemeinsamen Reise viel voneinander und vor allem über sich selbst lernen, das macht tatsächlich sehr viel Spaß beim Ansehen.

Der Regisseur Eoin Moore und die Producerin Kirsten Ellerbrake, die gemeinsam mit Darsteller Fabian Busch bei der Eröffnung und der anschließenden Publikumsdiskussion anwesend waren, haben mit „Der Sommer nach dem Abitur“ nicht nur den Nerv des Publikums getroffen, das die gut dosierte Situationskomik mit lauten Lachern belohnte.

Sie haben mit ihrem detailverliebten Film ebenfalls gut zur allgemeinen Nostalgie-Stimmung beigetragen, denn die Verantwortlichen der Biberacher Filmfestspiele haben sich für die Zuschauer aufgrund des Jubiläums etwas ganz Besonderes ausgedacht: Das Publikum wurde mit kommentierten Videobeiträgen auf den runden Geburtstag eingestimmt und dabei auf eine ebenso amüsante wie kurzweilige Zeitreise entführt. „Der Sommer nach dem Abitur“ bildete den logischen Anschluss an die kleinen Videos im Vorfeld und war deswegen die perfekte Wahl für den Eröffnungsfilm.

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