Diese jungen Leute sind Edelsteine

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Der Kassierer Klaus Dollak (links) und Vorsitzender Alfons Siegel (rechts) überreichen dem Referenten Hans-Jürgen Dörrich einen
Der Kassierer Klaus Dollak (links) und Vorsitzender Alfons Siegel (rechts) überreichen dem Referenten Hans-Jürgen Dörrich einen Spendenscheck des AKE Biberach über 2000 Euro für die Ausbilung ghanaischer Jugendlicher. (Foto: gerhard Trüg)
Gerhard Trüg

„Diese Kinder und Jugendlichen sind Edelsteine, die auf der Straße liegen. Sie müssen nur aufgehoben werden, und schon leuchten sie.“ Dieser Leitspruch von Don Bosco steht für das Engagement der Nichtregierungsorganisation (NGO) Don Bosco Mondo, die weltweit Projekte für die berufliche Ausbildung von jungen Erwachsenen fördert.

Der Leiter Unternehmenskoordination von Don Bosco Mondo, Hans-Jürgen Dörrich, berichtete bei seinem Vortrag am Freitag im Gemeindezentrum St. Martin in Biberach Neues aus dem Berufsbildungszentrum Sunyani/Ghana. Unter dem Dach von Don Bosco Mondo arbeitet dort die Ordensgemeinschaft der Salesianer für die berufliche Ausbildung von benachteiligten Jugendlichen.

Seit dem vergangenen Jahr unterstützt der Arbeitskreis Entwicklungspolitik Biberach (AKE) dieses Projekt, das auch von der jüngsten Weihnachtsspendenaktion der Schwäbischen Zeitung „Helfen macht Freude“ unterstützt wurde. Veranstaltet wurde der Vortrag vom AKE und dem Weltladen Biberach.

In seiner Begrüßung wies der AKE-Vorsitzende Alfons Siegel darauf hin, dass das westafrikanische Ghana genau vor 63 Jahren, als erstes Land Schwarzafrikas überhaupt, selbständig wurde. Die Stadt Sunyani liegt etwas abseits im westlichen Teil Ghanas. Gerade dort, besonders im nördlich anschließenden Teil, haben Jugendliche oft keine Chance, nach einer teilweise sehr kurzen Schulzeit, eine berufliche Ausbildung zu beginnen.

Hier setzt das Förderprojekt an mit dem Ziel, das Recht auf Bildung auszudehnen auf das Recht auf Ausbildung. Denn nur so kämen die Menschen aus dem Teufelskreis der Perspektivlosigkeit heraus und könnten ein Leben in Würde aufbauen. Nur so könnten sie dazu beitragen, dass die wirtschaftliche Entwicklung vorangeht, dass Unternehmen wachsen oder neue entstehen können.

Dörrich führte aus, dass circa 700 Jugendliche pro Jahr in den verschiedensten Berufen ausgebildet werden. Firmen mit ihrem Fachwissen werden ins Boot geholt, werden sie doch von den neu ausgebildeten Menschen wieder profitieren. Nur eine qualifizierte Ausbildung führe zu qualitativ hochwertigen Produkten, die auch auf dem Weltmarkt verkauft werden können. Diese Win-Win-Situation steht im Zentrum des Entwicklungsgedanken. Gefördert werden sowohl männliche wie weibliche Jugendliche.

Die Nachfrage nach handwerklichen Ausbildungsberufen ist am größten, so zum Beispiel für Gebäudetechnik: Elektriker, Maurer, Dachdecker, Schreiner, aber auch in Computertechnik, Büromanagement, Gastgewerbe und Hotellerie wird ausgebildet. Die Lehrkräfte sind Ghanaer und auch diese werden teilweise von Don Bosco ausgebildet. Die Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber auf sechs bis zwölf Monate verkürzt werden, wenn die wirtschaftlichen und häuslichen Gegebenheiten der Jugendlichen einen sehr frühen Eintritt ins Berufsleben erfordern.

Die Ausgangslage der Jugendlichen ist sehr verschieden. Amtssprache in Ghana ist Englisch, manche können aber nur ihre Stammessprache, sollen aber nach Abschluss ihrer Ausbildung auch die Amtssprache verstehen. Das gelinge in den meisten Fällen, so Dörrich. Und so beendete der Referent seinen Vortrag mit den Worten: „Der Optimismus und die Lebensfreude der Jugendlichen ist Motor für das Engagement und die Hilfe.“

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