Die Stangenbohnen-Partei auf musikalischem Wahlkampf

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Die Stangebohnen-Partei, Jared Rust (v. l.) und Serena Engel, beim Auftritt in der Stadtbierhalle.
Die Stangebohnen-Partei, Jared Rust (v. l.) und Serena Engel, beim Auftritt in der Stadtbierhalle. (Foto: Hans-Bernd Sick)

Am Sonntag, 9. September, gibt es in der Stadtbierhalle ab 19 Uhr Country & Western, Fun und Rock’n‘Roll mit Saddle 'n’ Boots. Line Dancers sind willkommen.

Bei frühherbstlichem Nieselwetter und kühlen Temperaturen hat das Rondellkonzert mit der Gruppe Stangenbohnen-Partei aus Kißlegg nicht im Freien stattfinden können, sondern musste in die Stadtbierhalle verlegt werden. Die Zuschauer, nicht so viele wie bei vorangegangenen Abenden, waren begeistert von den beiden sympathischen Musikern und ihrem abwechslungsreichen Repertoire.

Die Stangenbohnen-Partei spannte einen weiten musikalischen Bogen, mit Traditionals aus dem 18. Jahrhundert, quer durch die nordamerikanische Musik des 20. Jahrhunderts inklusive einem Abstecher nach Fernost sowie ein paar Eigenkompositionen. Meist war es Jared Rust, der etwas über die Lieder erzählte, oftmals ergänzt durch flapsige Kommentare von Serena Engel. Allerdings gerieten diese Einführungen manchmal etwas zu ausführlich.

Musikalisch überzeugte das Paar; Jared Rust brachte schon allein mit seinem Sortiment an Saiteninstrumenten viel Klangfarbe ins Spiel, neben der akustischen Gitarre spielte er auf der Resonanzgitarre, Ukulele als auch Mandoline. Mit seinem erstaunlichen Tonumfang und angenehmer, swingender Stimme wusste er auch als Sänger rundum zu überzeugen,

So ganz nebenbei bediente er mit beiden Beinen eine Batterie an Perkussionsinstrumenten und sorgte mit der damit erzeugten bunten Klangmixtur für den korrekten Rhythmus. Serena Engel glänzte am Cello, sie wechselte fließend vom Streich- zum Zupfinstrument, mal strich und mal zupfte sie die Melodie, trug aber auch mit ihren auf dem Cello gezauberten Basslinien zum ausbalancierten und runden Sound bei. Mit ihrer hellen und klaren Stimme erfreute sie das Publikum gleichermaßen als Solosängerin wie auch als Begleitstimme.

Als Gastmusikerin hatten sie Nadja Schneller mitgebracht, die im zweiten Set mit ihrer Querflöte noch eine weitere Klangfarbe bei drei Liedern beisteuerte. Gemeinsam trugen sie die Jared-Serena-Stücke „The Egocentric Chimpanzee Catastrophe“ und „My Sweet Pharmacy“ vor, die auch auf ihrer hörenswerten CD „The String Bean Party“ zu genießen sind.

Mit ihren Arrangements und ihrer Präsentation alter Jazztitel wie „Darktown Struter’s Ball“, Folksongs („Will we go“) oder Bluegrasstiteln wie dem Bill Monroe-Klassiker „Blue Moon of Kentucky“ überzeugten die Beiden. Ausgesprochen gelungen war ihr „Dueling Banjos“, bekannt geworden dank dem Film „Deliverance/Beim Sterben ist jeder der Erste“, bei dem sich Jared Rust und Serena Engel quasi mit ihren Instrumenten duellierten.. Ihr komödiantisches Talent kam bei der „Mermaid Ballade“ zum Tragen, mit fließendem Rollen- und Kostümwechsel und unter Einbindung des Publikums. Zudem verteilten sie Gemüse aus eigenem Anbau von ihrem Hof bei Kißlegg: Zuerst wanderte ein ganzer Korb mit Karotten durch den Saal, damit sich jeder Besucher bedienen konnte, und gegen Ende des Abends wurden noch drei Kürbisse, die den Abend über dekorativ auf der Bühne ihr Platz fanden, von Serena wortreich an drei Herren überreicht.

Am Sonntag, 9. September, gibt es in der Stadtbierhalle ab 19 Uhr Country & Western, Fun und Rock’n‘Roll mit Saddle 'n’ Boots. Line Dancers sind willkommen.

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