Die Juks ist „Wieder da“ – und wie!

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Ballett, Musik und Theater boten die Kinder und Jugendlichen der Kugendkunstschule bei ihrer Revue.
Ballett, Musik und Theater boten die Kinder und Jugendlichen der Kugendkunstschule bei ihrer Revue. (Foto: Gerhard Trüg)
Gerhard Trüg

Eigentlich sollte es ganz anders kommen, denn die Jugendkunstschule (Juks) Biberach plante für den Herbst unter dem Titel „Junge Zauberflöte“ eine große Aufführung mit 120 Akteuren – doch Corona änderte alles.

Aber die Juks gab sich nicht geschlagen. „Wir zeigen mit etwa 60 Kindern und Jugendlichen einen bunten Querschnitt durch das Angebot der Juks“, sagte die Leiterin der Juks, Susanne Maier. Das Ergebnis war die Revue „Wieder da“, die am Samstagabend in der Stadthalle das Publikum begeisterte. Mit schlüssigem Hygiene- und Abstandskonzept war der große Saal der Stadthalle, mit weit auseinander stehenden Stuhlanordnungen, für die auf circa 200 reduzierte Zuschauerzahl bestens vorbereitet.

In seiner engagierten und mit Emphase vorgetragenen Ansprache, trat Kulturdezernent Jörg Riedlbauer vehement für den Wiederbeginn kultureller Veranstaltungen ein und gab seiner Freude Ausdruck, dass es endlich wieder losgeht: „Kultur ist ein essentielles Mittel zum Leben“, sagte er. Wie recht er doch hat.

Der etwa zweistündige Revueabend zeigte Performance, Theater, Tanz und Perkussion. Neun Dozenten waren mit ihren Klassen beteiligt. Los ging es mit dem Song „The Rose“, der vom musikalischen Leiter des Abends, Uli Marquart, am Klavier begleitet wurde.

Juks-Leiterin Susanne Maier lobte in ihrer Begrüßung das große Engagement aller Beteiligten für das Gelingen dieser Revue und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Zuschauer vom „Spirit des Dargebotenen eingefangen werden“.

Mit einem überzeugend dargebotenen „Musical Tanz“ mit Musik-Remix ging es mitreißend weiter, wobei die stimmige und gut einstudierte Choreografie und die tollen Kostüme eine Augenweide waren. Diese Tanzformationen, auch klassisches Ballett, wurden immer wieder, mit unterschiedlicher Ausgestaltung und verschiedener Besetzung, gekonnt in den Gesamtablauf aufgenommen. Dieser Wechsel an Darbietungen waren ein Garant für den Erfolg des Abends.

Durch rasche Abfolgen, ohne große Unterbrechungen, war die Aufmerksamkeit des Zuschauers vom neuen Ereignis auf der Bühne gefesselt. Verantwortlich für die Tänze waren Barbara Clarke, Haddy und Anton Kleinert. Für die Kostüme zeichnete Sybille Gänßlein-Zeit verantwortlich.

Eigene Texte der Jugendlichen, die zum Nachdenken animierten, wurden mit Hingabe und deutlicher Deklamation vorgetragen. Neues brachte auch der Theaterausschnitt „Wie Handke oder das Ich in mir“. Mit farbig angestrahlten Plastikfolien setzten sich die Protagonisten unter der Theaterleitung von Thomas Laengerer und Mark Klawikowski illustrativ in Szene.

Dabei konnte man die nagelneue LED-Lichttechnik der Stadthalle bewundern. Leider war der Zuschauersaal während der ganzen Vorstellung stockdunkel, sodass das schön gestaltete Programblatt mit den Titeln und Ausführenden unsichtbar blieb.

Die „Songlotterie 1-4“ mit Mark Klawikowski und Niels Stehwien war, unter Einbeziehung des Publikums, eine Klasse für sich. Mit Wortwitz und treffender Keyboard-Begleitung konnten die beiden Musiker voll überzeugen.

Wie man mit farbigen Plastik-Eimern Perkussion mit spannungsreichem Rhythmus erzeugen kann, zeigten die „Discovery Voices“ überzeugend.

Da ein gemeinsamer Schlussauftritt coronabedingt nicht möglich war, huschten die Darsteller zum heftigen Applaus der Besucher über die Bühne. Auch das passte sehr gut.

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