Dieser Krimi-Doppelpack kommt an beim Publikum

Lesedauer: 4 Min
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Krimis bei den Biberacher Filmfestspielen garantieren – seit es die Fernsehfilmreihe beim Festival gibt – regelmäßig volle Kinosäle. Nicht anders am Samstagabend als mit dem „Tatort: Mord auf Langeoog“ sowie „Hattinger und die kalte Hand – ein Chiemseekrimi“ gleich zwei Produktionen aus diesem Genre zu sehen waren. Das Publikum bekam im größten Saal des „Traumpalasts“ zwei Krimis zu sehen, wie sie unterschiedlicher nicht angelegt sein könnten.

Im „Tatort“ stellt ein mysteriöser Mord die Hamburger Kommissare Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) vor ein Rätsel. Eine Frau liegt tot in den Dünen, daneben sitzt, blutverschmierter, der Teenager Florian (beeindruckend gespielt von Leonard Carow). Er scheint offenbar an Gedächtnisverlust zu leiden und ist dringend tatverdächtig.

Kommissar Falke gerät zusätzlich in die Zwickmühle, weil Florians Schwester eine Bekannt von ihm ist und er aus Langeoog eigentlich in einem fremden Revier ermittelt, für das die Kollegin aus Aurich (Nina Kunzendorf zuständig ist, die Florian für den Mörder hält.

Regisseur Stefan Kornatz entwickelt seine Figuren zunächst langsam, wohl auch weil das Duo Falke/Lorenz hier erst seinen zweiten Fall in der „Tatort“-Reihe löst. Immer wieder streut er herrliche Aufnahmen der Dünenlandschaft und der Meeresbrandung ein. Und ähnlich wie die Kommissare den Täter suchen, darf auch der Zuschauer mitfiebern, weil die Handlung die Spannung bis zum Ende hochhält.

Edgar Selge mit Glanzleistung

Im Gegensatz zum „Tatort“ kennt man den Mörder im „Chiemseekrimi“ schon nach wenigen Minuten. Regisseur Hans Steinbichler geht es vielmehr darum, aufzuzeigen, welche Beweggründe den Täter zu seinen grausigen Taten bewegen und wie Kommissar Hattinger (Michael Fitz) ihm auf die Schliche kommt.

Albrecht Ostermeier hat vor vielen Jahren seine 17-jährige Tochter durch einen OP-Fehler verloren. Kaltblütig und mit einem bis ins Detail ausgeklügelten Plan, nimmt er nun grausame Rache an den beteiligten Ärzten. Auch wenn sich das Publikum förmlich um den anwesenden Michael Fitz riss, der eigentliche Star der Produktion ist Edgar Selge, der leider nicht da sein konnte. Er spielt den Mörder mit einer solch beängstigenden Abgebrühtheit, dass man vor seiner Schauspielkunst nur den Hut ziehen kann.

Beide Krimis sind demnächst im Fernsehen zu sehen: Den „Tatort“ gibt es am Sonntag, 24. November, in der ARD, den „Chiemseekrimi“, am Montag, 25. November im ZDF.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen