Die Straubinger Segelflieger zieht es nach Biberach

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Die Segelflieger aus Straubing besuchen Biberach immer wieder gerne.
Die Segelflieger aus Straubing besuchen Biberach immer wieder gerne. (Foto: SZ- Sophie Bischoff)
Schwäbische Zeitung
Sophie Bischoff

Eine Woche hat der Straubinger Segelflugverein (LSV) auf dem Segelflugplatz in Biberach verbracht. 25 Mitglieder, davon 20 Piloten, haben ihr alljährliches Fluglager dieses Jahr in Biberach veranstaltet. Mit den eigenen Segelflugzeugen in den Anhängern und den Campingsachen im Gepäck, haben es sich die Bayern auf dem Flugplatz gemütlich gemacht.

Zwei Mal im Jahr hält der LSV ein Fluglager ab. Das erste davon an Pfingsten im heimischen Verein in Straubing. Für das zweite fahren sie dann jedes Jahr im August auf andere Flugplätze. „Wir waren schon auf enorm vielen verschiedenen Flugplätzen und auf vielen auch nur ein Mal. Aber nach Biberach kommen wir schon zum dritten Mal“, erzählt Will Bauernfeind, Mitglied des Straubinger Vereins. Warum sie so gerne nach Biberach kommen, das habe viele Gründe. Zum einen locke die gute Infrastruktur des Platzes. Denn nicht in vielen Vereinen sei es möglich direkt neben der Landebahn ein Zeltlager aufzubauen.

„Außerdem ist die Lage des Platzes sehr wichtig dafür, wie man fliegen kann. Die Nähe von Biberach zur Schwäbischen Alb führt dazu, dass es dort meistens eine intensivere Thermik gibt. Und diese Thermik ist für uns Segelflieger essenziell, um längere Zeit am Stück fliegen zu können“, so Bauernfeind. Für die „Nichtflieger“ unter ihnen sei die Umgebung auch ideal, denn die oberschwäbische Landschaft bietet sich für die unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten an. Ein weiterer großer Vorteil in Biberach sei, dass zusätzlich zum Flugzeugschleppstart auch ein Windenstart durchgeführt werden könne.

Nicht jeder Flugplatz sei dazu ausgelegt, um einen Start mit einer Winde ausführen zu können. Auch der Flugplatz in Straubing nicht. Einige der bayrischen Segelflieger nutzen in Biberach deshalb die Chance und absolvieren während der Woche ihre Windenberechtigung. Aber der wichtigste Grund, weshalb es den LSV oft nach Biberach zieht, sei die Gastfreundschaft des Biberacher Segelflugvereins. „Jedes Mal wenn unser Camp zu Ende war, dann haben uns die Biberacher schon fürs nächste Jahr eingeladen,“ sagt Will Bauernfeind. „Das Segelfliegen ist ein Gemeinschaftssport, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so erscheint.“ Ein Pilot allein, der sich in das Segelflugzeug setzt, reiche nicht aus.

Ein Gemeinschaftssport

Für den Start sei ein Helfer nötig, der das Segelflugzeug an einer Seite stützt. Ein weiterer wird benötigt, der entweder die Winde bedient oder das Schleppflugzeug fliegt. Zu guter Letzt braucht man Helfer, die das Flugzeug nach der Landung wieder zurück in Position schieben. „Die Mitglieder aus Biberach nehmen sich so viel Zeit für uns wie sie nur können. So ist es uns möglich gewesen, dass wir an fast allen Tagen jeweils 50 bis 70 Starts hinlegen konnten,“ so Will Bauernfeind, der selbst schon seit 45 Jahren Pilot ist. Mit 14 Jahren ist man berechtigt, seine Fluglizenz zu erhalten. „Für die Jüngsten unter den Flugschülern ist das Fluglager auch eine idealer Zeitpunkt, um sich schnell zu verbessern.

Sie konzentrieren sich eine Woche nur auf das Fliegen“, erklärt Bauernfeind. So hatte einer der 14-jährigen Schüler in dieser Woche schon die Chance zum ersten Mal alleine zu fliegen. Dieser Moment gehöre zu den Höhepunkten in der Karriere eines Piloten. Das Segelfliegen habe auch schon so einige des Straubinger Vereins zu ihrem Beruf in der Luft- und Raumfahrttechnik, als Pilot einer großen Airline oder auch als Fluglotse, geführt.

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